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Wie “epd medien” abmagert
Einst hatte Volker Lilienthal als Redakteur von “epd medien” den Schleichwerbeskandal der ARD enthüllt. Für den Evangelischen Pressedienst (epd) war diese inzwischen mehrfach ausgezeichnete Leistung aus dem Jahr 2005 ein Imagegewinn. Lilienthal und der epd gehen allerdings längst getrennte Wege: Im Juli 2009 trat er die Professur für “Praxis des Qualitätsjournalismus” an der Hamburger Universität an. Weil ich die Redaktion bei Frankfurt a. M. für ein halbes Jahr verstärkte, als Lilienthal im Wintersemester 2007/2008 bereits in Hamburg erste Erfahrung sammelte, bin auch ich dem Magazin verbunden. Deshalb gebe ich Lilienthals heutige Äußerungen zu “epd medien” im Online-Talk bei DRadio Wissen schlicht im O-Ton wieder:
Wir brauchen auch gute Kapazitäten für guten Medienjournalismus und Kapazitäten heißt gut ausgebildete Leute in den Redaktionen. Und da ist eben leider festzustellen, dass es nicht nur bei der taz fehlt, sondern zum Beispiel auch bei einem Fachdienst wie “epd medien”, für den ich ja zwanzig Jahre lang mitverantwortlich war. […]
“epd medien” erschien früher zwei Mal die Woche mit einem Regelumfang von 28 Seiten. Das heißt, der Jahrgang hatte knapp 3.000 Seiten. Und das wurde gemacht von vier Leuten und vielen rührigen freien Mitarbeitern. Es war immer eine Kraftanstrengung.
Als ich weggegangen bin, war schon absehbar, dass es zu einer Personalreduktion kommt. Ich habe versucht, zu plädieren, wir brauchen mindestens vier feste Redakteure.
Es kam natürlich anders: Auch die Kirche hat nicht mehr das dicke Geld und entscheidet sich leider Gottes häufig für andere, oft fragwürdige Medienengagements. Und so muss “epd medien” heute mit drei festen Redakteuren produziert werden, wobei viel Kapazität dieser Redakteure auch noch abgezogen wird für einen Agenturdienst des Evangelischen Pressedienstes als Nachrichtenagentur.
Also, will sagen: Die Kapazitäten sind auch nicht mehr bei den Fachdiensten in hinreichender Weise gegeben, sie waren vielleicht nie gegeben, obwohl gerade die Fachdienste sich ja an ein Publikum in den Medienbetrieben, in den Sendeanstalten richten, also an Leserinnen und Leser, die die Inhalte selbst beurteilen können.
Und da muss natürlich ein Fachdienst intellektuell auf der Flughöhe bleiben und bleiben können. Das wird leider Gottes auch erschwert bei “epd medien”. Übrigens ist es ja auch so, dass heute pro Woche nur noch eine Ausgabe erscheint. Für meine Begriffe ist auch das zu wenig, um der Branche eine verlässliche, kontinuierliche und auch kritische Berichterstattung zu liefern.
Daniel Bouhs (29) ist Leiter "Netzwelt" bei 




