Journalist • Producer

PODCAST

Langfassungen meiner Interviews im Abonnement.

  • “Journalisten waren ihr einziger Schutz”

    Interview mit “taz”-Reporter Martin Kaul zur Berichterstattung über die Flüchtlinge in Budapest – vom 5. September 2015

    Martin Kaul (Foto: Björn Kietzmann)

    >> Download als MP3 [6 MB]

    “Ich habe das Gefühl, dass die [Flüchtlinge] schon wahrnehmen, dass die Medien ihre Chance sind. Man sieht das ja an den vielen Schildern, die sie hochhalten, auch an den Bildern, die sie nutzen, dass sie Angela Merkel sozusagen wie eine Heldin vergöttern. […] Es ist auch so, dass die Journalisten mehr oder weniger ihr einziger Schutz hier in Budapest auch waren, denn es gab ja tatsächlich keinerlei Schutz – von keinem Roten Kreuz, von keiner Behörde.”

    “Man konnte das, was dort passiert ist, nicht als distanzierter Beobachter mit einer Kühle wahrnehmen. […] Zur professionellen Arbeit gehört auch, dass man anerkennt, dass man sich als Mensch begegnet. Das ist eine humanitäre Grenzsituation gewesen. Beispielsweise habe ich es als Selbstverständlichkeit erlebt, dass Journalisten Menschen, die durstig waren, Wasser gegeben haben.”

    “Hier sind bestimmte Gesetze wie das Recht auf das eigene Bild und ähnliches sicher außer Kraft gesetzt waren, dass hier dokumentiert wurde in rauen Mengen. Es gibt auch Kritik daran, dass das gemacht wird, beispielsweise um Flüchtlingen nicht zuzumuten, dass sie später wiedererkannt werden, dass sie sich zuvor in Ungarn aufgehalten haben – das könnte ja nach geltenden Dublin-Regeln dazu führen, dass sie wieder zurückgeführt werden.”