Journalist • Producer

PODCAST

Langfassungen meiner Interviews im Abonnement.

  • Julia Jäkel kritisiert Facebook

    Auf dem European Newspaper Congress 2017 #ENC17 in Wien hat Julia Jäkel, CEO des Verlages Gruner + Jahr, Facebook kritisiert: Das soziale Netzwerk brauche einen “Verantwortungsbooster” und Ansprechpartner jenseits von Sales-Personal, etwa für Medienhäuser, die sinnvolle Kooperationen ausloten wollten. Wörtliches Transkript:

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  • Nachhilfe schadet nicht

    KOMMENTAR ÜBER „FAKTENCHECKER“ GEGEN FAKE NEWS

    für taz

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  • Fakten, Fakten, Fakten

    Politik und Medien sind vor der Bundestagswahl im Anti-Fake-News-Rausch

    für taz

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  • Heiko Maas reagiert auf NetzDG-Kritik

    Mitschnitt der Rede von Bundesjustizminister Heiko Maas am 18. Mai 2017 auf der Veranstaltung “Hate Speech und Co.: Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken verbessern” seiner SPD-Bundestagsfraktion – wörtliches Transkript.

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  • Facebook-Lobbyistin kritisiert #NetzDG

    Mitschnitt der Rede und Diskussions-Wortmeldungen von Facebook-Lobbyistin Eva-Maria Kirschsieper am 18. Mai 2017 auf der Veranstaltung “Hate Speech und Co.: Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken verbessern” der SPD-Bundestagsfraktion – wörtliches Transkript.

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  • Angriff auf die Tageszeitung

    Der Spiegel“ hat einen neuen Ableger. Die tägliche Digitalausgabe “Spiegel Daily”

    für taz

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  • Journalisten in Sorge

    Bundesjustizminister Heiko Mass (SPD) hat ein Gesetz gegen Hatespeech auf den Weg gebracht, das die sozialen Netzwerke stärker in die Verantwortung nimmt. Kritikern geht es zu weit

    für NDR Fernsehen

    >> Beitrag im NDR-Youtube-Kanal (Quelle: NDR-“ZAPP”)

  • MEDIENNOTIZEN #6: IRT, #RP17, AUSSPRACHE

    Ist das ein Thema für ein Medienmagazin – oder ein (mutmaßlicher) Fall von Wirtschaftskriminalität, der genau so auch außerhalb unserer Branche spielen könnte? Das haben sich sicher alle Medienredaktionen dieser Tage gefragt als die Affäre um die Patenterlöse des Instituts für Rundfunktechnik bekannt wurde, das die öffentlich-rechtlichen Sender aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinschaftlich tragen.

    Ein Anwalt und Ex-Mitarbeiter (!) des IRT, der die Patente des Instituts am Markt platzieren sollte, soll dabei über Jahre einen dreistelligen Millionenbetrag abgezweigt haben, so zumindest der Vorwurf. Klaus Ott hat am Mittwoch einige frische Details in der “Süddeutschen Zeitung” zusammengetragen (€). Den Fall selbst haben allerdings nicht Investigativreporter ans Tageslicht gebracht, sondern die öffentlich-rechtlichen Sender selbst – ausnahmsweise, will man fast sagen.

    Bei ZAPP haben wir uns entschieden, dass diese Affäre ein Thema für uns ist, denn: Es geht am Ende auch um Millionen aus Rundfunkbeiträgen, die vielleicht gar nicht hätten in das IRT fließen müssen, wenn die Patente zuverlässiger vermarktet worden wären.

    Eine der vielen Fragen, die einem neben einem gepflegten #WTF zum Fall durch den Kopf gehen: Hätte sich das IRT vielleicht sogar ganz mit den Lizenzgebühren tragen können und sich die Sender so ihre Zuschüsse in den vergangenen Jahren gänzlich sparen können? Unseren Film mit dem Stand der Dinge von Mittwochabend finden Sie jedenfalls hier:

    In den Beitrag eingeflossen ist auch ein kurzes, aber vielsagendes Interview mit dem Justiziar Albrecht Hesse vom Bayerischen Rundfunk, den meine Kollegin Tina Soliman nach einer kurzfristig anberaumten Gesellschafterversammlung getroffen hat. Der BR ist die “Sitzanstalt” des IRT, hatte die Anzeige erstattet und übernimmt auch die Krisenkommunikation für das Technik-Institut.

    Hesse räumt – aus Perspektive der Gesellschafter – erstaunlich offen Versäumnisse ein: Das IRT habe “diesem Anwalt vertraut und der hat eben diese Vertrauensstellung sträflich ausgenutzt” – statt selbst darauf zu achten, wie sich der Wert der eigenen Patente entwickelt und ob da nicht mehr Lizenzgebühren hätten zurückfließen müssen. “Da hat man sich eben zu wenig drum gekümmert.”

    Der Justiziar erklärte meiner Kollegin auch, wie die Affäre überhaupt aufgekommen ist: “Bei einem Prozess in den USA kamen da verschiedene Sachen ans Licht.” Es waren also offensichtlich keine Kontrollen des IRT und auch nicht der Gesellschafter, also der Sender, sondern: ein Zufall.

    Während der Verdächtige in U-Haft sitzt und Millionen per Arrestbeschluss gesichert sind, drängt sich eine strukturelle Frage auf: Wie schaffen es ARD, ZDF und Co., in ihrem Institut neben technischer auch ökonomische Energie zu wecken? Lösungsvorschläge: dringend gesucht!

    * * *

    Dann war die vergangenen Tage dieses Klassentreffen der sogenannten Netzgemeinde. Mit Fiete Stegers, der die Berichterstattung des NDR aus und über die Netzwelt koordiniert, bin ich über die #rp17 gestreift – meine neue Kamera, eine GH5, im Anschlag.

    Das Ergebnis ist eine sehr eindeutige, wenn auch nicht wirklich überraschende Umfrage dazu, wie die versammelten Fans der Digitalisierung die Pläne der Bundesregierung finden, Plattformen wie Facebook und Youtube zum raschen Löschen von strafbaren Inhalten zu zwingen. Das kryptische Stichwort hier: Netzwerkdurchsetzungsgesetz oder kurz NetzDG.

    Die Reaktionen sind einhellig: Netzaktivisten, aber auch Vertreter der großen IT-Verbände (= IT-Unternehmen) und Journalistenorganisationen lehnen die Pläne nach wie vor ab. CCC-Sprecherin Constanze Kurz warnt etwa davor, dass “der Staat einen Anreiz für automatisierte Filterprozeduren” schaffe – es drohe Willkür. Deshalb seien Aktivisten, NGOs und Konzerne auch auf einer Seite – und dagegen. Kurz: “Da bin ich doch gespannt, ob der Bundesjustizminister die Eier hätte, sich gegen diese breite Front zu stellen.”

    Die flotte Umfrage und auch ein Statement eines Google-Sprechers, das wir bewusst von den übrigen Stimmen getrennt haben, können Sie sich hier reinziehen:

    * * *

    380.000 Einträge – mit Lautschrift und Hörprobe: Für Journalisten des gesprochenen Worts ist die ARD-Aussprachedatenbank ein tägliches Hilfsmittel. An diesem Freitag wird sie 20 Jahre alt. dpa-Korrespondent Thomas Maier erzählt die Geschichte und zitiert Redaktionsleiter Roland Heinemann: “Jeder darf erwarten, dass sein Name richtig ausgesprochen wird.”

    Ich habe mich ja schon lange gefragt, wie auch die vielen Radio-Moderatoren, die ich gar nicht kenne, meine Beiträge so zuverlässig anmoderieren können (ein Lehrer nannte mich über Jahre konsequent “Herr Baus”, weil er sich vor der korrekten Aussprache drückte). Hätte er doch nur Zugriff auf die ARD-Aussprachedatenbank gehabt:

    Screenshot ARD-Aussprachedatenbank

    Na dann.

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  • IRT: Millionenbetrug im öffentlich-rechtlichen System?

    für NDR Fernsehen

    >> Beitrag im ZAPP-Youtube-Kanal (Quelle: NDR-“ZAPP”)

  • MEDIENNOTIZEN #5: Correctiv und der “Sexskandal”, Sigmund Gottlieb wacht auf

    Nun tummelt sich Correctiv auf der Suche nach “Impact” also auch auf dem Boulevard. Jedenfalls: Völlig gleich, ob es hier um eine Politikerin der AfD geht oder nicht – der “EXKLUSIV” herbeigeschriebene “Sexskandal” ist das Verschriftlichen eines intimen Vorgangs, vor allem in diesen Details.

    In den Kommentaren unter der Geschichte, auf den sozialen Kanälen von Correctiv und auch in meiner Filterblase ist das Entsetzen dann auch groß:

    Und auch mit der ersten Rechtfertigung – abgesetzt in der Nacht – tut sich “Correctiv-Ruhr” eher keinen Gefallen:

    Correctiv-Chefredakteur Markus Grill hat sich hinter seinen Herausgeber gestellt (siehe Zitat in den Updates). Ich meine dennoch: Diese Geschichte – und nicht zuletzt die detailreiche Umsetzung – lässt an der Mission “Correctiv” zweifeln.

    Update 3.5.2017 10:20 Uhr: Ergänzend zur Rechtfertigung von “Correctiv Ruhr” auf Facebook hat Correctiv-Herausgeber David Schraven gegenüber Turi2 u.a. erklärt: “Der Skandal ist nicht, dass Iris Dworeck-Danielowski ihren Körper für Geld angeboten hat. Das sollte in unserer aufgeklärten Gesellschaft kein Problem sein. Der Skandal ist, dass sie dies in ihrer Partei vor der Wahl der Landtagskandidaten verschwiegen hat.”

    Update 3.5.2017 10:46 Uhr: Der “Tagesspiegel” hatte die Correctiv-Geschichte noch am Abend übernommen. Inzwischen findet sich auf der Seite nur noch dieser Hinweis: “Der Text, der ursprünglich unter diesem Link erschien, war aufgrund eines redaktionellen Fehlers veröffentlicht worden. Deshalb ist er gelöscht. Wir bitten, dies zu entschuldigen.”

    Update 3.5.2017 12:05 Uhr: David Schraven erklärt nun ausführlich in einem Blogeintrag “Warum ich über AfD-Spitzenfrau Iris Dworeck-Danielowski geschrieben habe”. Außerdem stellt sich Chefredakteur Markus Grill hinter ihn. Er schreibt mir:

    “Unserer Ansicht nach muss es ein Kandidat oder eine Kandidatin, die sich für ein öffentliches Amt bewerben, ertragen, dass man ihre biografischen Angaben überprüft. Wenn Kandidaten oder Politiker ihre Biografie frisieren, um bessere Wahlchancen zu haben, ist es unserer Ansicht nach legitim, darüber zu berichten. Das ist auch der Grund, weshalb wir über das Vorleben der AfD-Kandidatin in NRW berichtet haben.”

    * * *

    Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit auf ein Format lenken, für das Sie Ausdauer mitbringen sollten, das sich aber zunehmend lohnt: Den “Aufwachen“-Podcast von Tilo Jung und Stefan Schulz. Ja, die beide können nerven, aber sie stellen immer häufiger auch die relevanten Fragen – und das ist das Entscheidende.

    Mit ihrem Podcast sind sie nun bereits zum 200. Mal auf Sendung gegangen. Überraschungsgast: Sigmund Gottlieb, der ebenso umstrittene wie unbeirrbare und jüngst dann doch mal ausgeschiedene Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks (eine kleine Rückschau drüben bei Übermedien). Und Gottlieb hatte in den fast zweieinhalb Stunden viel zu erzählen.

    Gottlieb feiert sich: Als er noch Redakteur beim “Münchner Merkur” war, klingelte er den Leiter des örtlichen ZDF-Landesstudios nach eigener Erinnerung um 23.30 Uhr vom Sofa, um sich nach der freien Stelle zu erkundigen, von der er nur Sekunden davor gehört hatte. Während seines Nachtdienstes in der Zeitungsredaktion war Gottlieb mit zwei Gläsern Wein betankt. Diese Anekdote ist für Gottlieb ein “Schlüsselmoment”, ohne den es den BR-Chefredakteur Gottlieb nie gegeben hätte.

    Gottlieb klärt auch auf: Das Telefon, das später im “heute-journal” auf seinem Moderationstisch stand, sei “im Grunde eine Attrappe gewesen – es hat zwar funktioniert, aber die entscheidenden Kommandos bekam ich über den Ohrstecker”. Nichts anderes sei heute “der Laptop auf dem Tisch des ein oder anderen Moderators”, womit er freilich seinen Nach-Nach-Nach-…-Nachfolger Claus Kleber meinte: “Ausdruck moderner Kommunikation, aber der Kommunikationsfluss läuft über andere Kanäle.”

    Und Gottlieb tadelt und fordert, nämlich bei gut 47 Minuten auf die Frage von “Aufwachen”-Moderator Schulz, warum hierzulande eine Sendung nach dem Vorbild der polemischen und teils auch im Fernsehen übertragenen US-Talkradios fehle, die politische Information seien mit klarer Verortung:

    “So ein Format wäre sicher gut, weil es Provokation schafft und weil es zum Nachdenken anregt. Übrigens, vor Jahren gab es das in einem ganz anderen Format – nicht so personalisiert, vor allem in den Beiträgen realisiert: Das sind die politischen Magazine der ARD gewesen, also ‘Report’, ‘Monitor’, ‘Kontraste’, ‘Report Baden-Baden’ und so weiter. Da wurde wirklich starker Meinungsjournalismus gemacht. Das ist heute leider nicht mehr der Fall.

    Auch hier werden wir getrieben vom Blick auf die Quoten, machen also nur Verbraucherthemen. Wie gefährlich sind die Keime in den deutschen Krankenhäusern, (das) ist ein wichtiges Thema, aber (das) ist jetzt für eine politische Diskussion, wie es früher der Fall war, nicht so relevant. Die politischen Meinungsmagazine haben sich sehr stark zu Verbrauchermagazinen gewandelt. Das ist wichtig, aber ich finde, es bildet nicht alles ab, was man braucht.

    (…) Möglicherweise ist das wirklich eine Idee, deren Zeit jetzt gekommen ist. Nachdem wir uns jetzt über viele Jahre in dieser puristischen Trennung in Nachricht und Meinung – die es nach wie vor geben soll – bewegt haben, würde ein solches Format sicher auch guttun.

    Der vielleicht wichtigste Satz fällt allerdings schon ganz am Anfang seines Auftritts. Gottlieb – vorgestellt als “Legende” – konterte:

    “Legende ist etwas, was aufgehört hat. Es hört aber nicht auf. Es geht weiter!”

    Vielleicht bekommt Gottlieb ja doch eine meinungslastige Show. Oder er wird einer dieser öffentlich-rechtlichen Nachtreter. Genug zu erzählen hätte er in jedem Fall. “Es geht weiter!” – das ist auch eine Kampfansage.

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