Der Spion in der Hosentasche

Serie: Daten im Griff, Privatsphäre -Einstellungen bei Google, Facebook & Co – Apples Betriebssystem iOS

für Deutschlandfunk

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem Du auf "Übernehmen" im Banner klicken.
Manuskript des Beitrags
Besitzern neuer iPhones und iPads ringt Apple von vornherein vier wesentliche Entscheidungen ab: Wollen sie eine Benutzerkennung, eine Apple-ID, einrichten? Soll ihr Gerät mit dem Datenspeicher im Internet, der iCloud, abgeglichen werden? Wollen sie Ortungsdienste nutzen, also GPS-Daten empfangen? Und wollen sie Apple helfen, das Betriebssystem zu verbessern, dafür Nutzungsdaten senden?

Wer wirklich keine Daten senden möchte – er sollte bei diesen Abfragen auf „Überspringen“ tippen. Datensparsamkeit schränkt aber auch den Komfort ein: Keine iCloud heißt etwa auch: keine automatische Sicherung des Systems im Hintergrund.

Beim Datenschutz hat sich der IT-Konzern deutlich bewegt, beobachtet auch Michael Reimann von „Apfeltalk“, einer Gemeinde von deutschen Apple-Fans:

„Auf dem ersten Gerätepark von Apple dieser Art gab es im Grunde gar nichts dergleichen. Man war dem erst mal hilflos ausgeliefert. Das hat sich total geändert. Es gibt in den Einstellungen jetzt einen ganz klar definierten Menüpunkt, der heißt ‚Datenschutz’. Und dort kann man sehen, welche meiner Apps kann denn was machen mit meinem Telefon.“

Hier können Nutzer detailliert festlegen, welche Programme was dürfen. Wer etwa den Fahrplan der Bahn installiert hat, aber nicht will, dass die App im Adressbuch stöbert – hier kann er das auch dann unterbinden, wenn er der App den Zugriff erst einmal gestattet hat. Weil sich mit der Zeit viele Programme ansammeln, lohnt es, immer wieder im Bereich „Datenschutz“ nachsehen, ob Apps zu viel dürfen.

Apple-Fan Reimann findet diese Möglichkeit gut. Allerdings könnte Apple noch mehr für den Datenschutz tun und schon in den Beschreibungen der Apps mehr erklären:

„Wenn ich mir irgendeine App aus dem Apple-App-Store herunterlade, dann kann ich das machen und erst wenn ich sie starte, kommen möglicherweise diese Abfragen – darf ich Kamera benutzen, darf ich Mikrofon benutzen, darf ich die Ortungsdienste benutzen. Während zum Beispiel im Android-Store, da sagen einem die Apps vorher schon, welche Berechtigungen sie anfordern werden. Und dann kann man immer noch entscheiden, möchte ich die App überhaupt installieren oder nicht.“

So präsent die Einstellungen für den Datenschutz bei Apple inzwischen auch sein mögen: Auch Verbraucherschützer sind noch nicht ganz zufrieden. Florian Glatzner vom Verbraucherzentralen Bundesverband warnt etwa vor der WLAN-Funktion.

„Da ist es beispielsweise so, dass wenn ich mich ein Mal in ein bekanntes WLAN eingeloggt habe, das Handy sich auch künftig wieder in dieses WLAN mit dieser Kenn-Nummer, mit dieser SSID, einloggt. Und das bietet halt Angreifern die Möglichkeit, dass sie beispielsweise öffentliches WLAN mit dem Namen ‚Telekom’-Hotspot einrichten und alle Handys, die dann schon vorher mal in diesem ‚Telekom’-Hotspot drin waren, loggen sich dann auch da wieder in dieses WLAN ein. Und da können dann beispielsweise Daten abgefischt werden.“

Nutzer sollten den Empfang des drahtlosen Internets deshalb nur dann einschalten, wenn sie sich gerade auch wirklich in ein WLAN einbuchen wollen. Wer aber sein Handy oder Tablet-Computer nur spazieren trägt, sollte den WLAN-Empfang konsequent ausschalten. Das ist sicher nicht bequem, schützt aber vor Missbrauch.

>> Download MP3 (Quelle: DLF-“Umwelt und Verbraucher”)