Sparen am Programm?

Streit über den KEF-Bericht

für NDR Fernsehen

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Manuskript des Beitrags
Die rheinland-pfälzische Landesvertretung in Berlin – aber die Rheinland-Pfälzerin: nur zugeschaltet. Die Verbindung zur Rundfunkkoordinatorin der Länder steht. Übergabe des aktuellen KEF-Berichtes – virtuell.
„Ich danke auch ganz herzlich für die Bereitschaft, dass Sie sich auf diese Möglichkeit des Dialogs eingelassen haben.“
Dann: Pressekonferenz – zur Frage: Wie gehen ARD und ZDF mit den Rundfunkbeiträgen um?
Vernier. Focus-Magazin. Täuscht der Eindruck, dass sie das Thema nur bockig angehen, überhaupt, um Kosten zu sparen? (Seufzen.)
„Ein Pauschalurteil, die sparen zu wenig, das werden sie von mir nicht hören.“
Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten: Vertreter der Landesrechnungshöfe und Medienexperten.
Prüfen, ob ZDF und ARD genug Geld bekommen für ihre Programme – oder im Sinne der Beitragszahler sparen könnten.
Alle zwei Jahre: ein ordentlicher Bericht. Gute 400 Seiten – Lob und Kritik. Diesmal:
Etwa zum „Tatort“.
Die KEF vergleicht die Kosten. Im Prüfjahr 2016: Die Zwei-Millionen-Euro-Marke: gleich drei Mal geknackt.
Grund: nicht zuletzt „ungewöhnliche actionlastige Tatorte mit namhaften Darstellern“. Also: der Till-Schweiger-Effekt.
„Gibt es nicht die Möglichkeit, auch mit weniger auszukommen? Manche Anstalten zeigen, dass das auch mit weniger geht. Diese Anstöße wollen wir gerne geben.“
Die ARD will aber nicht, dass die KEF ins Programm guckt – und die Zahlen dabei zum Maßstab aller Inhalte macht.
„Tatsächlich gibt es ja Drehbücher, die mit mehr Personen arbeiten, die vielleicht auch mit sehr vielen Außenaufnahmen arbeiten, und umgekehrt Drehbücher mit weniger mitwirkenden Schauspielern, mehr ein Kammerspiel. Dass das zu unterschiedlichen Kosten führt, ein unterschiedlicher Aufwand, ist klar. Aber daran entscheidet sich doch nicht, welches Drehbuch verfilmt wird. Das sind künstlerische Fragen.“
Auch Radiosender hat sich die KEF für diesen Bericht vorgenköpft – speziell: die Popwellen. Wie viel geben die Sender pro Minute aus?
Die Spanne: enorm. Eine Minute Bremen Vier kostet acht Euro. Eine Minute WDR2: 42.
Aber sind die Wellen tatsächlich vergleichbar? WDR2 leistet sich etwa einen prominenten TV-Interviewer – und: berichtet aus unterschiedlichen Regionen.
„Auch hier ist ein Minuten-Kostenvergleich nicht die letzte Weisheit: Manche Pop-Wellen haben mehr anspruchsvolle Formate, haben zum Beispiel eigene Talk-Sendungen, andere haben das nicht. Hier dürfen wir uns unterscheiden. Das ist gelebter Föderalismus und das ist auch gelebte Programmverantwortung.“
Hinter den Kulissen: schon länger Streit. Die KEF kritisiert die neuen Sparpläne der Sender, sieht darin nur „eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen“, „alltägliche Optimierungsprozesse“. Und vermisst: Sparen am Programm.
Die ARD beschwert sich darüber bei den Ländern: „Es erfüllt uns mit großer Sorge, dass die KEF im Prinzip unsere Programmentscheidungen in Frage stellt.“
„Die Frage, welche Programme wir machen und wie zum Beispiel ein “Tatort” auszusehen hat oder wie eine Pop-Welle auszusehen hat, ist nicht Aufgabe der KEF, sondern das ist die Aufgabe der Anstalten. Das ist ihre Programmautonomie.“
„Unsere Aufgabe ist es auch, Programmentscheidungen auf ihre Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen. Auf Sparsamkeit. Uns geht es nicht um das Programm selber, sondern uns geht es um die Herstellung des Programms. Da kann man durchaus den Maßstab der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zugrunde legen. Und das tun wir.“

„Anne Will“ oder „Maischberger“ – welche Talkshow ist teurer? Das hat die KEF schon vor Jahren geprüft. Der kritische Blick auf Programmkosten also: nicht neu.
Haben Sie eine Erklärung dafür, warum diese Attacken, diese Verbalattacken, jetzt so heftig kommen?
„Wir haben die politische Diskussion um das Thema Beitragsstabilität. Es gibt einige Länder, die sagen ‚Der nächste Beitrag darf nicht höher als der jetzige sein, nämlich bei 17,50 sein. Und da entsteht natürlich ein Druck in den Anstalten, nämlich auch Vorsorge zu betreiben.“

Letztlich geht es um die Frage:
Kann eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags noch verhindert werden – wenn die Politik nicht offensiv Programme und damit Inhalte kürzt.
„Ich sehe im Augenblick auf Grund der Gesamtsituation – jetzt meine ich, beziehen Sie mich nicht auf den Herrn Wilhelm, sondern die Gesamtsituation sehe ich nicht, wie es ohne eine Beitragserhöhung auskommen kann.“

>> Beitrag im ZAPP-Youtube-Kanal (Quelle: NDR-“Zapp”)

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