tagesschau.de will weiter auf Texte setzen – Leopold: Kern bleibt aber Fernseh-„Tagesschau“

Im radioeins-„Medienmagazin“ haben Jörg Wagner und ich mit Juliane Leopold gesprochen, der Digital-Chefredakteurin der „Tagesschau“. Sie arbeitet an einem neuen Auftritt und kontert neuerliche Kritik der Verlage.

für radioeins

(Quelle: radioeins-„Medienmgazin“ 2.1.2021)

— Wörtliches Transkript —

Jörg Wagner [00:00:00] Kurz vor Weihnachten hat die zentrale Informationsseite der ARD – tagesschau.de – eine Beta-Version veröffentlicht. Auf beta.tagesschau.de kann man sich das ansehen, woran die Redaktion und ihre Programmierer tüfteln. Mir fällt auf den ersten Blick auf vor allem: Das Blau, also das dieser Weltkarte der „Tagesschau“, das bisher die Seite dominiert hat, ist völlig weg, Daniel.

Daniel Bouhs [00:00:23] Ja, auch die Weltkarte ist verschwunden, die noch im Hintergrund als Schmuck zu sehen ist. Aber da steckt vermutlich auch noch mehr dahinter als kleinere optische Korrekturen, würde ich jetzt mal annehmen. Und das wollen wir erfahren von der Frau, die es wissen muss: Juliane Leopold.

Jörg Wagner [00:00:37] Hallo, in Hamburg!

Juliane Leopold [00:00:39] Ja, hallo!

Jörg Wagner [00:00:40] Grüße! Erst mal noch ganz schnell die Frage klären: Wie ist das Verhältnis zu Jan Hofer gewesen als Digital-Chefin?

Juliane Leopold [00:00:47] Ach, sehr gut! Jan Hofer ist ja sehr, sehr mit der Zeit gegangen und hat unter anderem ja unser Tiktok-Angebot auch bereichert. Und da kann man sich gut austauschen drüber, über das Digitale.

Jörg Wagner [00:01:00] Wir müssen noch sagen: Juliane Leopold ist tatsächlich Teil der Chefredaktion von ARD-aktuell, zuständig fürs Digitale, wie schon gesagt. Und wir haben sie natürlich zu dieser Beta-Version hier ins Medienmagazin geladen, weil es tatsächlich ja doch auch Aufregung gab darum. Aber zuerst einmal: Ihr greift tatsächlich nur farblich etwas anders auf, eure Beta-Fassung, oder plant ihr Größeres?

Juliane Leopold [00:01:23] Ja, also zunächst mal ist mir wichtig zu betonen, dass die Beta-Version wirklich ein – sie spiegelt die aktuelle Seite. Also, wir wenden im Grunde genommen die neuen oder ein paar der neuen Gestaltungsprinzipien auf die Seite an, wie sie jetzt ist. Auf alle Inhalte, wie wir sie jetzt auch auf der ganz normalen regulären tagesschau.de präsentieren. Das ist, glaube ich, erst mal wichtig zu verstehen, dass wir jetzt nicht die Welt völlig neu erfunden haben. Dann kann ich euch beruhigen: Es ist nicht so, dass das Blau ganz verschwindet, sondern das ist tatsächlich ein Gestaltungsprinzip der neuen Seite, das wir jetzt noch nicht zeigen in der Beta-Version aus verschiedenen Gründen. Aber das werden wir, wenn wir live gehen. Es stimmt: Wir werden nicht mehr ganz, ganz so blau sein wie in der alten Welt. Das hat was auch mit der Begrenzung zu tun, die dieser blaue Rahmen gerade in der mobilen Nutzung mit sich brachte…

Daniel Bouhs [00:02:21] …aber gibt es denn neben farblichen Veränderungen auch – ich sage mal – Neuerungen im Sinne von: Gibt es eine andere Priorisierung, die damit einhergeht, zum Beispiel? Oder wollt ihr auch neue Formate ausprobieren? Oder anderes auch stärker hervorheben?

Juliane Leopold [00:02:34] Puh, das sind ja vier Fragen auf einmal! Also, was woran wir schon seit ungefähr einem Jahr arbeiten, ist, dass wir wirklich uns Gedanken drüber machen, was macht mobile Nachrichtennutzung mit Menschen und wie können wir darauf noch besser eingehen mit der Art, wie wir unsere Nachrichten einfach präsentieren. Und die Beta-Version hat damit viel zu tun. Da sieht man viele dieser Gedanken, die da eingeflossen sind. Wir haben auch viel mit User-Tests gearbeitet und haben uns da immer wieder Feedback geholt.

Was wir erfahren haben in diesen Tests, ist, dass Menschen sehr auf Einordnung und Hintergründe setzen, mehr denn je. Ich glaube, Corona ist auch ein wunderbares Beispiel dafür, wo wir eine Situation haben: Man kann theoretisch den ganzen Tag Programm machen nur mit Zahlen und sich mit Zahlen bewerfen. Aber was bedeuten diese Zahlen, ist ja eigentlich die entscheidende Frage. Welche Zahlen sind gerade wichtig? Worauf sollten wir schauen? Reicht es jetzt z.B., nur auf Intensivbetten zu gucken, oder muss man auch schauen, wie viele Pflegekräfte zur Verfügung stehen, wenn man über Belastungsgrenzen des Gesundheitssystems spricht und so weiter und so fort. Das ist jetzt nur mal so reingezoomt. Und das ist etwas, worauf wir uns konzentrieren wollen, auch in der nächsten Zeit: noch mehr Einordnung, noch mehr Hintergründe zu liefern, vor allem im Bereich Inland, Ausland, Wirtschaft. Das ist so ein bisschen das Grundschema in der „Tagesschau“. So sieht die „Tagesschau“ die Welt.

Faktenchecks, haben wir erfahren, werden immer wichtiger für die Menschen. Wir haben wirklich eine Welt der Desinformation und mächtiger Interessen, die für Desinformation stehen und denen wir einfach was entgegensetzen wollen. Da haben wir unseren „Faktenfinder“, den wir noch besser zeigen wollen, wo wir an neuen Formaten tüfteln. Und ich denke, wir werden auch nochmal schauen – also wir haben schon, muss man echt sagen, ein Problem mit dem Erreichen von jüngeren Frauen. Ich glaube, das ist jetzt nichts „Tagesschau“-spezifisches. Das ist so ein Nachrichten-Thema grundsätzlich. Da gibt es ein paar Studien auch dazu…

Jörg Wagner [00:04:36] …also das hängt nicht vielleicht am fehlenden Gendern? Oder gendert ihr da konsequent?

Juliane Leopold [00:04:41] Wir gendern im Bereich Social Media, auf unseren Social-Media-Plattformen…

Jörg Wagner [00:04:44] …aber bei tagesschau.de nicht?

Juliane Leopold [00:04:46] Ne, weil wir einfach in einer älteren Zielgruppe unterwegs sind.

Jörg Wagner [00:04:49] Aber vielleicht wegen der jüngeren Frauen, weil deswegen kam ich gerade drauf, die bei euch fehlen.

Juliane Leopold [00:04:54] Ja, das ist eine interessante Frage, die man mal sich beantworten könnte, vielleicht auch auf der Beta-Version tatsächlich. Unsere Tests deuten eher darauf hin, dass es die Angänge sind, also Stichwort „Constructive Journalism“. Die „Tagesschau“, die blauen Sendungen sind ja einfach sehr, sehr nüchtern – wofür sie auch unglaublich wertgeschätzt werden und ich glaube, auch das ist wichtiger als je zuvor, also einfach Nachrichten ohne Schnickschnack, einfach die pure Information.

Jörg Wagner [00:05:23] Wo steht denn…

Juliane Leopold [00:05:26] …noch der eine Satz hinterher: Und darüber hinaus, glaube ich, wird dieser Blick auf den Silberstreif am Horizont auch immer wichtiger. Als ich glaube, dieses 2020 hängt uns allen in Knochen. Es waren ein Jahr einfach der unglaublichen Härten für viele Menschen. Und in so einer Zeit einfach auch mal konstruktiven Journalismus zuzulassen und sich zu fragen, was bedeutet das in der Marke „Tagesschau“, das ist ja die spannende Frage. Also wir wollen ja nicht unsere Marke verwässern. Das werden wir uns stellen, diese Frage in den nächsten Wochen und Monaten.

Jörg Wagner [00:05:55] Meist ist ja auch der Druck dahinter, dass man sich im Wettbewerb fühlt. Also, ist ja auch so! Wo steht denn tagesschau.de aktuell mit den Angeboten – also im Vergleich zu z.B. spiegel.de oder auch bild.de? Wie gut schlagt ihr euch da?

Juliane Leopold [00:06:08] Also, ich glaube, das kommt immer drauf an, wen man fragt. Wir fragen die NDR-Medienforschung. Das ist unsere Datenquelle. Wir laufen ja nicht mit den Reichweitenrankings der werbefinanzierten Nachrichtenportale, weil wir ja natürlich beitragsfinanziert sind. Wir sind stark. Wir sind unter den Top 5 – unseren Daten zur Folge – der deutschen Nachrichtenanbieter im Web, also wenn wir wirklich über die Web-Version sprechen, aber natürlich noch deutlich hinter den Top 3 – sag ich jetzt mal so deutlich – hinter „Bild“ und dem „Spiegel“.

Daniel Bouhs [00:06:47] Die Frage kommt natürlich auch nicht von ungefähr. Die private Konkurrenz wird ja auch schon unruhig. Stammhörerinnen und -hörer das Medienmagazins wissen: da gab es schon mal einen großen Streit. Das ist aber schon ein paar Jahre her. Bevor wir in die Zukunft schauen…

Jörg Wagner [00:07:01] …um ganz genau zu sagen: Am 21.12.2010 ist die „Tagesschau“-App gelauncht worden und da gab es schon den Streit. Also 10 Jahre, 11 Jahre alt!

Daniel Bouhs [00:07:09] Also, lasst uns vielleicht einmal kurz zurückgreifen. Ich hole ein bisschen aus und greife auch relativ tief in unseren O-Ton Koffer. 2016 ärgerte sich Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner als Präsident des Verlegerverbandes BDZV:

Mathias Döpfner (Archiv) [00:07:21] Schauen Sie sich die Apps der „Tagesschau“ oder auch einiger regionaler Sender an: Wenige Videos, stattdessen Texte, Fotos, Texte, Texte. Das ist und bleibt öffentlich-rechtliche Gratispresse!

Daniel Bouhs [00:07:32] Ja, und da geht es beim Lobbying letztlich um das Motto: Wer lesen will, der soll doch bitte auf die Seiten der Verlage gehen und die Angebote dort bestenfalls bezahlen, damit auch die Verlage sich Journalismus leisten können. Im Kampf dafür fielen bisweilen auch derbe Worte, die man so heute auch gar nicht mehr wiederholen möchte. Aber der O-Ton Koffer hält sie bereit. Besonders eindrucksvoll Anfang 2017:

Mathias Döpfner (Archiv) [00:07:52] Es braucht die Vielfalt der privaten Angebote. Nur Staatsfernsehen und Staatspresse im Netz, das wäre doch eher etwas nach dem Geschmack von Nordkorea.

Daniel Bouhs [00:08:00] Ja, und dieser konsequente Aufschrei, der hat ja letztlich gewirkt. 2018 haben sich Verleger und Intendanten unter Aufsicht der Medienpolitik auf ein Update der sogenannten Telemedien-Spielregeln geeinigt für die Öffentlich-Rechtlichen: Bei ARD, ZDF und Deutschlandradio im Netz sollen Audio und Video dominieren, Texte den Sendern aber auch nicht grundsätzlich verboten sein. Und mit dem Kompromiss wollte man letztlich auch das duale Mediensystem – Öffentlich-rechtliche hier und Private dort – stützen. Und jetzt, keine drei Jahre später, scheint der Verlegerverband BDZV, an dessen Spitze noch immer Mathias Döpfner steht, den Feind, sagen wir mal, auch wieder ein bisschen bei der ARD zu sehen, oder die Bedrohung. Jedenfalls schrieb mir eine Sprecherin des Verbandes zur Beta-Ausgabe der neuen tagesschau.de – und Jörg, zitiere doch bitte:

Statement BDZV [00:08:47] „Auf den ersten Blick gibt es zu jedem filmisch aufgegriffenen Thema immer auch einen gleichberechtigt angezeigten umfangreichen Textbeitrag, daneben aber ebenso zahlreiche reine Textbeiträge bzw. Beiträge, bei denen Audio und/oder Video bloß Beiwerk sind. Das werden unsere Mitglieder prüfen und dann sicher auch das Gespräch mit der ARD suchen.“

Daniel Bouhs [00:09:12] Juliane, habt ihr die Sensibilität der Verleger unterschätzt oder nehmt ihr einen neuen Streit bewusst in Kauf?

Juliane Leopold [00:09:19] Weder noch! Wir haben uns einfach mit unserem Produkt beschäftigt und uns gefragt, wie wir unseren Auftrag gut erfüllen können. Den gibt es nämlich. Dafür zahlen die Leute einen Beitrag jeden Monat, um richtig gut informiert zu werden. Nicht nur richtig gut, sondern bestmöglich, und zwar auf den Wegen, die sie nutzen. Und das ist bei uns immer mehr das Smartphone, das mobile Internet, der Browser. Und mit dieser Brille sind wir an unser Projekt gegangen, gehen wir an all unsere Projekte. Und das halte ich auch für den richtigen Weg.

Wir sind in einer Situation, da ist diese Content-Debatte wirklich mehr aus der Zeit gefallen als je zuvor. Oder diese Content-Art-Debatte. Für mich wirkt das ein bisschen komisch. Also, stellen wir uns mal vor, die sozialen Netzwerke rollen jetzt Sprachnachrichten aus und jetzt würden Medien damit anfangen zu experimentieren. Dürften dann nur die Radiosender Sprachnachrichten absetzen, weil die immer schon eine Sprachexpertise haben oder eine Audioexpertise? Ich glaube nicht, dass wir uns dem nähern würden, sondern wir würden alle als Medienplayer agieren und experimentieren und versuchen, unsere Ziele zu erreichen.

Jörg Wagner [00:10:30] Aber alle sagen doch immer…

Juliane Leopold [00:10:30] …vielleicht ein Beispiel: Corona. Wenn wir jetzt in einer Situation sind, wo Karten wichtiger sind als je zuvor, soll dann die „Tagesschau“ nur Filme über Corona anbieten und nicht z.B. eine Deutschlandkarte, woraus hervorgeht, wo Menschen gerade besonders stark betroffen sind? Das ist ja der Kern unseres Auftrags, indem wir gerade stecken und den wollen wir einfach gut erfüllen. Und das tun wir. Das zeigt sich daran, dass die Menschen uns so viel zusprechen wie nie zuvor. Die „Tagesschau“ hatte noch nie so gute Quoten wie in 2020.

Jörg Wagner [00:11:00] Aber es gibt ja auch die andere Auffassung, dass Video immer wichtiger wird für den Social-Media-Bereich. Und da hätte doch die „Tagesschau“ die Kernkompetenz und könnte auf den Text – sagen wir mal – weitestgehend verzichten…

Juliane Leopold [00:11:14] …genau! Das machen wir auch in Social Media. Aber wir müssen ja ein bisschen sortenrein bleiben. Also, Social Media ist ein Feld, auf dem wir uns tummeln – sehr erfolgreich mit vielen Dingen, die wir da machen, auch mit unseren Videobeiträgen, vor allem mit den Videobeiträgen. Und da treffen wir uns auch gerne auf dem Feld mit den Verlagen und schauen da, wer mehr Menschen da anspricht. Und dann gibt es eben das klassische Web, die Webinhalte.

Ich möchte auch dieser Darstellung widersprechen, das finde ich fast wirklich seltsam und merkwürdig, da von „Beiwerk“ zu sprechen. Wir haben zu 90 Prozent einen Sendebezug in den Texten, wenn wir Texte verwenden auf der Seite, auf der Webseite. Wir haben nicht nur ein Beiwerk, sondern der Kern unserer Marke ist natürlich die Fernseh-„Tagesschau“ und die Beiträge dieses Fernsehwerks sozusagen, das wir da zur Aufführung bringen…

Daniel Bouhs [00:12:09] …aber wenn Du sagst, ihr wollt mehr Hintergründe liefern, auch Faktenchecks – der „Faktenfinder“ ist ja auch, sagen wir mal, sehr textlastig -, das ist euch sozusagen auch künftig strategisch wichtiger, Text wird für euch immer wichtig bleiben. Also würdest Du sagen, im Zweifel würdet ihr auch dafür kämpfen, dass Text weiterhin eine große Rolle spielt, anders als beispielsweise beim ZDF, die ja ganz konsequent den Wünschen der Verleger auch entsprochen sind und Texte weitgehend von ihren Seiten verbannt haben?

Juliane Leopold [00:12:38] Also, mein Eindruck ist ein anderer, gerade bei der heute.de, die ja auch einen Relaunch hinter sich hat. Da finde ich sehr wohl Texte. Und nochmal: Ich finde das wirklich aus der Zeit gefallen. Wer geht denn los in der Redaktion und legt ein „Content-Raster“ über den Informationswunsch oder den Informationsbedarf der Menschen? Und mal auf der anderen Seite gefragt: Wäre es denn zielführend, wenn die Verlage dies täten? Also eine „Bild“, die jetzt experimentiert im Bereich Fernsehen, geht ja auch raus aus ihren – sag ich mal – sehr traditionellen Wegen und bietet einfach Inhalt so an, wie sie glaubt, die Menschen bestmöglich zu erreichen. Und das ist nachvollziehbar. Und nichts anderes möchten wir tun.

Jörg Wagner [00:13:25] Ganz kurz, vielleicht kannst Du das mit einbeziehen: Geht ihr jetzt auf Konfrontation oder werdet ihr auch sowas wie eine Schlichtungsstelle versuchen anzurufen? Die gibt’s ja in dem Fall.

Juliane Leopold [00:13:35] Also, ich kann nicht für die ARD sprechen. Und da werde ich den Teufel tun. Da komme ich auch in Teufels Küche, wenn ich jetzt ankündige, welche Schritte die ARD geht. Wir wir gucken uns an, was jetzt ist. Ich werde jetzt das, was mein Auftrag ist, erfüllen, nämlich eine neue tagesschau.de an den Start zu bringen – und zwar eine, die bestmöglichen auf Nutzerbedürfnisse Rücksicht nimmt. Wir haben eine ganze Menge Hausaufgaben ins Hausaufgabenheft geschrieben bekommen für diese Beta-Version. Und die werden wir umsetzen. Und alles Weitere werden wir sehen.

Ich bin wirklich der Meinung, wir haben es hier zu tun mit einer Debatte, die ist aus der Zeit gefallen. Ja, die ARD ist ein leichter – ich sage jetzt mal – Feind für die Verlage, weil sie erreichbar erscheint, eben erreichbarer als ein Google und ein Facebook. Das sind ja die eigentlichen Probleme der Verlage, dass ganz, ganz viel Werbegeld gerade im Netz an große Player geht, die eben nicht die Säcklein der Verlage füllen, sondern andere. Und an diese Player kommt man aber nicht so leicht ran. Natürlich gibt es da auch die entsprechenden Lobbyingversuche, aber es fällt leichter, aufs öffentlich-rechtliche System sich zu stürzen. Und ich finde das wirklich gefährlich, weil es gibt eine Bestands- und Entwicklungsgarantie. Es gibt einen Auftrag. Gerade die Information ist der Kern des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Und wo kommen wir hin, wenn wir an diesem Auftrag rütteln, weil wir kleinkrämerisch – ich sag jetzt mal – Buchstaben zählen auf einer Website?!

Daniel Bouhs [00:15:04] Man kann sich natürlich nicht immer aussuchen, welche Debatte geführt wird, wenn man dann am Ende doch irgendwie Teil des Ganzen ist. Sie wird sicher weitergehen. Wir werden sie weiter begleiten, im Kontakt bleiben. Jetzt sind wir aber erst einmal gespannt, was aus der Beta sozusagen die finale Version wird. Vielen Dank für deine Zeit, Juliane!

Juliane Leopold [00:15:21] Ich bedanke mich!

Jörg Wagner [00:15:22] Ja, alles Gute! Und im nächsten Schritt werden wir übrigens versuchen, auch mit den Verlegern ausführlicher ins Gespräch zu kommen. Ein Thema für dieses Jahr.

— Reaktionen —

Daniel Bouhs

Ich berichte über Medienunternehmen, Journalismus, Medien-/Netzpolitik – für TV, Radio, Print und Online. Manche nennen mich auch: den Mediennerd. Mit Jörg Wagner präsentiere ich das Medienmagazin auf radioeins.

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