radioeins-“Medienmagazin” vom 22. Februar 2020

In unserer radioeins-Sendung blicken Jörg Wagner und ich auf die Empfehlung der KEF für einen neuen Rundfunkbeitrag, dazu die Reaktionen in Politik und Sendern.

für radioeins

>> Download MP3 (Quelle: radioeins-“Medienmagazin”)

18,36 Euro – der neue Rundfunkbeitrag?

Für die Hörfunksender der ARD und die Deutschlandfunk-Programme habe ich die Hintergründe der geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags berichtet.

für ARD

für Deutschlandfunk

für Deutschlandfunk

Rundfunkbeitrag soll um 86 Cent steigen

Für tagesschau.de habe ich berichtet, wie die Finanzkommission KEF auf 18,36 Euro kommt und warum die Sender meinen, dass das trotzdem eine Kürzung sei.

für tagesschau.de

Beitragszahlerinnen und Beitragszahler sollen vom Januar nächsten Jahres an 86 Cent mehr pro Monat und Haushalt für ARD, ZDF und Deutschlandradio bezahlen – statt wie bisher 17,50 Euro dann 18,36 Euro. Das hat die Finanzkommission KEF vorgeschlagen, die im Auftrag der Länder die Finanzen der Rundfunkanstalten prüft.

Doch auch wenn der Rundfunkbeitrag steigen sollte, rechnen die Sender mit Kürzungen. Der Vorsitzende der ARD, WDR-Intendant Tom Buhrow, kündigte an, in den Angeboten müssten bei dieser Beitragsanpassung “Prioritäten” gesetzt werden.

Prüfung alle zwei Jahre

Die Höhe des Rundfunkbeitrags hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist zum einen der Auftrag: Welche Programme und Plattformen sollen die Sender überhaupt betreiben? Das legen die Länder, die für Medienpolitik zuständig sind, im Rundfunkstaatsvertrag fest.

Die Sender ermitteln alle zwei Jahre, wie viel Geld sie brauchen. Die Finanzkommission KEF prüft, ob diese Prognosen stimmen. Am Ende steht eine Zahl, wobei der Vorsitzende der KEF, Heinz Fischer-Heidlberger, betont, es sage erstmal wenig aus, ob der Beitrag nun bei 17,50 oder bei 18,36 Euro liege. “Das Maß ergibt sich erst, indem man den Beitrag multipliziert mit der Zahl der Wohnungen, der Kraftfahrzeugen, der Betriebe und was sonst noch dazu gehört.”

Mehr Carsharing, mehr Beiträge

Die KEF geht in ihrem mehr als 400 Seiten umfassenden Prüfbericht letztlich davon aus, dass mehr einzelne Beiträge gezahlt werden müssen. Zum einen kalkuliert die KEF damit, dass der Trend zu mehr Single-Haushalten anhält. Außerdem dürften “neue Mobilitätskonzepte” wie Carsharing und Sammeltaxis mehr gewerbliche Autos und Kleinbusse auf den Markt bringen. Für gewerbliche Fahrzeuge fallen – im Gegensatz zu privaten Autos – ebenso Rundfunkbeiträge an wie für Betriebsstätten.

Außerdem habe die Befreiung von Zweitwohnungen vom Rundfunkbeitrag nicht zu so einem großen Ausfall geführt wie einst von den Sendern erwartet worden sei.

Rotstift bei den Personalkosten

Unter anderem mit dieser Prognose hat die KEF die Anmeldungen der Sender gedrückt. ARD, ZDF und Deutschlandradio sahen – verteilt auf die nächsten vier Jahre – insgesamt einen ungedeckten Finanzbedarf von etwa drei Milliarden Euro: Geld, das benötigt würde, um die Plattformen und Programme zu betreiben, die die Länder im Rundfunkstaatsvertrag vorgeben. Die Finanzkommission sieht nach ihren Berechnungen hingegen nur eine Lücke von 1,8 Milliarden Euro. Um sie zu schließen, soll der Beitrag auf 18,36 Euro steigen und nicht darüber hinaus.

Die KEF hat bei den Berechnungen der Sender unter anderem bei den Personalkosten den Rotstift angesetzt: Einige Sender bezahlten zu gut – jedenfalls verglichen mit dem öffentlichen Sektor. Dazu kommen sogenannte Eigenmittel einiger Sender. Geld, das etwa für Bauprojekte vorgesehen ist, eingespart wurde oder auch Rundfunkbeiträge, die einige Sender zusätzlich erhalten haben, weil in ihrem Sendegebiet überraschend mehr Rundfunkbeiträge anfielen als erwartet.

Zwölf Jahre nicht angehoben

Die Sender betonen: Die frühere Rundfunkgebühr und der heutige Rundfunkbeitrag seien zwölf Jahre lang nicht angehoben worden. Derzeit würden zudem Rücklagen verwendet. Die seien aber zum Jahresende weitgehend aufgebraucht. Um das ebenso wie die Inflation auszugleichen, bräuchte es einen höheren Beitrag, sonst wäre mehr dennoch weniger. Außerdem laufe eine “tiefgreifende Strukturreform”.

Der ARD-Vorsitzende Buhrow sagt, bei den bisherigen Sparrunden hätten es die Sender “geschafft, das Programm weitestgehend zu verschonen”, indem hinter den Kulissen, bei Produktion und Verwaltung, effizienter gearbeitet würde. “Wenn es jetzt sozusagen noch weniger sein soll und wir noch mehr wirtschaften sollen, dann sind wir an einem Punkt, an dem wir auch im Programm Prioritäten setzen müssen.”

Etat für die Sportrechte wird eingefroren

Welche Angebote die ARD zurückfahren oder gar streichen wird, wollen nun die Intendantinnen und Intendanten beraten. Um die kleineren Sender Radio Bremen und den Saarländischen Rundfunk zu stützen, hatten sich die Chefs der neuen ARD-Anstalten bereits Anfang Februar darauf verständigt, mehr Geld in den ARD-internen Finanzausgleich zu stecken. Dafür werde der Etat für die Sportrechte eingefroren.

In ihrem Bericht an die Rundfunkkommission der Länder erkennt die Prüfkommission KEF viele bereits laufende Sparprogramme der Sender ausdrücklich an. KEF-Vorsitzender Fischer-Heidelberger sagt aber auch, dass den Prüferinnen und Prüfern beim Blick auf diese Maßnahme weitere Ideen gekommen seien. “Wenn man einmal angefangen hat, kommt man sehr schnell darauf, dass da noch weitere Potenziale sind”, sagte Fischer-Heidlberger.

“Wir sind mit dem ersten Aufschlag bezogen auf die Einsparungen erstmal zufrieden gewesen”, sagte die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Das müsse nun weitergehen. Die KEF habe ganz konkrete Vorschläge für weitere Einsparungen beispielweise durch Kooperationen gemacht, so Dreyer. “Und das bleibt der Auftrag auch für die Zukunft, auch wenn es jetzt zu einer Beitragserhöhung kommt.”

Alle müssen zustimmen

Im Bericht heißt es, die Kommission erwarte “dass die Anstalten größte Anstrengungen unternehmen, um die erkennbaren Wirtschaftlichkeitspotenziale zu realisieren”. Explizit genannt wird die Auslastung der Studios. Das ZDF könne zudem viel erreichen, indem es Teile der IT auslagere.

Damit der Rundfunkbeitrag zum Januar überhaupt steigt, müssen nun erst noch alle 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zustimmen – und zwar einstimmig – und dann alle 16 Landtage. Damit ist die – aus Sicht der Sender zu knappe – Erhöhung noch nicht endgültig gesetzt. Vor allem die Landesregierung in Sachsen-Anhalt von Ministerpräsident Reiner Haseloff hat mehrfach Widerstand angekündigt.

Als Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder zeigte sich Dreyer aber “zuversichtlich, dass wir zur Ministerpräsidentenkonferenz dann auch zu einem Ergebnis kommen”, wie sie nach der Übergabe des Berichts an sie sagte. Den Vorschlag der KEF, der nun bewertet werde, bezeichnete sie als “moderat”. “Und ich hoffe sehr, dass wir es wirklich dann auch schaffen, gemeinsam zu dieser Beitragserhöhung zu kommen.”

>> zur Originalveröffentlichung auf tagesschau.de

Erfundene Reportagen und ihr langer Widerhall

Für den Deutschlandfunk-“Hintergrund” bin ich der Frage nachgegangen, was sich ein Jahr nach dem Fall “Relotius” im Journalismus getan hat – auch im Deutschlandfunk.

für Deutschlandfunk

— Manuskript des Beitrags —
„Als ich auf die Journalistenschule ging, da war das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ für uns das Größte.“

– „Der Begriff „Spiegel“-Affäre bekommt in diesen Tagen eine neue Bedeutung.“

– „Claas Relotius galt als Superstar der Branche. Seine Reportagen: preisgekrönt, detailreich, nah dran – zu schön, um wahr zu sein.“

– „Relotius hatte über Jahre hinweg Interviews und Reportageszenen teils erfunden.“

– „Personen Worte in den Mund gelegt, die er nie getroffen hat.“

– „Dieses Haus – so der erste Satz der morgigen Ausgabe – ist erschüttert.“

– „Wir wissen, wir haben auch eine Leitfunktion für die gesamte Branche. Und dass wir der nicht gerecht geworden sind, das schmerzt uns furchtbar.“

– „Ein massiver Schlag gegen die Glaubwürdigkeit.“

Die journalistische Fälschungsaffäre des Claas Relotius. Sie hat nicht nur, aber ganz besonders das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ getroffen. Clemens Höges ist seit 29 Jahren dabei. Er war Reporter und Korrespondent in Krisenregionen, in Washington, aber auch in Deutschland. Höges hat das Deutschland-Ressort geleitet.

Inzwischen ist Clemens Höges Mitglied der Chefredaktion und sitzt in seinem Büro im 13. Stock des „Spiegel“-Hochhauses an der Hamburger Ericusspitze. Die Erinnerung an die Relotius-Affäre sitzt tief.

„Weil es ausgerechnet uns getroffen hat, so etwas, weil Relotius ausgerechnet bei uns so gearbeitet hat, wie er das getan hat. Ausgerechnet deswegen, weil kein anderes Printmedium in Deutschland verfügt über eine Dokumentation in der Stärke, wie wir sie haben. Wir haben uns immer sehr viel darauf zu Gute gehalten, dass bei uns alles stimmen muss.“

Tatsächlich hatte der „Spiegel“ immer wieder mit Sprüchen wie „Keine Angst vor der Wahrheit“ geworben und seine Dokumentation, also Archivare und Faktenchecker, als Alleinstellungsmerkmal gepriesen. Auch in einem Imagefilm zum 70. Geburtstag – mit einer Erinnerung an die hohen Maßstäbe, die „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein einst setzte.

„Sagen, was ist – ein Augstein-Zitat, das heute noch gilt. Und damit es so bleibt, gibt es beim „Spiegel“ eine ganze Abteilung: die Dokumentation. 70 Personen überprüfen Fakten, korrigieren Schreibweisen und suchen Fehler. Tief im Archiv ist auch heute noch die inoffizielle Verfassung des Heftes zu finden: das „Spiegel“-Statut, eine Art Grundgesetz für alle Mitarbeiter des Hauses.“

„Alle im „Spiegel“ verarbeiteten und verzeichneten Nachrichten, Informationen, Tatsachen müssen unbedingt zutreffen. Und in Zweifelsfällen ist eher auf eine Information zu verzichten, als die Gefahr einer falschen Berichterstattung zu laufen.“

Bei Relotius hat dieses System versagt. Entsprechend groß war der Schock, erinnert sich Höges.

„Als das unten im Atrium der Belegschaft verkündet wurde: Die Leute waren fassungslos. Bei einzelnen flossen Tränen. Es war unvorstellbar.“

Der „Spiegel“ hat all das mit großer Energie aufgearbeitet, investigativ recherchiert im eigenen Haus. Eine Kommission, der mit der früheren Chefredakteurin der „Berliner Zeitung“, Brigitte Fehrle, auch eine externe Expertin angehörte, legte Mitte dieses Jahres einen schonungslosen Bericht vor. Fehrle ging zusammen mit zwei Kollegen aus dem „Spiegel“ über Monate der Frage nach, warum Relotius täuschen konnte.

„Bei der Dokumentation war es so, dass da ein grundlegender Fehler gewesen ist. Da ist ein Dokumentar für alle Texte aus diesem Ressort zuständig gewesen – egal, aus welcher Weltregion oder in welchem Themenbereich diese Texte spielten. Der war sehr eng verwoben mit den Redakteuren und hat, glaube ich, einfach nicht mehr so genau hingeguckt wie eigentlich im „Spiegel“ hingeguckt wird. Und das andere Problem liegt eher in der Redaktion. Relotius hat in einem Bereich gearbeitet, wo es hauptsächlich darum ging, Reportagen zu schreiben, die sehr brillant sein sollten, die im Zweifel auch Preise gewinnen sollten. Also die außergewöhnliche Geschichte, die außergewöhnliche Protagonisten – das ist das, was im Grunde Standard ist in diesem Ressort. Und das kann man natürlich besser leisten, wenn man sich nicht so sehr um die Fakten kümmert.“

Zu der Jagd nach Journalistenpreisen kam also eine laxe Kontrolle. Relotius nutzte das aus: Er lieferte – vermeintlich – brillante Reportagen. In diesem Genre zählen vor allem die subjektiven Beobachtungen des Journalisten. Vom Hamburger Schreibtisch aus lässt sich kaum checken, was sich im Ausland, gar in Krisenregionen abgespielt haben soll. Das Vertrauen der Redaktion für Autoren spielt hier eine besonders Rolle.

Juan Moreno, der „Spiegel“-Reporter, der Relotius auf die Schliche kam, veröffentlichte im Herbst ein Buch: „Tausend Zeilen Lüge“. Darin und auch auf Lesungen beschreibt Moreno, mit welchen Tricks Relotius vermied, dass jemand in der Ferne mitbekam: Da wurden Recherchen erfunden oder abgeschrieben – wie offenbar bei einer Geschichte über den US-amerikanischen Footballspieler Colin Kaepernick, der sich aus Protest gegen Rassismus zur Nationalhymne hinkniete.

„Das ist natürlich der absolute Wahnsinn, erst mal als journalistischer Stunt, sich so was auszudenken, und dann aber auch in der Exekution: Was der gemacht hat, ist, der hat beim „Spiegel“ angerufen. Es gibt eine Abteilung, die übersetzt die Texte und hat denen erzählt, ich habe dieses Interview – und es ist fantastisch, es war für den Reporterpreis letztes Jahr nominiert. Ich habe es nur bekommen, weil die Eltern wollten es nicht für amerikanische Medien machen, weil dann alle über sie herfallen. Wir dürfen es leider nicht ins Englische übersetzen. Ja, was sagen die Kollegen? Ne, wir drucken es nicht? Also: Klar, ja. Wenn das der Wunsch der Eltern war, verständlicherweise. Dann machen wir das. Und das hat er immer wieder gemacht.“

Der „Spiegel“ hat Konsequenzen gezogen. Einige Mitarbeiter, die in der Affäre eine Rolle spielten, haben den Verlag verlassen. Das Gesellschaftsressort heißt nun „Reporter“, ist an die große Dokumentation angeschlossen und muss immer wieder mit anderen Ressorts zusammenarbeiten. Die Reporterinnen und Reporter sollen sich gegenseitig im Blick haben. Doch der Schaden geht weit über den „Spiegel“ hinaus – auch, weil Relotius in seiner Karriere andere Redaktionen journalistisch betrogen hatte, etwa „Zeit Online“ und den „Tagesspiegel“. Die Affäre hat viele Journalistinnen und Journalisten nachdenklich gestimmt. Zum Beispiel Gianna Niewel, Redakteurin der Seite 3 der „Süddeutschen Zeitung“ – dem Ressort für Portraits und Reportagen.

„Als das herausgekommen ist – es war ein Mittwoch – da hatte ich gerade ein dreiseitiges Dossier bei uns, das ich gemeinsam mit einem Kollegen geschrieben habe. Und wir haben plötzlich alles in Zweifel gezogen. Also, es war das Porträt eines Flughafenseelsorgers. Und wir hatten geschrieben „Er will einen Ordner zeigen“. Wir haben uns gefragt, will er den wirklich zeigen oder zeigt er den nur, weil wir da sind? Wir haben wirklich über jeden Nebensatz diskutiert.“

Niewel hat sich Ende November in Tutzing am Starnberger See mit mehreren Dutzend Kolleginnen und Kollegen getroffen – auf einer gemeinsamen Tagung der bayerischen Akademie für politische Bildung und der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche. Der Titel der Tagung: „Jetzt mal ehrlich!“ Über Redaktionsgrenzen hinweg diskutierten die Journalisten unter anderem darüber, welche Lehren sie aus dem Relotius-Skandal gezogen haben. Denn im Laufe des Jahres flogen auch einige andere Reporter auf, die ihre Redaktionen und das Publikum getäuscht haben. Verglichen mit Relotius waren sie zwar kleine Fische.

So entdeckte das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ einen Fälscher frühzeitig – noch vor dem Druck. Dennoch fährt die Zeitung ihre journalistische Qualitätssicherung hoch, berichtet Gianna Niewel.

„Also, auf einer operativen Ebene arbeiten wir als Haus gerade an einer Plattform, sodass Fälschungen noch unwahrscheinlicher werden können. Wo es darum geht, dass Autorinnen und Autoren ihre Interviewbänder, ihre Kontaktinformationen hochladen können, dass das zugreifbar ist. Und ansonsten haben wir bei der Seite 3 auch nochmal das Faktenchecken angezogen. Das machen wir nochmal deutlich intensiver, als wir es vorher ohnehin schon gemacht haben.“

Die Redakteurin der „Süddeutschen Zeitung“ sagt ganz offen: Diese neue Zeit ist für die Journalisten bisweilen auch belastend.

„Es bedeutet in erster Linie mehr Arbeit. Wir haben ja jetzt nicht plötzlich zwei Stellen mehr bekommen, um das zu machen, sondern das ist eine Arbeit, die wir – meine Kolleginnen, Kollegen und ich – zusätzlich machen. Die wir so gut machen, wie es nur irgendwie geht. Aber das ist natürlich auch ein System, das an seine Grenzen gerät. Ich persönlich kann sagen, wenn ich Kolleginnen und Kollegen Fakten checke: die kenne ich seit Jahren, mit denen bin ich teilweise befreundet. Und ich glaube, dieses Vertrauen, das wir haben, das ist sehr wichtig und sehr schön. Aber ich versuche mich beim Faktenchecken davon immer ein Stück weit zu distanzieren und zu sagen, ich versuche dann fast der Gegner zu sein, weil ich denke, nur wenn ich mich in die Rolle reinsteigere, sage ich jetzt mal, kann ich wirklich das so gut wie möglich machen.“

Erste Ausbildungszentren misstrauen außerdem heute dem Nachwuchs. Die Deutsche Journalistenschule in München prüft, ob beschriebene Szenen in den Bewerbungsreportagen stimmen können. Bei der Reportageschule in Reutlingen soll künftig im laufenden Betrieb ein Faktenchecker den angehenden Reporterinnen und Reportern auf die Finger schauen – zumindest mit Stichproben. Auch erste Jurys von Journalistenpreisen sehen mittlerweile genauer hin. Immerhin hatte Relotius selbst etliche Auszeichnungen gesammelt. Er war förmlich in einem Preis-Rausch.

Berlin, Anfang Dezember. Im Veranstaltungszelt TIPI direkt am Bundeskanzleramt wird der Reporterpreis verliehen. Er ist schon seit Jahren nicht mehr mit Geld dotiert, unter Journalistinnen und Journalisten aber dennoch heiß begehrt. Relotius hatte ihn gleich mehrfach bekommen – das letzte Mal 2018, wenige Tage vor Bekanntwerden seiner eigenen Affäre. Der Text, für den er damals ausgezeichnet wurde, wurde laut „Spiegel“ zu großen Teilen erfunden. Ein Jahr später lässt man sich die Stimmung bei der Verleihung dadurch nicht vermiesen. Gleichwohl haben die Veranstalter ihre Standards angezogen. Anette Dowideit aus dem Vorstand berichtet: Wer Texte einreicht, muss ein Rechercheprotokoll beilegen.

„Man macht jetzt ein Making-of von den Texten, die man einreicht. Und dass wir auch sagen, es gibt Faktchecker, also dass man sich darauf gefasst machen muss, wenn man einen Preis, einen Vorschlag einreicht und sich um einen Preis bewirbt, dass der dann auch gecheckt wird und die Fakten noch einmal nachgeprüft werden können.“

Dowideit ist selbst Investigativreporterin der „Welt“. Auch bei ihrer eigenen Arbeit gelten strengere Beweispflichten.

„Und zwar haben wir bei uns im Team, bei der „Welt“, im Investigativteam gesagt, dass wir noch stärker dokumentieren, wie wir recherchiert haben. Dass wir unter anderem, wenn wir mit Personen sprechen, dass wir, wenn es möglich ist, dann auch Selfies mit denen machen, einfach nur für unsere Unterlagen. Dass wir auch stärker nachhalten, wann, wo hat welches Gespräch stattgefunden.“

Auch der „Spiegel“ erhöht seine Standards. Auf etwa 75 Seiten erfahren die Reporterinnen und Reporter, wie gründlich sie arbeiten müssen. Co-Chefredakteur Clemens Höges sagt: Künftig werde es noch wichtiger sein, harte Belege vorzulegen.

„Bei Investigativgeschichten lag die Messlatte bei uns schon immer natürlich sehr hoch, weil bei Investigativgeschichten auch die Gefahr, dass man einer falschen Quelle aufsitzt, weil Interessen im Hintergrund eine Rolle spielen, dass man auch juristische Risiken eingeht – diese Gefahren sind bei investigativen Stoffen alle sehr viel größer. Und da haben wir schon immer vorgebaut. Aber das bauen wir auch noch aus.“

Höges macht aber auch klar: Gerade bei Recherchen im Ausland bleibe ein Risiko – und Relotius hatte vor allem im Ausland recherchiert, immer wieder in den USA, aber auch in Krisenregionen.

„Selfies mit Gesprächspartnern sind natürlich hilfreich, um zu dokumentieren‚ hey, ich war da und es gibt da diesen Menschen. Die Wirkung ist eingeschränkt. Es gibt wenige Leute, die mehr Fotos gemacht haben als Claas Relotius. Nur waren die Personen, von denen er behauptete, es seien die auf den Fotos, die waren nicht echt, die gab es nicht. Das waren ganz andere Leute teilweise.“

Und selbst, wenn ein Redakteur oder Dokumentar einem – vermeintlichen – Protagonisten hinterhertelefoniere, könne ein bezahlter Lügner am anderen Ende der Verbindung sitzen, mahnt Höges.

Das Ausland ist eine besondere Schwachstelle. Sie nutzte auch ein Reporter beim Deutschlandfunk aus. Etwa 20 Jahre hatte er als freier Mitarbeiter unter anderem für diesen Sender gearbeitet und aus dem europäischen Ausland berichtet. Es stellte sich heraus: Zuletzt lieferte er einige Beiträge, bei denen er ausdrücklich vorgab, vor Ort gewesen zu sein – so, wie das die Redaktionen auch bei ihm bestellt hatten. Tatsächlich aber stellte er seine Berichte aus fremdem Material zusammen, das er etwa im Internet fand: bei anderen, örtlichen Sendern oder in Mitschnitten von Veranstaltern. Dem Deutschlandfunk fiel das selbst auf. Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien betont: Dieser Fall sei mitnichten ein zweiter Relotius, keine Fälschung, aber doch journalistischer Betrug:

„Naja, wenn ich als Reporter so tue, als wäre ich in der Arena von Verona und ich sitze daheim in meiner kleinen Kemenate in Bad Reichenhall und wenn ich als Reporter oder Autorin und Autor so tue, als würde ich das Geschehen verfolgen, dann – glaube ich – produziere ich eine Fakenews, eine falsche Geschichte und simuliere eine Anwesenheit, die ja nicht gegeben war. Und tue nicht mein Handwerk, sondern ich liege einfach schlicht und ergreifend daneben.“

Dazu kommt ein Fall, bei dem eine Autorin – neben anderen Medien – auch bei Deutschlandfunk Nova eine erfundene Geschichte erzählt hat. Wentzien sagt: In diesem Fall hat die Redaktion nicht ausreichend nach Belegen gefragt. Das Deutschlandradio, zu dem auch der Deutschlandfunk gehört, überarbeitet nun ebenfalls seine Standards: Im Frühjahr nächsten Jahres soll ein Update des journalistischen Selbstverständnisses erscheinen. Vor allem bei subjektiven Berichten sollen Autorinnen und Autoren ihren Redaktionen konsequenter als bisher belegen, dass ihre Geschichten auch stimmen.

Außerdem sollen in beiden Funkhäusern – in Berlin und Köln – Vertrauenspersonen installiert werden, die Hinweisen nachgehen und selbst auch Stichproben machen. Deutschlandfunk-Chefredakteurin Wentzien sagt, es gehe darum, den eigenen Werkzeugkasten zu entstauben, nicht etwas Neues zu erfinden. Hier und da habe über die Jahre die Routine übernommen. Das Ziel sei, wieder genauer hinzusehen.

„Ein Kollege in Berlin hat ein ganz praktisches Beispiel oder sagen wir mal ein ganz praktisches Bild dafür genutzt. Er sagte: Das, was wir gerade machen, ist so etwas wie eine Schluckimpfung oder eine Auffrischung einer Impfung, um danach ganz kräftig wieder in der Landschaft zu stehen. Das pikst. Manchmal ist es auch bitter, ein bisschen bitter, wenn man so ein Stück Zucker mit Tropfen einnimmt, aber es hilft ungemein.“

In der Diskussion – im Deutschlandradio und darüber hinaus – geht es allerdings nicht nur um die Kontrolle der journalistischen Arbeit, das Checken der Fakten und Protagonisten. Es geht auch um die Verantwortung bei der Planung: Redaktionen wollen mehr denn je darauf achten, dass Reporterinnen und Reporter wirklich frei recherchieren können, statt um jeden Preis Wunschgeschichten zu liefern.

Im „Spiegel“, bei Claas Relotius, lief das mitunter anders. Im Zuge ihrer Aufarbeitung veröffentlichte die installierte Kommission eine E-Mail. Aus ihr geht hervor, wie die Redaktion bei Relotius eine Reportage aus den USA bestellt hat – und gleichzeitig die gewünschte Dramaturgie minutiös vorgab. Das sei allerdings kein „Spiegel“-weiter Standard gewesen, heißt es – sowohl von der Kommission als auch von „Spiegel“-Reporter Moreno und der Chefredaktion des „Spiegel“.

Derjenige, der diese Debatte losgetreten hat, schweigt allerdings: Claas Relotius selbst. Ein Anwalt geht gegen einzelne Details im Buch über die Affäre vor, lehnt Interviewanfragen an Relotius aber ab. Sein Mandant räume zwar ein, dass er eine schwere Verfehlung begangen habe. Er sei aber erst mal noch selbst damit beschäftigt, die Dinge zu verstehen. Clemens Höges und seine Kolleginnen und Kollegen im „Spiegel“ wünschen sich, dass Relotius mit der Aufklärungskommission redet. Vor allem eine offene Frage soll er endlich beantworten.

„Er hatte alle Möglichkeiten, Geschichten zu machen, die gut sind und stimmen. So wie es die ganzen Kollegen hier tun. Warum hat er das nicht gemacht? Warum musste er fälschen? Für eine Geschichte zum Klimawandel, er sollte nach Kiribati, Inselgruppe in der Südsee fliegen. Und soweit wir wissen, ist er nicht nach Kiribati geflogen, hat aber so getan, als wäre er nach Kiribati geflogen. Warum das? Ein Journalist, der mal eben nach Kiribati fliegen kann und dort eine Reportage schreiben kann, warum erfindet man das dann? Warum? Ich verstehe es nicht.“

Auch wenn nun seit einem Jahr das Schimpfwort „Relotius-Presse“ die Runde macht – beim Abverkauf habe der „Spiegel“ die Affäre nicht gespürt. Im Gegenteil: In den vergangenen Monaten verkaufte sich das Magazin mit im Schnitt gut 726.000 Exemplaren – gedruckt und digital – sogar etwas besser als vor einem Jahr. Das Publikum hält dem Magazin die Treue. Einen Relotius-Effekt gib es hier nicht.

Gleichwohl kam es vor einem Jahr im Journalismus zu einer Zäsur. Es gibt eine neue Zeitrechnung. Vor Claas Relotius. Und danach. Beim „Spiegel“ und über ihn hinaus. Die neue Ära im Journalismus hat gerade erst begonnen.

>> Download MP3 (Quelle: Dlf-“Hintergrund”)

Nun auch Täuschungsfall beim Radio: Wie sich die Sender schützen wollen

für Übermedien

Seit vor bald einem Jahr bekannt wurde, dass der „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius über Jahre gefälschte Reportagen im „Spiegel“ und anderen Medien untergebracht hat, überlegt die Branche, wie sie sich schützen kann vor derlei Betrug – aber auch generell vor Fehlern und Unsauberkeiten.

Zuweilen wird die Causa Relotius dabei als Einzelfall abgetan, als beispiellose Täuschung eines Hochstaplers. In der Dimension, also dem Ausmaß der Fälschungen, mag das stimmen. Aber auch nach Relotius wurden Fälle bekannt, in denen Autoren Beiträge ablieferten, die so nicht stimmten.

So wurde zum Beispiel öffentlich, dass ein Autor versucht hatte, im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ eine Geschichte unterzubringen, deren Protagonistin er erfunden hatte. Auch anderen Medien entdeckten daraufhin Fehler in seinen Texten. Sie beendeten die Zusammenarbeit.

Oder der Fall eines RTL-Autors, den der Sender selbst öffentlich machte. Er hatte PR-Videos ausländischer Stars als eigene verkauft und sich sogar mit Fragen dazwischen geschnitten. Er arbeitet nun nicht mehr für den Sender.

Dieser Fall ist auch deshalb bemerkenswert, weil FernsehjournalistInnen gerne behaupten, in ihrem Medium sei Betrug oder unsauberes Arbeiten kaum möglich. Aber es funktioniert eben doch, nur anders als im Geschriebenen. Und nun ist nach Informationen von Übermedien auch der Hörfunk betroffen.

Deutschlandradio-Reporter bediente sich bei anderen Medien

Es geht um einen Reporter, der gut zwei Jahrzehnte lang für das Deutschlandradio arbeitete und bis zuletzt aus dem europäischen Ausland berichtet hat. Er soll im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet haben, die nicht aus von ihm selbst geführten Interviews stammten. Mehr noch: Der Journalist hat mit atmosphärischen Elementen in seinen vermeintlichen Reportagen sogar den Eindruck erweckt, er sei persönlich vor Ort gewesen. War er aber nicht.

Das Deutschlandradio bestätigt dies auf unsere Anfrage, und auch der Journalist räumt sein Vorgehen ein. Das Material, das er nutzte, stammte demnach aus anderen Medien. Das Deutschlandradio hat die Beiträge nach eigenen Angaben geprüft und geht davon aus, dass die Fakten stimmen – und die O-Töne auch nicht mit ausgeklügelter Stimmsynthese modelliert wurden.

Der Reporter hat die Redaktionen im Unklaren darüber gelassen, wie seine Beiträge zustande kamen. Der Sender kam ihm dann offenbar selbst auf die Schliche. Der Journalist führt persönliche Gründe an, weshalb er seinen Wohnort nicht für Reportage-Reisen habe verlassen können und deshalb so vorging. Er schreibt auf Anfrage, er habe aus einer „persönlichen Notlage“ heraus gehandelt, „aber das entschuldigt nichts“. Der Sender hat die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

„Der Fall ist kein zweiter Relotius“, betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Der Kollege habe keine Geschichten erfunden, sich allerdings in fremdem Material bedient. „Klar, keine Auslandskorrespondentin und kein Auslandskorrespondent wird immer in der Lage sein, alle O-Töne selbst einzuholen“, sagt Wentzien. „Das ist eine Schwäche, aber damit gehen wir offen um, indem wir die Herkunft des Materials benennen.“ In diesen Fällen habe der Autor seiner Redaktion diese Möglichkeit aber verschwiegen.

Sandra Müller: „Auch Rundfunk anfällig für Manipulationen“

Sandra Müller sieht sich bestätigt. Müller berichtet für den SWR und die ARD aus Tübingen, bildet VolontärInnen aus und organisiert Fachkonferenzen für JournalistInnen. Dass auch der Rundfunk anfällig ist für Manipulationen und Fälschungen, davor warnt sie schon lange. Zu dem aktuellen Fall sagt sie, es sei „keine komplette Fälschung, klar, aber doch ein Betrug an den HörerInnen, weil ihnen etwas vorgegaukelt wird, was so nicht stattgefunden hat.“

Die Sache erinnere sie an den „virtuelle Journalismus“, den Lutz Mükke schon 2008 in einem Dossier zum Zustand der deutschen Auslandsberichterstattung beklagt hatte, also: in Features über Länder zu berichten, in die Reporter nie gereist waren. Müller wiederum hat vor zwölf Jahren die Initiative Fair Radio gegründet, der sie bis vor ein paar Tagen angehörte. Fair Radio forderte schon 2007 im „Tutzinger Appell“ ein „glaubwürdiges Radio“.

Dagegen sei der Fall beim Deutschlandradio ein „klarer Verstoß“, sagt Müller. Der Appell werde „in der Branche zum Teil aber leider immer noch belächelt“ – auch für die Forderung, nichts vorzugaukeln. So kommt es etwa immer wieder vor, dass Radios insinuieren, ein Reporter sei gerade live vor Ort, dabei wurde die Schalte aufgezeichnet. „Das seien doch ganz normale Radiotechniken, heißt es oft“, sagt Müller. „Ich finde: Nein!“ Deshalb freue es sie „um so mehr, dass das Deutschlandradio da so konsequent entschieden hat“.

Auch wenn alle bisher bekannten Fälle einzeln betrachtet werden müssen, weil sie unterschiedlich sind – welche Schlüsse lassen sich dennoch daraus ziehen für die Arbeit mit Reporterinnen und Reportern?

Die Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel schrieb, kurz nachdem der Fall Relotius bekannt geworden war, in ihrem Blog darüber, „wie wir JournalistInnen unsere Fakten prüfen“. Sie warb unter anderem dafür, dass „wir Deutschen uns einiges aus dem angelsächsischen Raum abschauen“. Auch heute ist sie noch davon überzeugt, dass das angebracht sei – und bei der Qualitätssicherung die Kulturen auf beiden Seiten des Atlantiks oft unterschiedlich sind.

Derzeit ist Wolfangel Stipendiatin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Boston, arbeitet also erst mal nicht mehr als Journalistin. Der Fälschungs-Skandal lässt sie dennoch nicht ganz los. Der Fall sei auch in den USA ein Thema, Factchecking sowieso: Bei US-Medien sei es „praktisch selbstverständlich, dass Redaktionen Gesprächspartner fragen, ob man sich wirklich in der beschriebenen Bar getroffen hat und ob die Zitate stimmen“, sagt sie.

Quellentransparenz sei auch gegenüber dem Publikum gängiger, erzählt Wolfangel diese Woche am Telefon. „Statt eines ‚sagte er‘ heißt es oft präzise ‚sagte er am vergangenen Dienstag in einem Telefonat‘“. In Deutschland habe sie zwar auch erlebt, dass Redaktionen wissen wollten, ob Geschichten stimmten. „Ich sollte sogar Selfies mit meinen Protagonisten machen“, berichtet sie von ihrer Zusammenarbeit mit „Geo“. Standard sei das aber nicht.

Da war etwa ihr Radiofeature, das der SWR im Frühjahr sendete. Wolfangel hatte unter anderem in London recherchiert, was sie in ihrem knapp 30-minütigen Beitrag mit atmosphärischen Tönen illustriert, etwa von ihren Bahnfahrten. Sie lobt die Zusammenarbeit mit dem Sender: Ihr Redakteur habe wissen wollen, mit wem sie sich wann treffe und auch hinterfragt, ob ein Experte wirklich Ahnung habe. „Das war ein intensiver, kritischer Kontakt“, sagt Wolfangel. „Das war gut!“ Sie sagt aber auch: „Ich hatte vergessen, die Reise abzurechnen. Ob ich wirklich vor Ort war, kann also niemand gewusst haben.“

Nun ließe sich sagen: Das nennt sich Vertrauen. Andererseits: Auch der „Spiegel“ vertraute Relotius. Lange Zeit. Bei ihm kam dann heraus, dass er nicht immer dort war, wo er hätte sein sollen. Die interne Kommission, die prüfte, weshalb der mit Preisen überschüttete Betrüger über Jahre nicht aufflog, schreibt in ihrem Abschlussbericht etwa: „Heute ist klar, dass Relotius nicht einmal auf Kiribati war, sein Text war gefälscht.“ Im Protokoll zu seinen Fälschungen heißt es, er habe den Flug nach Kiribati „nicht angetreten“, die Motelbuchung „kurzfristig (…) storniert“. Der Klima-Text mit Relotius‘ vermeintlicher Reportage von der Südsee-Insel erschien Ende 2018 im „Spiegel“.

Umfrage bei Sendern: Wie schützen vor Betrug und Unsauberkeiten?

Wie gehen Sender damit nun um? Beim Deutschlandradio heißt es, man plane, seinem „Journalistischen Selbstverständnis“ ein Update zu verpassen. Seit 2014 regelt der Leitfaden den Umgang mit Interessenkonflikten. Nun soll es unter anderem zum Thema Lügen erweitert werden. „Es geht um Reportagen, aber es geht auch um subjektive Geschichten, wie wir sie gerade in unserem jüngeren Programm Deutschlandfunk Nova wünschen“, sagt DLF-Chefredakteurin Wentzien. „In diesen Zeiten müssen wir in der Lage sein, jederzeit dokumentieren zu können, was wir tun.“

Im Gespräch seien unter anderem Recherche-Protokolle: AutorInnen des Deutschlandradios sollen für RedakteurInnen Kontaktdaten zu ihren GesprächspartnerInnen festhalten und „durchaus“ Fotos ihrer Recherchen beifügen. Außerdem solle, zumindest nach derzeitigem Stand der Überlegungen, eine Ombudsperson eingesetzt werden, die Stichproben mache und Zweifeln nachgehe. „Am Ende geht es doch darum, dass wir journalistisch sauber arbeiten“, sagt Wentzien. „Das wollen AutorInnen, das wollen auch RedakteurInnen. Und das sind wir unserem hohen Qualitätsanspruch schuldig.“

Übermedien hat auch die neun Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF, die Deutsche Welle und den Rundfunk in der Schweiz und in Österreich gefragt. Aus der Schweiz, aus Österreich und von der Deutschen Welle stehen noch Antworten aus – wenn sie eintreffen, ergänzen wir sie.

Bayerischer Rundfunk: „Zeile für Zeile und Wort für Wort“

Was das Fernsehen bei ARD und ZDF angeht, lautet die Reaktion auf unsere Fragen zusammengefasst: Alle Beiträge durchliefen mindestens ein Vier-Augen-Prinzip, zwei Quellen seien Pflicht und Fälschungen oder Manipulationen gerade im Teamwork-Medium Fernsehen kaum möglich. Vor allem investigative Stoffe würden „Zeile für Zeile und Wort für Wort“ geprüft, verspricht unter anderem der BR. „Alle Fakten, die wir veröffentlichen, können wir belegen.“

Der SWR geht in der Debatte auf große Distanz zu Relotius. „Der Fall ist nicht dazu geeignet, alle Medien unter einen Generalverdacht zu stellen“, schreibt ein Sendersprecher und betont, das sei ein Print-Fall. Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht, doch „bei der Abnahme werden die Recherchen der AutorInnen kritisch überprüft und hinterfragt“. Ähnlich antwortet auch der MDR: Das Vertrauen der Bevölkerung in den Sender habe „oberste Priorität, da in der Wahrhaftigkeit im Journalismus der Schlüssel für die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt“. Die Messlatte liegt hoch.

Sandra Müller sieht allerdings noch Potenzial. Auf dem Programm der Tutzinger Radiotage Mitte September stand unter anderem „Professionell zweifeln“. Müller wollte ExpertInnen aus den Sendern gewinnen, die TeilnehmerInnen von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Faktenchecken schulen, jenseits der Verifikation von „Fake News“ im Netz.

„Ich hatte mich in meinem – nicht ganz kleinen – Radionetzwerk erkundigt“, sagt Müller. „Niemand kannte FaktencheckerInnen, die Hörfunkmanuskripte prüfen. Auch KollegInnen, die seit Jahrzehnten fürs Radio arbeiten und auch Features produzieren, konnten mir nicht weiterhelfen.“ Allein beim Hessischen Rundfunk (HR) habe man ihr gesagt, es gebe nun zwei Archivare, die kürzlich bei einer Faktencheck-Weiterbildung gewesen seien. Nach Tutzing kam letztlich eine Faktencheckerin des Recherche-Netzwerks Correctiv.

HR: ArchivarInnen seit einem Jahr auch Faktenchecker

Der HR bestätigt auf Nachfrage, dass es inzwischen Faktenchecker gebe, dieses Instrument sei aber noch neu und müsse sich erst etablieren. Die ArchivarInnen seien vor etwa einem Jahr in Faktenchecks eingestiegen. Erste Checks würden für die Reihe „Funkkolleg” laufen. Das Archiv wolle „noch im Herbst“ prüfen, ob und wie das ausgeweitet werden könne, auch für die aktuelle Berichterstattung. Insgesamt sei man überzeugt, dass dieses Angebot in diesen Zeiten immer stärker gebraucht werde.

Aber es geht natürlich nicht nur um Fakten, sondern auch darum, ob ReporterInnen überhaupt unterwegs waren und Fakten und Töne selbst eingesammelt haben – oder einfach zusammenkopiert. Meistens lautet das Argument in den Antworten der ARD-Anstalten: das Berichterstattungsgebiet schütze.

„Unser Kerngeschäft liegt in der regionalen Berichterstattung“, teilt etwa ein Sprecher des Saarländischen Rundfunks (SR) mit. Inhaltliche Manipulationen würden „sehr schnell auffallen“. Das meint auch Radio Bremen (RB): „Das Berichtsgebiet ist überschaubar, die Nutzung unserer Programme hoch, die Redaktionen über ihre verschiedenen Kanäle wie zum Beispiel Social Media leicht zu erreichen und dem Publikum gefühlt nah.“ Außerdem würden die eigenen Qualitätsstandards „regelmäßig evaluiert“.

Kein Sender meldet weitere Betrugs-Fälle

Kein Sender – weder aus der ARD noch das ZDF – meldet auf unsere Anfrage hin weitere eigenen Fälle aus der jüngeren Zeit. Schon nach Relotius hätten sich die Hörfunk-ChefredakteurInnen „mehrfach mit dem Thema Quellennennung befasst“, erklärt ein Sprecher der ARD und zitiert aus einem Handbuch für die KorrespondentInnen des Hörfunks:

„Besondere Sensibilität ist bei Studio-Berichten geboten, die z.B. szenische Schilderungen oder besondere Originaltöne enthalten und insgesamt den Eindruck erwecken könnten, Korrespondent*innen seien direkt vor Ort. In solchen Fällen sollte der Beitragstext an geeigneter Stelle einen kurzen Hinweis enthalten.“

Auch der Umgang mit Fremdmaterial ist in den Sender offensichtlich ein Thema – teils auch schon seit Jahren. „Aus unserer Sicht hat die Debatte, die sich an den angeblichen Panzer-Bildern aus der Ukraine entzündete, sehr viel tiefgreifendere Auswirkungen auf unsere Arbeitsabläufe und Kontrollmechanismen gehabt“, erklärt beispielsweise ein rbb-Sprecher.

In der Tat hatte die ARD bei der Berichterstattung aus der Ukraine mehrmals Bilder eingesetzt, die gar nicht zeigten, was gerade vor Ort passierte. Sie musste sich daraufhin korrigieren. „Die Frage, wie wir mit unseren Bildern und auch O-Tönen umgehen, woher sie stammen, was sie tatsächlich abbilden, spielt seitdem im Alltag eine wesentlich größere Rolle.“

Größere Veränderungen interner Standards melden allerdings erstaunlich wenig Sender zurück. Mindestens ein Sender hat sogar gar nichts, was er verändern könnte: „Der Hessische Rundfunk hat kein geschriebenes Regelwerk“, heißt es aus Frankfurt am Main: „Allerdings verlässt nichts, was nicht mindestens double-checked wäre, das Haus – egal, auf welchem Ausspielweg.“

Der WDR wiederum arbeitet daran, seine Grundsätze zu erweitern. So soll auch dort die „Dokumentation und Transparenz des Rechercheweges“ eingeführt werden, vor allem bei investigativen Berichten, schreibt der WDR.

NDR zieht Schlussfolgerungen aus dem Fall Relotius

Das NDR-Fernsehen berichtet von „zum Teil stichprobenartigen Sichtungen von Rohmaterial – auch durch das Justiziariat“. Der Hörfunk schickt zudem ein internes Papier. In „Der Fall Relotius – Schlussfolgerungen der Redaktionen von NDR Info, NDR Kultur, NDR2 und N-Joy“ heißt es:

„Bei Recherchen für Langformate: Originalbelege über Fahrten und Unterkünfte vorlegen lassen.

[…] Kritisch nachfragen bei exklusiven Interviews mit Künstler*innen (Stammen alle Aussagen im Beitrag aus dem Interview? Lassen sich Zitate in indirekter Rede mit aufgenommenem Audiomaterial belegen? Ort und Zeit des Interviews nachprüfen).

[…] In Reportagen sollte keine Atmo eingesetzt werden, die nicht am Ort des Geschehens aufgenommen wurde – es sei denn, dies wird im Text kommuniziert („Fernsehbilder zeigen den landenden Hubschrauber…“).“

Das alles könnte man als ungewöhnliches Misstrauen gegenüber AutorInnen werten. Oder eben als gesunde Vorsicht. „Ich halte professionelles Misstrauen für unproblematisch“, sagt Sandra Müller. Es sei vermutlich eine Frage der Gewohnheit. „Wenn alle ihre Kontakte und Reisen belegen müssen, dann ist das eben der Standard, der uns allen mehr Sicherheit vor FälscherInnen gibt.“ Sie selbst würde den Schwerpunkt dabei allerdings auf Faktenchecks legen.

Eva Wolfangel beobachtet „hier und da“ auch Bewegung, etwa als sie sich neulich für den Reporterpreis bewarb, den Relotius gleich vier Mal erhalten hatte. Sie habe neben dem Beitrag auch Kontaktdaten von Gesprächspartnern und ein Making-of einreichen müssen. „Solche Dokumentationen und vor allem auch die Fragen von Faktencheckern nerven jedes einzelne Mal – aber sie sind wichtig“, sagt Wolfangel. Wer Faktenchecks bedienen müsse, sei schon in der Recherche sehr genau. Das helfe allen – und auch der Glaubwürdigkeit, dem unique selling point des Journalismus.

>> zur Originalveröffentlichung auf übermedien.de

Raus aus der Nische

Beim Journalismus für die Ohren hatten Radiosender lange ein Monopol. Für ZAPP bin ich der Frage nachgegangen, wie sie ihr Terrain in Zeiten der Podcasts verteidigen.

für NDR Fernsehen

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem Du auf "Übernehmen" im Banner klicken.

— Manuskript des Beitrags —

Intime Gespräche, aus der App, individuell aufs Ohr. Podcasts.
„Hallo und herzlich Willkommen zu ‚Filterbubble‘.“
„‘Hamburg News‘ – der tägliche Podcast des ‚Hamburger Abendblatts‘.“
„Für ‚Stern Crime‘ begebe ich mich auf Spurensuche. Ich treffe die besten Ermittler und Spezialisten Deutschlands.“
„Ich habe für diese Episode Peter Müller angerufen. Er ist der ‚Spiegel‘-Korrespondent in Brüssel.“
„In der Fabrik: unfassbare Arbeitsumstände. Viel zu heiß. Du kannst nicht atmen.“
„Auch darüber reden wir in ‚Der Tag‘. Ich bin Philipp May. Hi!“

Podcasts. Wieder ein boomendes Geschäft auf dem Medienmarkt.
Auch hier: In Berlin-Kreuzberg. Im Radiobüro Viertausendhertz.
Die Podcast-Agentur haben vor drei Jahren Journalisten und Werbeprofis gegründet. Heute leben sie davon.
Und Podcasts – das sind für sie vor allem pure Gespräche. Der Inhalt bestimmt die Form – nicht das Format, wie beim Radio.
„Wenn man was gefragt wird, das ging mir auch selbst bei Interviews immer so, ich dachte, ich muss jetzt zum Ende kommen, wo ich gerade anfangen habe, nachzudenken.“
„Wenn Redakteure uns da einladen, weil die müssen wahrscheinlich dafür kämpfen, dass eine Band wie wir da stattfinden – aber trotzdem merkt man sehr, wie die dem Format verpflichtet sind. Und bevor man überhaupt zum Gedanken ansetzen kann, wird meist schon die nächste Frage gestellt.“

Und Erfolg bei Podcasts heißt am Ende: weniger Radio.
„Ich glaube einfach, dass es so sein wird, dass sich das lineare Radio jetzt einfach einen großen Anteil der Hörerschaft teilen wird und tut sie ja eigentlich schon, also dass wir halt einfach sagen okay, es ist nicht mehr gesetzt, dass man im Auto zum Beispiel, was so ein klassischer Ort ist fürs Radio, (…) dass man nicht mehr automatisch UKW einschaltet, sondern eben Spotify, uns, wen auch immer.“
Das Angebot – inzwischen schier unüberschaubar. Von den Sendern: hunderte Angebote zum Hören und Abonnieren. Auch Verlage sind dabei. Die „Zeit“ redet stundenlang mit je einem Gast, bis für den „Alles gesagt“ ist. Der „Stern“ geht bei Kriminalfällen auf „Spurensuche“. Auch Zeitungen podcasten.
„‘Hamburg News‘, der tägliche Podcast des ‚Hamburger Abendblatts‘.“
Für Verleger sind werbefinanzierte Podcasts ein neues Geschäftsmodell. Großes Thema auf dem Digitalkongress der Zeitungen.
Und er wirbt dafür: Europamanager Michael Krause von Spotify. „Hören ist das neue sehen“. Alle sollen in Podcasts machen und sie auf Spotify stellen – Sender, aber auch Zeitungsverlage.
„In Deutschland waren es jähr und jähr wieder 150 Prozent Wachstum. Und wir sehen, dass das gesprochene Wort – Podcasts, Hörbücher, Hörspiele – tatsächlich in Deutschland eine sehr große Relevanz hat.“
Und die Verleger haben Lust.
„Eine kleine Umfrage zum Thema Podcasts…“
„…wir sind gerade bei diesem Thema…“
„…in der Diskussion!“
„Na, das passt doch wunderbar!“

„Überall, wo sich Nutzungssituationen verändern, dann ist das eine Chance für uns. Und die Nutzungssituation ist das Auto. Da ist im Moment das Radio drin. Die Zeitungsverlage noch nicht. Und in einer geschickten Kombination – Audiostreaming, Musikstreaming, Nachrichtenstreaming – da kann was für uns draus werden.“
Also quasi ein Markt, den es zu besetzen gilt?
„Ja, sicher!“
„Wenn man auch noch die Zeitschriftenverlage dazu nimmt, kann ich sagen, dass von den hundert größten Verlagen 50 tatsächlich mit Podcasts dabei sind. Es ist also schon ganz hübsch. Und da wir nichts tun, was nicht am Ende vernünftig ist und wo auch wasrauskommt: Es gibt gerade durch Werbung, durch Werbegeschichten finanziert sich die Nummer.“
Doch Spotify drängt auch mit eigenen Reihen auf den Markt. Der erfolgreichste, sogar weltweit: „Fest & Flauschig“ mit Jan Böhmermann.
„Opa, Opa! Was schnibbelst Du denn die ganze Zeit in de Küche rum?“
„Ja, Paulchen, ich mache uns heute einen schönen, frischen Eiersalat. Kommt doch die letzte Folge von ‚Fest und Flauschig‘ vor der Sommerpause!“
„Oh, wie toll Opa – ich liebe frischen Eiersalat!“

Im US-Börsenfernsehen: der Spotify-Gründer macht eine klar Ansage.
„Unsere Mission war Musik. Jetzt geht’s um alle Audios. Wir wollen weltweit die führende Plattform sein.“
Um dem etwas entgegen zu setzen, bauen die Sender ihre Audiotheken aus. Unabhängige Plattformen. Die ARD und auch das Deutschlandradio. Der Erfolgspodcast hier: „Der Tag“.
„Über den Testosterongehalt des Blutes hergestellt…“

Die Themen des Tages – produziert wird im Radiostudio. Und doch: Podcasts sind anders als das klassische Radio.
„Da werden noch Atmer irgendwie weggeschnitten. Da wird jedes Äh weggeschnitten. Also, das Endprodukt im Radio ist immer sehr, sehr optimiert und glattgeschliffen. Und Podcast sind da letztlich einfach ehrlicher. Da lassen wir auch Sachen einfach mal – wenn ein Fehler passiert, dann korrigieren wir uns gegenseitig und machen weiter und alles ist gut. Wenn die Putzfrau reinkommt, dann machen wir weiter und alles ist gut, binden es irgendwie ein. Ich mag das sehr, weil das die Welt irgendwie ein bisschen realer erscheinen lässt.“
Die Verantwortlichen des Deutschlandradios wollen mit Podcasts vor allem junge Hörer gewinnen – Zukunftssicherung. Der Programmdirektor weiß: Sein Deutschlandfunk ist stark – der Durchschnittshörer aber: über 50.
„Ich habe mal mitgebracht, was wir wissen von Spotify (…) – haben wir also die höchste Altersgruppe, die also am besten erreicht wird mit 35 Prozent die 23- bis 27-Jährigen. Das ist ein Wert, den wir im klassischen Programm nicht erreichen. Und das ist auch ein Grund, warum wir an dieser Stelle aktiv sind.“
Da helfen die neuen Plattformen – wie Spotify, Audible und Apple. Sie sind aber auch: Konkurrenz.
„Wir merken den Druck nur beispielsweise auch auf dem Markt im Sinne von wo finde ich Autoren, die für uns tätig werden. Dass einige Autoren, mit denen wir in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben, die auch zum Teil jetzt auch mit der Konkurrenz aus unserer Sicht zusammenarbeiten. Der Markt wird da enger. Das ist deutlich spürbar.“
Allerdings: Konkurrenz belebt das Geschäft. Und das ist für die Sender auch eine Chance: neue Angebote für neue Aufmerksamkeit auf dem Audiomarkt.
„Morgen an dieser Stelle Sarah Zerback. Ich bin Ann-Kathrin Büüsker. Tschüss!“

>> Beitrag in der NDR-Mediathek (Quelle: NDR-“Zapp”)

Wie sich öffentlich-rechtliche Angebote verändern

Logos: Apps von ARD und ZDF
Onlineangebote von ARD und ZDF. (FOTO: DANIEL BOUHS)

Für ARD, ZDF und DLF gelten neue Netz-Regeln. Dass diese auf Drittplattformen nun größere Freiheiten haben, ist Chance und Risiko zugleich, erklärte ich im Deutschlandfunk Kultur

für Deutschlandfunk Kultur

>> Download MP3 (Quelle: Dlf Kultur-“Breitband”)

Interviews zum Telemedien-Durchbruch

Verlage, öffentlich-rechtliche Sender und vor allem die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf neue Spielregeln für ARD, ZDF und Deutschlandradio im Netz geeinigt, den sogenannten Telemedienauftrag. Stimmen zum Spiel nach der gemeinsamen Pressekonferenz am 14. Juni 2018 in Berlin.

für NDR Fernsehen

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem Du auf "Übernehmen" im Banner klicken.
Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem Du auf "Übernehmen" im Banner klicken.
Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlaube Cookies, indem Du auf "Übernehmen" im Banner klicken.

(Quelle: NDR-“Zapp”)

Deutschland sucht die Supermediathek

Die ARD-Chefs sind begeistert von der Idee einer Mediathek aus öffentlich-rechtlichen und privaten Angeboten – als Alternative zu US-Plattformen. Kann das funktionieren?

für ZEIT ONLINE

Deutschland sucht die Supermediathek weiterlesen