Erfundene Reportagen und ihr langer Widerhall

Für den Deutschlandfunk-“Hintergrund” bin ich der Frage nachgegangen, was sich ein Jahr nach dem Fall “Relotius” im Journalismus getan hat – auch im Deutschlandfunk.

für Deutschlandfunk

— Manuskript des Beitrags —
„Als ich auf die Journalistenschule ging, da war das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ für uns das Größte.“

– „Der Begriff „Spiegel“-Affäre bekommt in diesen Tagen eine neue Bedeutung.“

– „Claas Relotius galt als Superstar der Branche. Seine Reportagen: preisgekrönt, detailreich, nah dran – zu schön, um wahr zu sein.“

– „Relotius hatte über Jahre hinweg Interviews und Reportageszenen teils erfunden.“

– „Personen Worte in den Mund gelegt, die er nie getroffen hat.“

– „Dieses Haus – so der erste Satz der morgigen Ausgabe – ist erschüttert.“

– „Wir wissen, wir haben auch eine Leitfunktion für die gesamte Branche. Und dass wir der nicht gerecht geworden sind, das schmerzt uns furchtbar.“

– „Ein massiver Schlag gegen die Glaubwürdigkeit.“

Die journalistische Fälschungsaffäre des Claas Relotius. Sie hat nicht nur, aber ganz besonders das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ getroffen. Clemens Höges ist seit 29 Jahren dabei. Er war Reporter und Korrespondent in Krisenregionen, in Washington, aber auch in Deutschland. Höges hat das Deutschland-Ressort geleitet.

Inzwischen ist Clemens Höges Mitglied der Chefredaktion und sitzt in seinem Büro im 13. Stock des „Spiegel“-Hochhauses an der Hamburger Ericusspitze. Die Erinnerung an die Relotius-Affäre sitzt tief.

„Weil es ausgerechnet uns getroffen hat, so etwas, weil Relotius ausgerechnet bei uns so gearbeitet hat, wie er das getan hat. Ausgerechnet deswegen, weil kein anderes Printmedium in Deutschland verfügt über eine Dokumentation in der Stärke, wie wir sie haben. Wir haben uns immer sehr viel darauf zu Gute gehalten, dass bei uns alles stimmen muss.“

Tatsächlich hatte der „Spiegel“ immer wieder mit Sprüchen wie „Keine Angst vor der Wahrheit“ geworben und seine Dokumentation, also Archivare und Faktenchecker, als Alleinstellungsmerkmal gepriesen. Auch in einem Imagefilm zum 70. Geburtstag – mit einer Erinnerung an die hohen Maßstäbe, die „Spiegel“-Gründer Rudolf Augstein einst setzte.

„Sagen, was ist – ein Augstein-Zitat, das heute noch gilt. Und damit es so bleibt, gibt es beim „Spiegel“ eine ganze Abteilung: die Dokumentation. 70 Personen überprüfen Fakten, korrigieren Schreibweisen und suchen Fehler. Tief im Archiv ist auch heute noch die inoffizielle Verfassung des Heftes zu finden: das „Spiegel“-Statut, eine Art Grundgesetz für alle Mitarbeiter des Hauses.“

„Alle im „Spiegel“ verarbeiteten und verzeichneten Nachrichten, Informationen, Tatsachen müssen unbedingt zutreffen. Und in Zweifelsfällen ist eher auf eine Information zu verzichten, als die Gefahr einer falschen Berichterstattung zu laufen.“

Bei Relotius hat dieses System versagt. Entsprechend groß war der Schock, erinnert sich Höges.

„Als das unten im Atrium der Belegschaft verkündet wurde: Die Leute waren fassungslos. Bei einzelnen flossen Tränen. Es war unvorstellbar.“

Der „Spiegel“ hat all das mit großer Energie aufgearbeitet, investigativ recherchiert im eigenen Haus. Eine Kommission, der mit der früheren Chefredakteurin der „Berliner Zeitung“, Brigitte Fehrle, auch eine externe Expertin angehörte, legte Mitte dieses Jahres einen schonungslosen Bericht vor. Fehrle ging zusammen mit zwei Kollegen aus dem „Spiegel“ über Monate der Frage nach, warum Relotius täuschen konnte.

„Bei der Dokumentation war es so, dass da ein grundlegender Fehler gewesen ist. Da ist ein Dokumentar für alle Texte aus diesem Ressort zuständig gewesen – egal, aus welcher Weltregion oder in welchem Themenbereich diese Texte spielten. Der war sehr eng verwoben mit den Redakteuren und hat, glaube ich, einfach nicht mehr so genau hingeguckt wie eigentlich im „Spiegel“ hingeguckt wird. Und das andere Problem liegt eher in der Redaktion. Relotius hat in einem Bereich gearbeitet, wo es hauptsächlich darum ging, Reportagen zu schreiben, die sehr brillant sein sollten, die im Zweifel auch Preise gewinnen sollten. Also die außergewöhnliche Geschichte, die außergewöhnliche Protagonisten – das ist das, was im Grunde Standard ist in diesem Ressort. Und das kann man natürlich besser leisten, wenn man sich nicht so sehr um die Fakten kümmert.“

Zu der Jagd nach Journalistenpreisen kam also eine laxe Kontrolle. Relotius nutzte das aus: Er lieferte – vermeintlich – brillante Reportagen. In diesem Genre zählen vor allem die subjektiven Beobachtungen des Journalisten. Vom Hamburger Schreibtisch aus lässt sich kaum checken, was sich im Ausland, gar in Krisenregionen abgespielt haben soll. Das Vertrauen der Redaktion für Autoren spielt hier eine besonders Rolle.

Juan Moreno, der „Spiegel“-Reporter, der Relotius auf die Schliche kam, veröffentlichte im Herbst ein Buch: „Tausend Zeilen Lüge“. Darin und auch auf Lesungen beschreibt Moreno, mit welchen Tricks Relotius vermied, dass jemand in der Ferne mitbekam: Da wurden Recherchen erfunden oder abgeschrieben – wie offenbar bei einer Geschichte über den US-amerikanischen Footballspieler Colin Kaepernick, der sich aus Protest gegen Rassismus zur Nationalhymne hinkniete.

„Das ist natürlich der absolute Wahnsinn, erst mal als journalistischer Stunt, sich so was auszudenken, und dann aber auch in der Exekution: Was der gemacht hat, ist, der hat beim „Spiegel“ angerufen. Es gibt eine Abteilung, die übersetzt die Texte und hat denen erzählt, ich habe dieses Interview – und es ist fantastisch, es war für den Reporterpreis letztes Jahr nominiert. Ich habe es nur bekommen, weil die Eltern wollten es nicht für amerikanische Medien machen, weil dann alle über sie herfallen. Wir dürfen es leider nicht ins Englische übersetzen. Ja, was sagen die Kollegen? Ne, wir drucken es nicht? Also: Klar, ja. Wenn das der Wunsch der Eltern war, verständlicherweise. Dann machen wir das. Und das hat er immer wieder gemacht.“

Der „Spiegel“ hat Konsequenzen gezogen. Einige Mitarbeiter, die in der Affäre eine Rolle spielten, haben den Verlag verlassen. Das Gesellschaftsressort heißt nun „Reporter“, ist an die große Dokumentation angeschlossen und muss immer wieder mit anderen Ressorts zusammenarbeiten. Die Reporterinnen und Reporter sollen sich gegenseitig im Blick haben. Doch der Schaden geht weit über den „Spiegel“ hinaus – auch, weil Relotius in seiner Karriere andere Redaktionen journalistisch betrogen hatte, etwa „Zeit Online“ und den „Tagesspiegel“. Die Affäre hat viele Journalistinnen und Journalisten nachdenklich gestimmt. Zum Beispiel Gianna Niewel, Redakteurin der Seite 3 der „Süddeutschen Zeitung“ – dem Ressort für Portraits und Reportagen.

„Als das herausgekommen ist – es war ein Mittwoch – da hatte ich gerade ein dreiseitiges Dossier bei uns, das ich gemeinsam mit einem Kollegen geschrieben habe. Und wir haben plötzlich alles in Zweifel gezogen. Also, es war das Porträt eines Flughafenseelsorgers. Und wir hatten geschrieben „Er will einen Ordner zeigen“. Wir haben uns gefragt, will er den wirklich zeigen oder zeigt er den nur, weil wir da sind? Wir haben wirklich über jeden Nebensatz diskutiert.“

Niewel hat sich Ende November in Tutzing am Starnberger See mit mehreren Dutzend Kolleginnen und Kollegen getroffen – auf einer gemeinsamen Tagung der bayerischen Akademie für politische Bildung und der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche. Der Titel der Tagung: „Jetzt mal ehrlich!“ Über Redaktionsgrenzen hinweg diskutierten die Journalisten unter anderem darüber, welche Lehren sie aus dem Relotius-Skandal gezogen haben. Denn im Laufe des Jahres flogen auch einige andere Reporter auf, die ihre Redaktionen und das Publikum getäuscht haben. Verglichen mit Relotius waren sie zwar kleine Fische.

So entdeckte das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ einen Fälscher frühzeitig – noch vor dem Druck. Dennoch fährt die Zeitung ihre journalistische Qualitätssicherung hoch, berichtet Gianna Niewel.

„Also, auf einer operativen Ebene arbeiten wir als Haus gerade an einer Plattform, sodass Fälschungen noch unwahrscheinlicher werden können. Wo es darum geht, dass Autorinnen und Autoren ihre Interviewbänder, ihre Kontaktinformationen hochladen können, dass das zugreifbar ist. Und ansonsten haben wir bei der Seite 3 auch nochmal das Faktenchecken angezogen. Das machen wir nochmal deutlich intensiver, als wir es vorher ohnehin schon gemacht haben.“

Die Redakteurin der „Süddeutschen Zeitung“ sagt ganz offen: Diese neue Zeit ist für die Journalisten bisweilen auch belastend.

„Es bedeutet in erster Linie mehr Arbeit. Wir haben ja jetzt nicht plötzlich zwei Stellen mehr bekommen, um das zu machen, sondern das ist eine Arbeit, die wir – meine Kolleginnen, Kollegen und ich – zusätzlich machen. Die wir so gut machen, wie es nur irgendwie geht. Aber das ist natürlich auch ein System, das an seine Grenzen gerät. Ich persönlich kann sagen, wenn ich Kolleginnen und Kollegen Fakten checke: die kenne ich seit Jahren, mit denen bin ich teilweise befreundet. Und ich glaube, dieses Vertrauen, das wir haben, das ist sehr wichtig und sehr schön. Aber ich versuche mich beim Faktenchecken davon immer ein Stück weit zu distanzieren und zu sagen, ich versuche dann fast der Gegner zu sein, weil ich denke, nur wenn ich mich in die Rolle reinsteigere, sage ich jetzt mal, kann ich wirklich das so gut wie möglich machen.“

Erste Ausbildungszentren misstrauen außerdem heute dem Nachwuchs. Die Deutsche Journalistenschule in München prüft, ob beschriebene Szenen in den Bewerbungsreportagen stimmen können. Bei der Reportageschule in Reutlingen soll künftig im laufenden Betrieb ein Faktenchecker den angehenden Reporterinnen und Reportern auf die Finger schauen – zumindest mit Stichproben. Auch erste Jurys von Journalistenpreisen sehen mittlerweile genauer hin. Immerhin hatte Relotius selbst etliche Auszeichnungen gesammelt. Er war förmlich in einem Preis-Rausch.

Berlin, Anfang Dezember. Im Veranstaltungszelt TIPI direkt am Bundeskanzleramt wird der Reporterpreis verliehen. Er ist schon seit Jahren nicht mehr mit Geld dotiert, unter Journalistinnen und Journalisten aber dennoch heiß begehrt. Relotius hatte ihn gleich mehrfach bekommen – das letzte Mal 2018, wenige Tage vor Bekanntwerden seiner eigenen Affäre. Der Text, für den er damals ausgezeichnet wurde, wurde laut „Spiegel“ zu großen Teilen erfunden. Ein Jahr später lässt man sich die Stimmung bei der Verleihung dadurch nicht vermiesen. Gleichwohl haben die Veranstalter ihre Standards angezogen. Anette Dowideit aus dem Vorstand berichtet: Wer Texte einreicht, muss ein Rechercheprotokoll beilegen.

„Man macht jetzt ein Making-of von den Texten, die man einreicht. Und dass wir auch sagen, es gibt Faktchecker, also dass man sich darauf gefasst machen muss, wenn man einen Preis, einen Vorschlag einreicht und sich um einen Preis bewirbt, dass der dann auch gecheckt wird und die Fakten noch einmal nachgeprüft werden können.“

Dowideit ist selbst Investigativreporterin der „Welt“. Auch bei ihrer eigenen Arbeit gelten strengere Beweispflichten.

„Und zwar haben wir bei uns im Team, bei der „Welt“, im Investigativteam gesagt, dass wir noch stärker dokumentieren, wie wir recherchiert haben. Dass wir unter anderem, wenn wir mit Personen sprechen, dass wir, wenn es möglich ist, dann auch Selfies mit denen machen, einfach nur für unsere Unterlagen. Dass wir auch stärker nachhalten, wann, wo hat welches Gespräch stattgefunden.“

Auch der „Spiegel“ erhöht seine Standards. Auf etwa 75 Seiten erfahren die Reporterinnen und Reporter, wie gründlich sie arbeiten müssen. Co-Chefredakteur Clemens Höges sagt: Künftig werde es noch wichtiger sein, harte Belege vorzulegen.

„Bei Investigativgeschichten lag die Messlatte bei uns schon immer natürlich sehr hoch, weil bei Investigativgeschichten auch die Gefahr, dass man einer falschen Quelle aufsitzt, weil Interessen im Hintergrund eine Rolle spielen, dass man auch juristische Risiken eingeht – diese Gefahren sind bei investigativen Stoffen alle sehr viel größer. Und da haben wir schon immer vorgebaut. Aber das bauen wir auch noch aus.“

Höges macht aber auch klar: Gerade bei Recherchen im Ausland bleibe ein Risiko – und Relotius hatte vor allem im Ausland recherchiert, immer wieder in den USA, aber auch in Krisenregionen.

„Selfies mit Gesprächspartnern sind natürlich hilfreich, um zu dokumentieren‚ hey, ich war da und es gibt da diesen Menschen. Die Wirkung ist eingeschränkt. Es gibt wenige Leute, die mehr Fotos gemacht haben als Claas Relotius. Nur waren die Personen, von denen er behauptete, es seien die auf den Fotos, die waren nicht echt, die gab es nicht. Das waren ganz andere Leute teilweise.“

Und selbst, wenn ein Redakteur oder Dokumentar einem – vermeintlichen – Protagonisten hinterhertelefoniere, könne ein bezahlter Lügner am anderen Ende der Verbindung sitzen, mahnt Höges.

Das Ausland ist eine besondere Schwachstelle. Sie nutzte auch ein Reporter beim Deutschlandfunk aus. Etwa 20 Jahre hatte er als freier Mitarbeiter unter anderem für diesen Sender gearbeitet und aus dem europäischen Ausland berichtet. Es stellte sich heraus: Zuletzt lieferte er einige Beiträge, bei denen er ausdrücklich vorgab, vor Ort gewesen zu sein – so, wie das die Redaktionen auch bei ihm bestellt hatten. Tatsächlich aber stellte er seine Berichte aus fremdem Material zusammen, das er etwa im Internet fand: bei anderen, örtlichen Sendern oder in Mitschnitten von Veranstaltern. Dem Deutschlandfunk fiel das selbst auf. Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien betont: Dieser Fall sei mitnichten ein zweiter Relotius, keine Fälschung, aber doch journalistischer Betrug:

„Naja, wenn ich als Reporter so tue, als wäre ich in der Arena von Verona und ich sitze daheim in meiner kleinen Kemenate in Bad Reichenhall und wenn ich als Reporter oder Autorin und Autor so tue, als würde ich das Geschehen verfolgen, dann – glaube ich – produziere ich eine Fakenews, eine falsche Geschichte und simuliere eine Anwesenheit, die ja nicht gegeben war. Und tue nicht mein Handwerk, sondern ich liege einfach schlicht und ergreifend daneben.“

Dazu kommt ein Fall, bei dem eine Autorin – neben anderen Medien – auch bei Deutschlandfunk Nova eine erfundene Geschichte erzählt hat. Wentzien sagt: In diesem Fall hat die Redaktion nicht ausreichend nach Belegen gefragt. Das Deutschlandradio, zu dem auch der Deutschlandfunk gehört, überarbeitet nun ebenfalls seine Standards: Im Frühjahr nächsten Jahres soll ein Update des journalistischen Selbstverständnisses erscheinen. Vor allem bei subjektiven Berichten sollen Autorinnen und Autoren ihren Redaktionen konsequenter als bisher belegen, dass ihre Geschichten auch stimmen.

Außerdem sollen in beiden Funkhäusern – in Berlin und Köln – Vertrauenspersonen installiert werden, die Hinweisen nachgehen und selbst auch Stichproben machen. Deutschlandfunk-Chefredakteurin Wentzien sagt, es gehe darum, den eigenen Werkzeugkasten zu entstauben, nicht etwas Neues zu erfinden. Hier und da habe über die Jahre die Routine übernommen. Das Ziel sei, wieder genauer hinzusehen.

„Ein Kollege in Berlin hat ein ganz praktisches Beispiel oder sagen wir mal ein ganz praktisches Bild dafür genutzt. Er sagte: Das, was wir gerade machen, ist so etwas wie eine Schluckimpfung oder eine Auffrischung einer Impfung, um danach ganz kräftig wieder in der Landschaft zu stehen. Das pikst. Manchmal ist es auch bitter, ein bisschen bitter, wenn man so ein Stück Zucker mit Tropfen einnimmt, aber es hilft ungemein.“

In der Diskussion – im Deutschlandradio und darüber hinaus – geht es allerdings nicht nur um die Kontrolle der journalistischen Arbeit, das Checken der Fakten und Protagonisten. Es geht auch um die Verantwortung bei der Planung: Redaktionen wollen mehr denn je darauf achten, dass Reporterinnen und Reporter wirklich frei recherchieren können, statt um jeden Preis Wunschgeschichten zu liefern.

Im „Spiegel“, bei Claas Relotius, lief das mitunter anders. Im Zuge ihrer Aufarbeitung veröffentlichte die installierte Kommission eine E-Mail. Aus ihr geht hervor, wie die Redaktion bei Relotius eine Reportage aus den USA bestellt hat – und gleichzeitig die gewünschte Dramaturgie minutiös vorgab. Das sei allerdings kein „Spiegel“-weiter Standard gewesen, heißt es – sowohl von der Kommission als auch von „Spiegel“-Reporter Moreno und der Chefredaktion des „Spiegel“.

Derjenige, der diese Debatte losgetreten hat, schweigt allerdings: Claas Relotius selbst. Ein Anwalt geht gegen einzelne Details im Buch über die Affäre vor, lehnt Interviewanfragen an Relotius aber ab. Sein Mandant räume zwar ein, dass er eine schwere Verfehlung begangen habe. Er sei aber erst mal noch selbst damit beschäftigt, die Dinge zu verstehen. Clemens Höges und seine Kolleginnen und Kollegen im „Spiegel“ wünschen sich, dass Relotius mit der Aufklärungskommission redet. Vor allem eine offene Frage soll er endlich beantworten.

„Er hatte alle Möglichkeiten, Geschichten zu machen, die gut sind und stimmen. So wie es die ganzen Kollegen hier tun. Warum hat er das nicht gemacht? Warum musste er fälschen? Für eine Geschichte zum Klimawandel, er sollte nach Kiribati, Inselgruppe in der Südsee fliegen. Und soweit wir wissen, ist er nicht nach Kiribati geflogen, hat aber so getan, als wäre er nach Kiribati geflogen. Warum das? Ein Journalist, der mal eben nach Kiribati fliegen kann und dort eine Reportage schreiben kann, warum erfindet man das dann? Warum? Ich verstehe es nicht.“

Auch wenn nun seit einem Jahr das Schimpfwort „Relotius-Presse“ die Runde macht – beim Abverkauf habe der „Spiegel“ die Affäre nicht gespürt. Im Gegenteil: In den vergangenen Monaten verkaufte sich das Magazin mit im Schnitt gut 726.000 Exemplaren – gedruckt und digital – sogar etwas besser als vor einem Jahr. Das Publikum hält dem Magazin die Treue. Einen Relotius-Effekt gib es hier nicht.

Gleichwohl kam es vor einem Jahr im Journalismus zu einer Zäsur. Es gibt eine neue Zeitrechnung. Vor Claas Relotius. Und danach. Beim „Spiegel“ und über ihn hinaus. Die neue Ära im Journalismus hat gerade erst begonnen.

>> Download MP3 (Quelle: Dlf-“Hintergrund”)

Bilanz: Ein Jahr Relotius

Für ZAPP bin ich der Frage nachgegangen, was sich nach der Fälschungsaffäre im “Spiegel” und in anderen Redaktionen getan hat.

für NDR Fernsehen

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— Manuskript des Beitrags —
Verleihung des Deutschen Reporterpreises 2019. Es ist wieder so weit: Eine große Feierstunde für den Journalismus.
Vor einem Jahr hatte er hier seinen letzten Preis bekommen: Claas Relotius – für eine Reportage über den Krieg in Syrien.
[Claas Relotius] „Und ohne die Drei, die bezeichnender Weise alle selbst geflohen sind, wäre es überhaupt nicht möglich gewesen, diese Geschichte zu schreiben, zu recherchieren, überhaupt an diesen Jungen ranzukommen.“
[Jörg Thadeusz] „Herzlichen Glückwunsch, Claas Relotius! Vielen, vielen Dank!“
Nur wenige Tage später platzte die Bombe.
[Nachrichtencollage] „Der Begriff ‚Spiegel-Affäre‘, der bekommt in diesen Tagen eine neue Bedeutung.“
„Claas Relotius galt als Superstar der Branche. Seine Reportagen: preisgekrönt, detailreich, nah dran – zu schön, um wahr zu sein.“
„Relotius hatte über Jahre hinweg Interviews und Reportage-Szenen teils erfunden.“

[Susanne Beyer (2018), Stv. Chefredakteurin “Der Spiegel”] „Wir wissen, wir haben auch eine Leitfunktion für die gesamte Branche. Und dass wir der nicht gerecht geworden sind, das schmerzt uns furchtbar.“
Der „Spiegel“ enthüllte in eigener Sache: „Sagen, was ist.“ In 54 „Spiegel“-Heften hatte Relotius geschrieben. Vieles davon: gefälscht, verfälscht oder abgeschrieben.
Er schrieb aber auch für viele andere Medien. – Der Skandal trifft weite Teile des Journalismus im deutschsprachigen Raum.
[Stephan Lamby, Filmproduzent] „Natürlich müssen sich alle fragen, wie so etwas passieren konnte und ob die Branche anfällig dafür ist. Und viele suchen die Antworten noch immer.“
[Stephan Lebert, Reporter “Die Zeit”] „Das Urvertrauen ist weg. Das Urvertrauen, dass Reporter wo hingehen und aufschreiben, was Sie sehen.“
[Felix Dachsel, Chefredakteur “Vice Deutschland”] „Wenn wir zum Beispiel im Ausland Geschichten angeboten kriegen, dann lehnt man die vielleicht eher ab, weil das Risiko, dass man es nicht überprüfen kann, zu hoch ist. Was eine traurige Konsequenz ist.“
Auch eine Konsequenz: mehr Kontrolle. Redaktionen – etwa die „Süddeutsche Zeitung“ – installieren Datenbanken. Reporterinnen und Reporter sollen ihr komplettes Material an die Redaktionen schicken: Dokumente, Kontaktdaten, Mitschnitte.
Aus Autorensicht: mehr Misstrauen.
Spüren Sie so eine Art Generalverdacht gegen Autorinnen und Autoren?
[Carola Dorner, Vorsitzende “Freischreiber”] „Früher war es so, dass ich mich immer sehr gefreut habe, wenn der ‚Doker‘ anrief, wenn der Faktchecker anrief, weil ich dann immer das gute Gefühl hatte, da bewahrt mich jetzt jemand davor, einen Flüchtigkeitsfehler zu machen, dann Fehler können ja jedem passieren, das wissen wir ja auch. Aber jetzt hat das schon eher was von Inquisition.“
[Ariel Hauptmeier, Reportageschule Reutlingen] „Ich leite ja zusammen mit einem Kollegen die Reportageschule in Reutlingen. Und wir werden das jetzt insofern auch reflektieren diesen Skandal, dass wir künftig einen Dokumentar, einen ehemaligen Dokumentar vom ‚Stern‘ beschäftigen werden, der jeweils jede Übungsreportage einmal stichprobenartig überprüfen wird.“
Der „Spiegel“ an der Hamburger Ericusspitze. Hier wurde alles minutiös aufgearbeitet, Strukturen verändert. Einige Mitarbeiter mussten gehen. Nach einem Jahr gibt es neue Standards. Strengeren Kontrollen.
Clemens Höges ist seit 29 Jahren dabei – erst Reporter, dann Ressortleiter, nun Mitglied der Chefredaktion. Er verspricht: Man werde noch genauer hinsehen.
[Clemens Höges, Chefredaktion “Der Spiegel”] „Ich wäre eigentlich froh, wenn die Affäre Relotius nicht verschwinden würde, sondern wenn sie uns, aber durchaus auch Kollegen in anderen Häusern immer sagt, was passieren kann, worauf man achten muss, dass man eben immer noch mal zehn Prozent gründlicher arbeiten muss als man es eigentlich vielleicht für nötig hält. Das Relotius – ich glaube, das wird nicht schnell verschwinden. Und das ist gut so.“
Der „Spiegel“ will künftig noch mehr Belege sehen. Was das bedeutet, zeigt dieser Fall aus 2014. Wettbetrug im Fußball, „Faule Äpfel“. Die Basis, ein Facebook-Chat mit einem Insider – nicht mehr auffindbar. Schon damals. Nun heißt es offiziell, „aus heutiger Sicht“ würde ihn der „Spiegel“ so „nicht mehr drucken“.
Clemens Höges mahnt allerdings: Kontrollen seien gut, hätten aber auch ihre Grenzen. Etwa: bei Selfies mit Interviewpartnern – so wie hier beim Besuch von ZAPP.
[Clemens Höges, Chefredaktion “Der Spiegel”] „Die Wirkung ist eingeschränkt Es gibt wenige Leute, die mehr Fotos gemacht haben als Claas Relotius. Nur waren die Personen, von denen er behauptete, es seien die auf den Fotos, die waren nicht echt, die gab es nicht. Das waren ganz andere Leute teilweise.“
Viel ist aufgearbeitet, vieles anders – ein Jahr nach dem großen Knall. Eine Frage aber, sie quält die Journalisten noch immer. Vor allem hier beim „Spiegel“.
[Clemens Höges, Chefredaktion “Der Spiegel”] „Ich verstehe Relotius nicht. Ich verstehe nicht, warum er das gemacht hat. Dieses ist ein wirklich gutes Haus, das seinen Reportern alle Möglichkeiten gibt. (…) Warum musste er fälschen? Oder warum glaube er, fälschen zu müssen? Warum? Oder warum wollte er fälschen? Warum hat er es gemacht? Kiribati. Für eine Geschichte um Klimawandel, er sollte nach Kiribati, Inselgruppe in der Südsee fliegen, Insel in der Südsee. Und soweit wir wissen, ist er nicht nach Kiribati geflogen, hat aber so getan, als wäre er nach Kiribati geflogen. Warum das? Ein Journalist, der der mal eben nach Kiribati fliegen kann und dort eine Reportage schreiben kann, warum erfindet man das dann? Warum? Ich verstehe es nicht.“

>> Beitrag in der ARD-Mediathek (Quelle: NDR-“Zapp”)

Relotius-Anwalt zur Klage gegen Juan Moreno

Zusammen mit Jörg Wagner habe ich Christian Schertz auf radioeins (rbb) befragt: Wann äußert sich Relotius? Wogegen wehrt er sich? Welche Perspektive hat er?

für radioeins

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>> Mitschnitt im Youtube-Kanal von Moderator Jörg Wagner

Nun auch Täuschungsfall beim Radio: Wie sich die Sender schützen wollen

für Übermedien

Seit vor bald einem Jahr bekannt wurde, dass der „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius über Jahre gefälschte Reportagen im „Spiegel“ und anderen Medien untergebracht hat, überlegt die Branche, wie sie sich schützen kann vor derlei Betrug – aber auch generell vor Fehlern und Unsauberkeiten.

Zuweilen wird die Causa Relotius dabei als Einzelfall abgetan, als beispiellose Täuschung eines Hochstaplers. In der Dimension, also dem Ausmaß der Fälschungen, mag das stimmen. Aber auch nach Relotius wurden Fälle bekannt, in denen Autoren Beiträge ablieferten, die so nicht stimmten.

So wurde zum Beispiel öffentlich, dass ein Autor versucht hatte, im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ eine Geschichte unterzubringen, deren Protagonistin er erfunden hatte. Auch anderen Medien entdeckten daraufhin Fehler in seinen Texten. Sie beendeten die Zusammenarbeit.

Oder der Fall eines RTL-Autors, den der Sender selbst öffentlich machte. Er hatte PR-Videos ausländischer Stars als eigene verkauft und sich sogar mit Fragen dazwischen geschnitten. Er arbeitet nun nicht mehr für den Sender.

Dieser Fall ist auch deshalb bemerkenswert, weil FernsehjournalistInnen gerne behaupten, in ihrem Medium sei Betrug oder unsauberes Arbeiten kaum möglich. Aber es funktioniert eben doch, nur anders als im Geschriebenen. Und nun ist nach Informationen von Übermedien auch der Hörfunk betroffen.

Deutschlandradio-Reporter bediente sich bei anderen Medien

Es geht um einen Reporter, der gut zwei Jahrzehnte lang für das Deutschlandradio arbeitete und bis zuletzt aus dem europäischen Ausland berichtet hat. Er soll im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet haben, die nicht aus von ihm selbst geführten Interviews stammten. Mehr noch: Der Journalist hat mit atmosphärischen Elementen in seinen vermeintlichen Reportagen sogar den Eindruck erweckt, er sei persönlich vor Ort gewesen. War er aber nicht.

Das Deutschlandradio bestätigt dies auf unsere Anfrage, und auch der Journalist räumt sein Vorgehen ein. Das Material, das er nutzte, stammte demnach aus anderen Medien. Das Deutschlandradio hat die Beiträge nach eigenen Angaben geprüft und geht davon aus, dass die Fakten stimmen – und die O-Töne auch nicht mit ausgeklügelter Stimmsynthese modelliert wurden.

Der Reporter hat die Redaktionen im Unklaren darüber gelassen, wie seine Beiträge zustande kamen. Der Sender kam ihm dann offenbar selbst auf die Schliche. Der Journalist führt persönliche Gründe an, weshalb er seinen Wohnort nicht für Reportage-Reisen habe verlassen können und deshalb so vorging. Er schreibt auf Anfrage, er habe aus einer „persönlichen Notlage“ heraus gehandelt, „aber das entschuldigt nichts“. Der Sender hat die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

„Der Fall ist kein zweiter Relotius“, betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Der Kollege habe keine Geschichten erfunden, sich allerdings in fremdem Material bedient. „Klar, keine Auslandskorrespondentin und kein Auslandskorrespondent wird immer in der Lage sein, alle O-Töne selbst einzuholen“, sagt Wentzien. „Das ist eine Schwäche, aber damit gehen wir offen um, indem wir die Herkunft des Materials benennen.“ In diesen Fällen habe der Autor seiner Redaktion diese Möglichkeit aber verschwiegen.

Sandra Müller: „Auch Rundfunk anfällig für Manipulationen“

Sandra Müller sieht sich bestätigt. Müller berichtet für den SWR und die ARD aus Tübingen, bildet VolontärInnen aus und organisiert Fachkonferenzen für JournalistInnen. Dass auch der Rundfunk anfällig ist für Manipulationen und Fälschungen, davor warnt sie schon lange. Zu dem aktuellen Fall sagt sie, es sei „keine komplette Fälschung, klar, aber doch ein Betrug an den HörerInnen, weil ihnen etwas vorgegaukelt wird, was so nicht stattgefunden hat.“

Die Sache erinnere sie an den „virtuelle Journalismus“, den Lutz Mükke schon 2008 in einem Dossier zum Zustand der deutschen Auslandsberichterstattung beklagt hatte, also: in Features über Länder zu berichten, in die Reporter nie gereist waren. Müller wiederum hat vor zwölf Jahren die Initiative Fair Radio gegründet, der sie bis vor ein paar Tagen angehörte. Fair Radio forderte schon 2007 im „Tutzinger Appell“ ein „glaubwürdiges Radio“.

Dagegen sei der Fall beim Deutschlandradio ein „klarer Verstoß“, sagt Müller. Der Appell werde „in der Branche zum Teil aber leider immer noch belächelt“ – auch für die Forderung, nichts vorzugaukeln. So kommt es etwa immer wieder vor, dass Radios insinuieren, ein Reporter sei gerade live vor Ort, dabei wurde die Schalte aufgezeichnet. „Das seien doch ganz normale Radiotechniken, heißt es oft“, sagt Müller. „Ich finde: Nein!“ Deshalb freue es sie „um so mehr, dass das Deutschlandradio da so konsequent entschieden hat“.

Auch wenn alle bisher bekannten Fälle einzeln betrachtet werden müssen, weil sie unterschiedlich sind – welche Schlüsse lassen sich dennoch daraus ziehen für die Arbeit mit Reporterinnen und Reportern?

Die Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel schrieb, kurz nachdem der Fall Relotius bekannt geworden war, in ihrem Blog darüber, „wie wir JournalistInnen unsere Fakten prüfen“. Sie warb unter anderem dafür, dass „wir Deutschen uns einiges aus dem angelsächsischen Raum abschauen“. Auch heute ist sie noch davon überzeugt, dass das angebracht sei – und bei der Qualitätssicherung die Kulturen auf beiden Seiten des Atlantiks oft unterschiedlich sind.

Derzeit ist Wolfangel Stipendiatin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Boston, arbeitet also erst mal nicht mehr als Journalistin. Der Fälschungs-Skandal lässt sie dennoch nicht ganz los. Der Fall sei auch in den USA ein Thema, Factchecking sowieso: Bei US-Medien sei es „praktisch selbstverständlich, dass Redaktionen Gesprächspartner fragen, ob man sich wirklich in der beschriebenen Bar getroffen hat und ob die Zitate stimmen“, sagt sie.

Quellentransparenz sei auch gegenüber dem Publikum gängiger, erzählt Wolfangel diese Woche am Telefon. „Statt eines ‚sagte er‘ heißt es oft präzise ‚sagte er am vergangenen Dienstag in einem Telefonat‘“. In Deutschland habe sie zwar auch erlebt, dass Redaktionen wissen wollten, ob Geschichten stimmten. „Ich sollte sogar Selfies mit meinen Protagonisten machen“, berichtet sie von ihrer Zusammenarbeit mit „Geo“. Standard sei das aber nicht.

Da war etwa ihr Radiofeature, das der SWR im Frühjahr sendete. Wolfangel hatte unter anderem in London recherchiert, was sie in ihrem knapp 30-minütigen Beitrag mit atmosphärischen Tönen illustriert, etwa von ihren Bahnfahrten. Sie lobt die Zusammenarbeit mit dem Sender: Ihr Redakteur habe wissen wollen, mit wem sie sich wann treffe und auch hinterfragt, ob ein Experte wirklich Ahnung habe. „Das war ein intensiver, kritischer Kontakt“, sagt Wolfangel. „Das war gut!“ Sie sagt aber auch: „Ich hatte vergessen, die Reise abzurechnen. Ob ich wirklich vor Ort war, kann also niemand gewusst haben.“

Nun ließe sich sagen: Das nennt sich Vertrauen. Andererseits: Auch der „Spiegel“ vertraute Relotius. Lange Zeit. Bei ihm kam dann heraus, dass er nicht immer dort war, wo er hätte sein sollen. Die interne Kommission, die prüfte, weshalb der mit Preisen überschüttete Betrüger über Jahre nicht aufflog, schreibt in ihrem Abschlussbericht etwa: „Heute ist klar, dass Relotius nicht einmal auf Kiribati war, sein Text war gefälscht.“ Im Protokoll zu seinen Fälschungen heißt es, er habe den Flug nach Kiribati „nicht angetreten“, die Motelbuchung „kurzfristig (…) storniert“. Der Klima-Text mit Relotius‘ vermeintlicher Reportage von der Südsee-Insel erschien Ende 2018 im „Spiegel“.

Umfrage bei Sendern: Wie schützen vor Betrug und Unsauberkeiten?

Wie gehen Sender damit nun um? Beim Deutschlandradio heißt es, man plane, seinem „Journalistischen Selbstverständnis“ ein Update zu verpassen. Seit 2014 regelt der Leitfaden den Umgang mit Interessenkonflikten. Nun soll es unter anderem zum Thema Lügen erweitert werden. „Es geht um Reportagen, aber es geht auch um subjektive Geschichten, wie wir sie gerade in unserem jüngeren Programm Deutschlandfunk Nova wünschen“, sagt DLF-Chefredakteurin Wentzien. „In diesen Zeiten müssen wir in der Lage sein, jederzeit dokumentieren zu können, was wir tun.“

Im Gespräch seien unter anderem Recherche-Protokolle: AutorInnen des Deutschlandradios sollen für RedakteurInnen Kontaktdaten zu ihren GesprächspartnerInnen festhalten und „durchaus“ Fotos ihrer Recherchen beifügen. Außerdem solle, zumindest nach derzeitigem Stand der Überlegungen, eine Ombudsperson eingesetzt werden, die Stichproben mache und Zweifeln nachgehe. „Am Ende geht es doch darum, dass wir journalistisch sauber arbeiten“, sagt Wentzien. „Das wollen AutorInnen, das wollen auch RedakteurInnen. Und das sind wir unserem hohen Qualitätsanspruch schuldig.“

Übermedien hat auch die neun Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF, die Deutsche Welle und den Rundfunk in der Schweiz und in Österreich gefragt. Aus der Schweiz, aus Österreich und von der Deutschen Welle stehen noch Antworten aus – wenn sie eintreffen, ergänzen wir sie.

Bayerischer Rundfunk: „Zeile für Zeile und Wort für Wort“

Was das Fernsehen bei ARD und ZDF angeht, lautet die Reaktion auf unsere Fragen zusammengefasst: Alle Beiträge durchliefen mindestens ein Vier-Augen-Prinzip, zwei Quellen seien Pflicht und Fälschungen oder Manipulationen gerade im Teamwork-Medium Fernsehen kaum möglich. Vor allem investigative Stoffe würden „Zeile für Zeile und Wort für Wort“ geprüft, verspricht unter anderem der BR. „Alle Fakten, die wir veröffentlichen, können wir belegen.“

Der SWR geht in der Debatte auf große Distanz zu Relotius. „Der Fall ist nicht dazu geeignet, alle Medien unter einen Generalverdacht zu stellen“, schreibt ein Sendersprecher und betont, das sei ein Print-Fall. Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht, doch „bei der Abnahme werden die Recherchen der AutorInnen kritisch überprüft und hinterfragt“. Ähnlich antwortet auch der MDR: Das Vertrauen der Bevölkerung in den Sender habe „oberste Priorität, da in der Wahrhaftigkeit im Journalismus der Schlüssel für die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt“. Die Messlatte liegt hoch.

Sandra Müller sieht allerdings noch Potenzial. Auf dem Programm der Tutzinger Radiotage Mitte September stand unter anderem „Professionell zweifeln“. Müller wollte ExpertInnen aus den Sendern gewinnen, die TeilnehmerInnen von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Faktenchecken schulen, jenseits der Verifikation von „Fake News“ im Netz.

„Ich hatte mich in meinem – nicht ganz kleinen – Radionetzwerk erkundigt“, sagt Müller. „Niemand kannte FaktencheckerInnen, die Hörfunkmanuskripte prüfen. Auch KollegInnen, die seit Jahrzehnten fürs Radio arbeiten und auch Features produzieren, konnten mir nicht weiterhelfen.“ Allein beim Hessischen Rundfunk (HR) habe man ihr gesagt, es gebe nun zwei Archivare, die kürzlich bei einer Faktencheck-Weiterbildung gewesen seien. Nach Tutzing kam letztlich eine Faktencheckerin des Recherche-Netzwerks Correctiv.

HR: ArchivarInnen seit einem Jahr auch Faktenchecker

Der HR bestätigt auf Nachfrage, dass es inzwischen Faktenchecker gebe, dieses Instrument sei aber noch neu und müsse sich erst etablieren. Die ArchivarInnen seien vor etwa einem Jahr in Faktenchecks eingestiegen. Erste Checks würden für die Reihe „Funkkolleg” laufen. Das Archiv wolle „noch im Herbst“ prüfen, ob und wie das ausgeweitet werden könne, auch für die aktuelle Berichterstattung. Insgesamt sei man überzeugt, dass dieses Angebot in diesen Zeiten immer stärker gebraucht werde.

Aber es geht natürlich nicht nur um Fakten, sondern auch darum, ob ReporterInnen überhaupt unterwegs waren und Fakten und Töne selbst eingesammelt haben – oder einfach zusammenkopiert. Meistens lautet das Argument in den Antworten der ARD-Anstalten: das Berichterstattungsgebiet schütze.

„Unser Kerngeschäft liegt in der regionalen Berichterstattung“, teilt etwa ein Sprecher des Saarländischen Rundfunks (SR) mit. Inhaltliche Manipulationen würden „sehr schnell auffallen“. Das meint auch Radio Bremen (RB): „Das Berichtsgebiet ist überschaubar, die Nutzung unserer Programme hoch, die Redaktionen über ihre verschiedenen Kanäle wie zum Beispiel Social Media leicht zu erreichen und dem Publikum gefühlt nah.“ Außerdem würden die eigenen Qualitätsstandards „regelmäßig evaluiert“.

Kein Sender meldet weitere Betrugs-Fälle

Kein Sender – weder aus der ARD noch das ZDF – meldet auf unsere Anfrage hin weitere eigenen Fälle aus der jüngeren Zeit. Schon nach Relotius hätten sich die Hörfunk-ChefredakteurInnen „mehrfach mit dem Thema Quellennennung befasst“, erklärt ein Sprecher der ARD und zitiert aus einem Handbuch für die KorrespondentInnen des Hörfunks:

„Besondere Sensibilität ist bei Studio-Berichten geboten, die z.B. szenische Schilderungen oder besondere Originaltöne enthalten und insgesamt den Eindruck erwecken könnten, Korrespondent*innen seien direkt vor Ort. In solchen Fällen sollte der Beitragstext an geeigneter Stelle einen kurzen Hinweis enthalten.“

Auch der Umgang mit Fremdmaterial ist in den Sender offensichtlich ein Thema – teils auch schon seit Jahren. „Aus unserer Sicht hat die Debatte, die sich an den angeblichen Panzer-Bildern aus der Ukraine entzündete, sehr viel tiefgreifendere Auswirkungen auf unsere Arbeitsabläufe und Kontrollmechanismen gehabt“, erklärt beispielsweise ein rbb-Sprecher.

In der Tat hatte die ARD bei der Berichterstattung aus der Ukraine mehrmals Bilder eingesetzt, die gar nicht zeigten, was gerade vor Ort passierte. Sie musste sich daraufhin korrigieren. „Die Frage, wie wir mit unseren Bildern und auch O-Tönen umgehen, woher sie stammen, was sie tatsächlich abbilden, spielt seitdem im Alltag eine wesentlich größere Rolle.“

Größere Veränderungen interner Standards melden allerdings erstaunlich wenig Sender zurück. Mindestens ein Sender hat sogar gar nichts, was er verändern könnte: „Der Hessische Rundfunk hat kein geschriebenes Regelwerk“, heißt es aus Frankfurt am Main: „Allerdings verlässt nichts, was nicht mindestens double-checked wäre, das Haus – egal, auf welchem Ausspielweg.“

Der WDR wiederum arbeitet daran, seine Grundsätze zu erweitern. So soll auch dort die „Dokumentation und Transparenz des Rechercheweges“ eingeführt werden, vor allem bei investigativen Berichten, schreibt der WDR.

NDR zieht Schlussfolgerungen aus dem Fall Relotius

Das NDR-Fernsehen berichtet von „zum Teil stichprobenartigen Sichtungen von Rohmaterial – auch durch das Justiziariat“. Der Hörfunk schickt zudem ein internes Papier. In „Der Fall Relotius – Schlussfolgerungen der Redaktionen von NDR Info, NDR Kultur, NDR2 und N-Joy“ heißt es:

„Bei Recherchen für Langformate: Originalbelege über Fahrten und Unterkünfte vorlegen lassen.

[…] Kritisch nachfragen bei exklusiven Interviews mit Künstler*innen (Stammen alle Aussagen im Beitrag aus dem Interview? Lassen sich Zitate in indirekter Rede mit aufgenommenem Audiomaterial belegen? Ort und Zeit des Interviews nachprüfen).

[…] In Reportagen sollte keine Atmo eingesetzt werden, die nicht am Ort des Geschehens aufgenommen wurde – es sei denn, dies wird im Text kommuniziert („Fernsehbilder zeigen den landenden Hubschrauber…“).“

Das alles könnte man als ungewöhnliches Misstrauen gegenüber AutorInnen werten. Oder eben als gesunde Vorsicht. „Ich halte professionelles Misstrauen für unproblematisch“, sagt Sandra Müller. Es sei vermutlich eine Frage der Gewohnheit. „Wenn alle ihre Kontakte und Reisen belegen müssen, dann ist das eben der Standard, der uns allen mehr Sicherheit vor FälscherInnen gibt.“ Sie selbst würde den Schwerpunkt dabei allerdings auf Faktenchecks legen.

Eva Wolfangel beobachtet „hier und da“ auch Bewegung, etwa als sie sich neulich für den Reporterpreis bewarb, den Relotius gleich vier Mal erhalten hatte. Sie habe neben dem Beitrag auch Kontaktdaten von Gesprächspartnern und ein Making-of einreichen müssen. „Solche Dokumentationen und vor allem auch die Fragen von Faktencheckern nerven jedes einzelne Mal – aber sie sind wichtig“, sagt Wolfangel. Wer Faktenchecks bedienen müsse, sei schon in der Recherche sehr genau. Das helfe allen – und auch der Glaubwürdigkeit, dem unique selling point des Journalismus.

>> zur Originalveröffentlichung auf übermedien.de

Auf der Pirsch

Seit 70 Jahren beliefert dpa Zeitungen und Sender mit Nachrichten. Mit Inga Mathwig habe ich mich für ZAPP gefragt, wie es um ihre Verlässlichkeit und Zukunft bestellt ist.

für NDR Fernsehen

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>> Beitrag in der NDR-Mediathek (Quelle: NDR-“Zapp”)

Eine für alle

Die Nachrichtenagentur dpa wird 70. Warum zunehmend PR-Dienste das Kerngeschäft subventionieren müssen, habe ich im ARD-Hörfunk erklärt – u.a. auf WDR5.

für WDR5

— Manuskript des Beitrags —

Wenn auf der Welt etwas passiert, das sehr, sehr wichtig ist, dann senden Nachrichtenagenturen eine sogenannte „Blitz“-Meldung. Bei der Feierstunde zum 70. der dpa gab‘s eine Auswahl dieser Raritäten.

„19.3.1951 – der erste dpa-‚Blitz‘ überhaupt: Montanvertrag paraphiert. 19.10.1951: Truman unterzeichnet Entschließung zur Kriegsbeendigung mit Deutschland. 4.7.1954: Deutschland Fußball-Weltmeister durch 3:2. Sieg über Ungarn.“

Im Zeitalter der Fernschreiber löste der „Blitz“ in den Redaktionen einen Alarm aus: Journalisten sollten sofort auf die Meldung schauen. Auf dem Festakt mahnt der Bundespräsident: Gerade im digitalen Zeitalter werde dpa nun mehr denn je gebraucht – und: ihre Objektivität.

„Unbehindert natürlich durch Zensur oder staatliche Reglementierung, aber auch mit Blick aufs Heute: Unbehindert mit Blick auf absichtsvolle Manipulation“

, so Frank-Walter Steinmeier. Er erinnert auch an die enorme Verantwortung der dpa, die praktisch alle Nachrichtenredaktionen in Deutschland beliefert – bei Zeitungen, Fernseh- und Radiosendern und Onlineportalen:

„Fakten sind Fakten, wenn sie von dpa gemeldet werden. Und sind sie es einmal nicht, dann werden sie – auch das habe ich erlebt – umgehend korrigiert. Dieses Vertrauen, meine Damen und Herren, das haben Sie sich durch Ihre Arbeit erworben.“

Für dpa arbeiten inzwischen etwa 1.000 Journalisten. Die meisten sitzen verstreut auf Korrespondentenbüros in Deutschland und der Welt. Allein 270 Schreibtische stehen jedoch in einem riesigen „Newsroom“ in Berlin.

Atmo: Newsroom dpa

Auf dieser Fläche – 150 Meter lang – wird die Berichterstattung koordiniert. Tempo ist dabei eine wichtige Größe. Gerade die Vernetzung birgt für die Agenturjournalisten aber auch Risiken: Im Internet kann jeder Fälschungen verbreiten. Dass dabei auch gezielt Nachrichtenagenturen adressiert werden, hat dpa vor zehn Jahren erlebt.

Auszug „Bluewater“-Fake: Nachrichtensprecherin

Über das Netz – flankiert von Anrufen – erreichten dpa Bilder eines vermeintlichen Nachrichtesenders aus den USA. dpa meldete einen Terroranschlag – den es nie gab. Angerufen hatten Schauspieler. Sie haben Internetseiten und Videos gefälscht. Sven Gösmann, seit fünf Jahren der Chefredakteur der dpa:

„Ich war noch nicht bei dpa. Ich habe es nur so erzählt bekommen, dass es der Weckruf war, der vielleicht auch nötig war, weil man natürlich häufig zu sehr vertraut hat.“

Heute beschäftigt Gösmann ein ganzes Verifikationsteam. Es checkt das Material, das die Agentur etwa über soziale Netzwerke erreicht. dpa – früher nur Lieferant von Informationen – ist neuerdings auch mit den Redaktionen in Verlagen und Sendern vernetzt: In einem Chatsystem tauschen sich Redakteure über fragwürdiges Material aus.

Doch die nächste Prüfung steht schon bevor: sogenannte Deepfakes. Fälscher legen Politikern oder Konzernchefs Worte in den Mund. Moderne Technik baut Stimmen und die Gesichtszüge fast perfekt nach.

„Wir müssen uns alle davor fürchten. Wir als Nachrichtenmacher beziehungsweise Nachrichtenübermittler, aber auch die Empfänger solcher vermeintlichen Nachrichten, weil da ist der Manipulation natürlich Tür und Tor geöffnet.“

Zusammen mit Forschern etwa des Fraunhofer Instituts arbeitet dpa an der nötigen Technik, um Deepfakes zu erkennen. Vermutlich braucht der Chefredakteur aufwändige Software und auch weitere Faktenchecker.

„Das alles kostet. Journalismus ist nie umsonst.“

Die Digitalisierung fordert dpa auch wirtschaftlich. Nach dem Krieg wurde die Agentur als Genossenschaft gegründet: Sie gehört fast 200 Rundfunkanstalten und Zeitungen – und damit letztlich den Medien. Peter Kropsch, der Geschäftsführer der dpa, sagt, diese Konstruktion schaffe letztlich Unabhängigkeit: Niemand könne durchregieren.

Das Problem: Die wichtigsten Kunden sind nach wie vor die Zeitungen. Sie zahlen nach Auflage. Die geht jedoch seit Jahren zurück. Das, sagt Kropsch, schlage auch auf dpa durch…

„…, sodass wir in unseren Kernbereichen wie auf einer schiefen Ebene weniger Umsatz machen. Das kommt aus dem Entgeltmodell heraus. Deswegen ist es so wichtig, in anderen Bereichen zu wachsen.“

dpa verdient immer mehr Geld mit Ablegern: Dienstleister, die PR-Meldungen verbreiten. Sie subventionieren zunehmend das eigentliche Geschäft, den Nachrichtenjournalismus. Außerdem kommt aus dem Silicon Valley erstes Geld: Facebook kauft Faktenchecks. So hilft dpa auch der Kampf gegen Desinformation und Deepfakes beim Überleben.

>> Download MP3 (Quelle: WDR5-“Töne, Texte, Bilder”)

Der Fall Relotius und seine Folgen

Zusammen mit Inga Mathwig habe ich eine Sondersendung von ZAPP zur Fälschungsaffäre recherchiert: Was haben die Redaktionen über ihren Fälscher herausgefunden und welche Konsequenzen ziehen Journalisten nun?

für NDR Fernsehen

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>> Beitrag im ZAPP-Youtube-Kanal (Quelle: NDR-“Zapp”)

radioeins-“Medienmagazin” vom 12. Januar 2019

In unserer radioeins-Sendung sprechen Jörg Wagner und ich diesmal zusammen mit “Promi-Anwalt” Christian Schertz über den Datendiebstahl, den Fake-Relotius, Hass im Netz und Yellowpress.

für radioeins

— Inhalte der Sendung —

1. Datendieb ermittelt – die Konsequenzen
Das Bundeskriminalamt hat am Mittwoch in Mittelhessen einen 20jährigen geständigen Tatverdächtigen für den in der letzten Woche bekannt gewordenen Datendiebstahl festgenommen. Doch diese illegal erbeuteten Daten von Politikern, Prominenten und Journalisten liegen jetzt auch auf Daten-Speichern von Medien, die sich mit diesem Fall beschäftigt haben. Müssten sie gelöscht werden? Was drohen dem Dieb für rechtliche Konsequenzen?

2. Relotius-Betrüger bot Medien, auch radioeins, Interviews an
Ein Unbekannter gab sich letzte Woche via E-Mail und am Telefon bei radioeins als Relotius aus und bot auch weiteren Medien wie Deutschlandfunk und Antenne Bayern Interviews an. radioeins ging zum Schein auf das Angebot des vermeintlichen Relotius ein, um den Betrüger zur Rede zu stellen.
Zusätzlich: telefonisch zugeschaltet Ina Tenz, Programmdirektorin und Geschäftsleiterin Content, Antenne Bayern

3. Hasswellen im Netz – keine Chance für den Rechtsstaat?
Die Hasskommentare, die ZDF-Journalistin Nicole Diekmann für ihren #NazisRaus-Tweet bekam, sind ein weiteres Indiz für die Beobachtung, dass in der digitalen Kommunikation die Werte der analogen Welt nicht gelten. Oder doch?
O-Töne von der CIVIS-Medienkonferenz :
* Anja Reschke, NDR
* Prof. Dr. Andreas Zick, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld

4. Yellow-Press legaler oder geduldeter Betrug?
Doch was sind die Fälschungen eines modernen Märchenerzählers und Betrügers wie Claas Relotius gegen das tägliche Fälschen der Yellow Press?

>> Download MP3 (Quelle: radioeins)

Vermeintlicher Relotius versucht radioeins reinzulegen

Radioeins und ZAPP haben den Fälscher des Fälschers auflaufen lassen. Mit Volker Wieprecht spreche ich über diese Abwehraktion und bisherige Versuche, Medien hereinzulegen.

für Radioeins

>> Download MP3 (Quelle: Radioeins)