radioeins-“Medienmagazin” vom 7. März 2020

In unserer radioeins-Sendung diskutieren Jörg Wagner und ich die Lage auf dem Berliner Zeitungsmarkt. Im Studio zu Gast: “Tagesspiegel”-Chefredakteur Lorenz Maroldt.

für radioeins

— Zeitmarken dieser Sendung —

[00:00] INTRO: Lorenz Maroldt 2016 | [03:02] Der Tagesspiegel und die Konkurrenzsituation 2005/2020 mit der Berliner Zeitung | [13:35] Der Tagesspiegel und die Foto-Redaktion/ der Redaktionsetat | [17:28] Die Folgen durch die Corona-Epidemie | [19:03] Der Tagesspiegel und die Newsletter | [23:51] Der Tagesspiegel, die MoPo und der öff.-rechtl. Rundfunk | [25:53] Der Tagesspiegel/Berliner Verlag/Springer und die Mitbestimmung | [46:04] Bonus: MTMextra-Vortrag von Holger Friedrich | [1:07:51] Bonus: Interview Holger Friedrich | [1:17:38] Bonus: Lorenz Maroldt – die Erfindung des “Checkpoint”-Newsletters

>> Download MP3 (Quelle: radioeins/Jörg Wagner)

Neuer Ärger bei der “Berliner Zeitung”

Silke und Holger Friedrich haben ihren neuen Chefredakteur Matthias Thieme verloren. Über die Hintergründe und Folgen habe ich mit dem Deutschlandfunk gesprochen.

für Deutschlandfunk

>> Download MP3 (Quelle: Dlf-“Mediasres”)

Chaotische Öffentlichkeitsarbeit

Für ZAPP habe ich mir den affärenbelasteten Start der neuen “Berliner Zeitung”-Verleger angesehen.

für NDR Fernsehen

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— Manuskript des Beitrags —
„Ja, das ist die Akte…“
Besuch bei der „Welt am Sonntag“. Christian Meier und Uwe Müller durchleuchten die Vergangenheit des neuen Medienbesitzers Holger Friedrich. Die Anfrage bei der Stasi-Unterlagenbehörde: ein Treffer.
„Ich hätte da niemals mit gerechnet. Das war eine Anfrage, die man stellt im Rahmen einer Recherche. Ich hätte aber nicht gedacht, dass sich jemand einen Verlag kauft und dann, wenn er seine Motive erklärt, gerade bei einem Berliner Verlag, das nicht auch thematisiert, nach vorne heraus zu sagen, ich habe auch eine Vergangenheit.“
Etwa 80 Seiten aus der Akte von Holger Friedrich hat die Behörde freigegeben. Er verpflichtet sich, zu spitzeln. Als Wehrpflichtiger soll er „Hinweise zu Fahnenfluchten, politische Untergrundtätigkeit und Kirchentätigkeit“ liefern. Und Friedrich liefert: Der Bruder eines Soldaten habe „Ausreisegedanken Richtung BRD“.
Oder auch vom Treffen mit einem Kohl-„Heizer“:
„Dass dieser gesagt habe: ‚Das mit dieser Rohbraunkohle halt ich für eine Schweinerei für die Umwelt. (…) Und dann sagt dieser Heizer da noch: diese Dienststelle hier Ziegendorf ist ein einziger Saustall!‘“
Die Konsequenz:
„Dann interessiert sich jetzt auf einmal die Stasi dafür, ist dieser Mann etwa ein Umweltaktivist – da müssen wir doch jetzt mal gucken.“
Auf ihre Anfrage dazu antwortet Holger Friedrich in der eigenen Zeitung. Er spricht von einer „Notsituation“ – sei erpresst worden: Knast wegen des Verdachts der Fahnenflucht oder Konspiration. Er habe „unter Zwang“ zugestimmt. Tatsächlich halten auch seine Führungsoffiziere fest, er sei „auf der Grundlage der Wiedergutmachung seiner strafbaren Handlungen kontaktiert“ worden. Und: Am Ende habe seine „Ablehnung der Zusammenarbeit“ gestanden. Wie es dazu kam? Der bekannte Teil der Akte lässt es offen.
„Genau aus diesem Grunde hätten wir natürlich auch sehr, sehr gerne mit Herrn Friedrich gesprochen und wir haben ja ausführliche Fragen an ihn geschickt. Und er hat es dann ja vorgezogen, diese Fragen schriftlich zu beantworten und auf der Seite der ‚Berliner Zeitung‘ zu veröffentlichen, statt die an uns zu schicken.“
„Und ich finde, damit hat er seine Redaktion zur Geisel seiner eigenen Geschichte gemacht. Er hat sie da mit reingezogen. Es ist aber eine Geschichte von ihm. Die liegt lange, bevor er Verleger geworden ist.“

Und es ist nicht das einzige Mal, dass die Verleger die Zeitung zu ihrer Plattform machen. Zum Mauerfall präsentieren sie ihre „Berliner Botschaft“ – und irritieren zu Egon Krenz mit der Frage, ob es „groß war, ihn neben anderen zu viereinhalb Jahren Haft zu verurteilen“.
Dazu auf dem Titel: eine „Ostdeutsche Erfolgsstory in der Medizin“. Über ein Biotech-Unternehmen, an dem der Verleger Aktien hält und im Aufsichtsrat sitzt. Dazu: kein Wort.
Brigitte Fehrle war selbst Chefredakteurin der „Berliner Zeitung“. Zuletzt hat sie beim „Spiegel“ die Aufklärungskommission um den Fall Relotius geleitet. Sie kennt sich aus mit Kommunikation „In eigener Sache“.
„Man muss die Hoheit über die Abläufe haben und man muss die Deutungshoheit über die Inhalte haben. Und beides ist hier an allen Punkten schiefgegangen. Also, die Stasi-Geschichte wurde von der “Welt” enthüllt und damit auch getrieben. Die Geschichte über die Firma wurde vom “Spiegel” enthüllt und daher getrieben. (…) Also in jedem Punkt war die Redaktion immer nur die reaktive, der reaktive Part und konnte an keinem Punkt aktiv handeln und offenen Visiers und selbstbewusst mit dieser Situation umgehen.“
Auch auf einer Journalisten-Feier in der Hauptstadt zeigt sich: Die anfängliche Begeisterung über die neuen Eigentümer ist dahin.
„Berliner Zeitung“ – da fällt mir gar nichts mehr zu ein.“
„Die armen – Redakteure?!“
„Och, Bauchschmerzen, wenn man die Entwicklung der letzten Tage verfolgt.“
„Na, das eine ist, nicht offen mit der Biographie umgehen, aber problematischer finde ich noch diese Verquickung von geschäftlichen Interessen, verlegerischen Interessen, redaktionellen Interessen.“

Der Berliner Verlag. Ein Interview mit den neuen Verlegern: erst mal nicht – Friedrich will zunächst seine eigene Akte lesen.
Stattdessen: ein Treffen mit Michael Maier. Die Friedrichs haben ihn als Herausgeber und Geschäftsführer installiert. Er will jetzt „Brandmauer“ sein zwischen Redaktion und Verlegern.
„Grundsätzlich, glaube ich, muss sich das einspielen, diese Regel. Und das für einen Jungverleger, dem muss man das auch zugestehen, dass man sagt: Du kannst hier eben nicht einfach PR-Artikel platzieren oder Gefälligkeitsding. Das gibt’s nicht. Ende.
Muss er lernen?
Ja, selbstverständlich! Das muss aber jeder lernen. Verstehen Sie? Ich glaube, es ist niemand zum Verleger geboren.“

Die Redaktion will nun auch selbst für Klarheit sorgen – mit einem Redaktionsstatut. Es soll vor allem regeln, wann die neuen Verleger in ihr eigenes Blatt schreiben dürfen – und wann besser nicht.
„Wenn sie es wirklich ernst meinen damit, dass sie sagen, sie nehmen keinen Einfluss auf die Zeitungen und auf die Inhalte, dann sollten sie nach all dem, was jetzt passiert ist, das umsetzen und sollten die Zeitung in eine Stiftung überführen.“
Doch die Verlagsspitze lehnt ab.
„Es ist völlig unrealistisch. Es hat einfach mit einer freien Marktwirtschaft nichts zu tun. Es ist ein nettes Gedankenspiel. Aber es ist – wenn jemand eine Zeitung kauft und sagt, ich glaube an dieses an dieses Unternehmen und bin bereit, mein eigenes Geld zu investieren, dann muss er natürlich die Freiheit dazu haben, auch zu entscheiden oder nicht.“

Entschieden ist: Die Stasi-Vergangenheit des Verlegers sollen jetzt auch fünf Redakteure der „Berliner Zeitung“ aufarbeiten. Es bleibt ein besonderes Spannungsverhältnis.

>> Beitrag in der NDR-Mediathek (Quelle: NDR-“Zapp”)

Alles in eigener Sache

Ein streitbares Editorial und eine verschwiegene IM-Tätigkeit: Der neue Verleger der “Berliner Zeitung” bringt die Redaktion in Erklärungsnot. Für ZEIT ONLINE bin ich der Frage nachgegangen: Was will Holger Friedrich?

für ZEIT ONLINE

Ihre zweite Seite widmen die Journalisten der Berliner Zeitung traditionell dem “Tagesthema”. An diesem Montag ist das ein eher ungewöhnliches: die Berliner Zeitung selbst. Online haben die Journalisten sogar die Rubrik “In eigener Sache” angelegt. Die füllt sich vor allem mit Texten zur Spitzelvergangenheit des Neueigentümers Holger Friedrich.

Rechercheure der Welt am Sonntag hatten den IT-Unternehmer, der zusammen mit seiner Frau Silke Friedrich im September überraschend als Käufer der Berliner Zeitung auftrat, mit seiner eigenen Stasiakte konfrontiert. Friedrich gab in einem am Freitag veröffentlichten Text zu, als Soldat Berichte über Kameraden geschrieben zu haben, sprach allerdings auch von einer “Notsituation”: Das DDR-Regime habe ihn erpresst. Die Alternative sei der Knast gewesen. Er habe sich zudem bei der ersten sich ihm bietenden Gelegenheit “der Zwangssituation durch aktive ‘Dekonspiration’ entzogen” und fortan “die Kooperation mit dem MfS verweigert”. Dennoch ist die Empörung nun groß. Der Bild-Chefredakteur Julian Reichelt nutzte diese Vorlage gar, um auf Twitter den gesamten Titel zu diskreditieren: “Dreißig Jahre nach dem Mauerfall ist die Berliner Zeitung wieder in Stasihand.”

Die Redaktion erklärte am Sonntag, sie wolle “diesen Fall journalistisch aufbereiten (…), Fakten sammeln, die Akten – die Opfer- und die Täterakte – einsehen (…), sich ein Bild machen und auch Experten bitten, sich ein Bild zu machen, (…) versuchen, mit Menschen zu reden, die in den Akten auftauchen”. Die Redaktion muss ihre journalistische Energie jetzt also nicht zuletzt ihrem eigenen Besitzer widmen – 30 Jahre nach dem Mauerfall und in einer Zeit, in der sie nach langjähriger Ausdünnung ohnehin kaum weiß, wo sie Ressourcen für Langzeitrecherchen hernehmen soll.

Ihr Neueigentümer hat den Redakteurinnen und Redakteuren aber noch weiteren Ärger gebracht. Die Zeitung hatte am 8. November auf ihrer Titelseite über eine “Ostdeutsche Erfolgsstory in der Medizin” berichtet: Die Firma Centogene aus Rostock ging in den USA an die Börse. So weit, so berichtenswert – auch andere Medien wie die ARD taten das. Es fehlte jedoch eine Information, die der Spiegel spitzbekam und am Freitag veröffentlichte: Friedrich, der einst mit dem Verkauf eines IT-Unternehmens nach eigenem Bekunden zu “viel zu viel Geld” kam, sitzt im Aufsichtsrat der Firma, die seine Redaktion bejubelte.

Ja, der Hinweis auf Centogene sei von Friedrich gekommen, erklärt die Redaktion nun im hauseigenen “Tagesthema” und betont: “Weder der Chefredaktion noch den beiden Wissenschaftsredakteuren war zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass Holger Friedrich an dem Unternehmen beteiligt ist.” Man werde die Berichterstattung fortan “ausnahmslos darauf prüfen, ob geschäftliche Interessen des Unternehmerehepaares Friedrich oder unseres Hauses davon berührt sind – und dies öffentlich machen”.

“Wir sind wie ein schönes Stahlboot”

Und dann ist da noch die “Berliner Botschaft” der Friedrichs, wie ihr Editorial in der gedruckten Ausgabe vom 8. November betitelt war. Darin hatten sie einerseits nach Tempo und Fortschritt gerufen und sich etwa gefragt, ob Wahlen nicht öfter und via Smartphone machbar wären. Andererseits erklärten sie aber auch, sie wollten “einen Beitrag” leisten zur “außerparlamentarischen Opposition in neuem Format, auch im Sinne bürgerlicher Selbstermächtigung”. Für Irritationen sorgten weiter ihre Äußerungen zum Thema Russland (“Warum etwa haben wir 2001 die ausgestreckte Hand von Herrn Putin nicht ergriffen?”) und ihre Huldigung des letzten Generalsekretärs des SED-Zentralkomitees, Egon Krenz (“Wir sind ihm dankbar und möchten fragen, ob es in gleichem Maße groß war, ihn neben anderen zu viereinhalb Jahren Haft zu verurteilen”).

Seit Erscheinen dieses Editorials rätseln viele, was die Mission der Neuverleger ist. “Bürgerliche Selbstermächtigung: Ist das etwa nicht der Sound von Pegida?”, fragt etwa der frühere Chefredakteur der Berliner Zeitung Uwe Vorkötter in seiner Horizont-Analyse. Der SPD-Nachwuchsstar Kevin Kühnert twitterte wiederum mit einem Link zum Editorial, es habe “zuletzt wehgetan, die Entwicklung der Zeitung zu verfolgen”, die er gelesen habe wie keine andere. “Diese narzisstische Horrorshow hat sie nicht verdient.” Redakteure bettelten mithin: “Bitte, bitte, uns nicht abschreiben. Wir sind noch da!”

In einem ausführlichen Interview mit dem rbb-Sender radioeins, das der Autor dieses Textes mitgeführt hat, sagte Silke Friedrich kurz nach Bekanntwerden des Eigentümerwechsels, die beiden seien auf Langfristigkeit aus: “Wir machen keinen Sprint, sondern wir sind wie ein schönes Stahlboot, ein schöner Verdränger, der aus dem Wasser gleitet.” Ihr Mann Holger ergänzte, sie seien “interessiert, eine Institution für Berlin so aufzustellen, dass sie auch im 21. Jahrhundert ihre Bedeutung hat”. Allein: Wie passen die jüngsten Eskapaden zur Zukunftssicherung?

Ist die Zeitung nur ein Liebhaberobjekt, das im Zweifel weg kann?

Im besten Fall zeigt sich hier, welche Folgen ein reichlich unbedarfter Umgang mit Medien haben kann. Das neue Verlegerpaar wurde in Interviews zu ihrem Leben und auch zu ihrem Verhältnis zur DDR gefragt. Holger Friedrich hatte die Chance, das vielleicht düsterste Kapitel seines Lebens kontrolliert öffentlich zu machen. Er zog es allerdings vor, zu schweigen. Die Folge ist ein PR-Gau – für ihn, vor allem aber auch für seine Zeitung, für die er die Verantwortung trägt. Genauso können die Redaktion der Berliner Zeitung und ihr Publikum nur hoffen, dass es Holger Friedrich schlicht nicht in den Sinn kam, seiner Chefredaktion mit dem Tipp auf die ostdeutsche Erfolgsfirma auch einen Beipackzettel zu reichen, auf der er seine Verbandelung offenlegt.

Die Friedrichs sind nun mal Quereinsteiger, keine Verleger des alten Schlags. Für die Zeitung hat das auch Vorteile: Ihre neuen Eigentümer bauen rasant um. Sie wollen den Berliner Verlag aufpäppeln und mit ihm auch Publikum aus aller Welt erreichen. Die Berliner Zeitung veröffentlicht seit diesem Monat auf Englisch und Russisch. Türkisch und Arabisch sollen folgen.

Holger Friedrich spendierte der Zeitung wiederum als Erstes eine neue, flotte Webseite. Dafür brachte er seine eigenen Experten mit: Friedrich – einst Partner bei McKinsey – betreibt mit Core ein Beratungsunternehmen, das weltweit aktiv ist, vor allem in der Finanzbranche. Beim Berliner Verlag hat er für die Entwicklungen Google mit ins Boot geholt. Das alles dauerte keine zwei Monate, ein irres Tempo. Technologie-Fetischist Friedrich erhöht in der Branche den Druck und zeigt anderen, wie träge sie mitunter sind. Auch daher dürfte das Unbehagen etablierter Verlagsmanager rühren. Aus ersten Verlagshäusern dringt bereits die Anekdote, IT-Chefs müssten sich erklären: Warum geht das bei den Friedrichs so schnell?

Rückendeckung kommt aus den eigenen Reihen. Frederik Bombosch, Vorsitzender des Betriebsrates, sprach im rbb zwar einerseits von einer “Achterbahnfahrt” mit den neuen Eigentümern, aber auch von ihnen als “zwei erfrischende Persönlichkeiten, die unserem Verlag auch ganz viel geben und bringen”. Zur Lobhudelei über Egon Krenz hatte Bombosch selbst ein Gegenstück veröffentlicht. Das sei problemlos möglich gewesen, da offiziell Konzept: “Die Friedrichs haben ja selbst formuliert, dass sie sich eine Debatte wünschen über das, was unsere Gesellschaft bewegt.”

Die Frage aber bleibt, worum es den neuen Eigentümern wirklich geht. Der NZZ sagte Holger Friedrich, ihre “zentrale Plattform” werde berlin.de, ein Portal, das der Verlag betreibt, an dem aber auch die Hauptstadt beteiligt ist und Bürgern dort ihre Dienstleistungen anbietet. “berlin.de ist wie ein Gebäude aus den Neunzigerjahren, das nie saniert wurde. Das wird die nächste Baustelle, diese gehen wir zusammen mit der Stadt an.” Ist die Zeitung nur ein Liebhaberobjekt, das im Zweifel weg kann? War die Hauptstadt-Seite der eigentliche Grund für den Kauf? Welche Rolle wird starker, unabhängiger Journalismus in dieser Gemengelage spielen?

Die Friedrichs werden weiter viel erklären müssen. Wenn ihnen tatsächlich an der Zukunft nicht nur des Verlages und irgendeines Internetportals gelegen ist, sondern auch an der Berliner Zeitung, müssen sie Vertrauen zurückgewinnen. Eine Lösung könnte etwa ein Transparenz-Portal sein: die eigene Vergangenheit und die heutigen Verflechtungen für alle offen einsehbar – eine vertrauensbildende Maßnahme.

Die Redaktion der Berliner Zeitung arbeitet jedenfalls daran, ihren eigenen Teil zum Projekt “Glaubwürdigkeit” beizutragen. “Wir sind eine Redaktion mit einer langen und schmerzhaften Geschichte in der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit”, schreibt die Chefredaktion der Zeitung, die bis zur Wende publizistisches Organ der SED war und sich Anfang der Neunzigerjahre konsequent von einstigen Stasi-Spitzeln trennte. “Wir haben dabei gelernt, dass diese nur mit Transparenz, Wahrhaftigkeit und Mut gelingen kann. Dies gilt auch für die jetzige Situation.”

>> zur Originalveröffentlichung auf zeit.de


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