radioeins-“Medienmagazin” vom 22. Februar 2020

In unserer radioeins-Sendung blicken Jörg Wagner und ich auf die Empfehlung der KEF für einen neuen Rundfunkbeitrag, dazu die Reaktionen in Politik und Sendern.

für radioeins

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Kritik an Verwendung von “Zitat-Kacheln”

für NDR Info

Manuskript des Beitrags
Ein Anruf bei Martin Hoffmann. Der Journalist, der einst das Social-Media-Team der Zeitung “Die Welt” geleitet hat, kritisiert schon seit Monaten immer wieder Kollegen – und zwar immer dann, wenn sie besonders knackige Zitate von sehr populistischen Politikern auf sogenannte Zitat-Kacheln schreiben, die sie dann beispielsweise bei Facebook oder Twitter veröffentlichen. Die Zitate stehen neben den Fotos der Politiker – zur schnellen Verbreitung in den sozialen Netzwerken. Hoffmann findet das falsch: “Das Problem mit diesen ‘Zitat-Kacheln’ ist letztendlich, dass wir Journalisten da einfach eine Botschaft weitergeben, ohne ihr irgendwie einen Rahmen zu geben, also ohne sie einzuordnen.”

Im Radio oder im Fernsehen sei das anders, hier würde ein Reporter in seinem Bericht oder ein Moderator den jeweiligen Kontext liefern, vielleicht auch die Aussage mit Fakten widerlegen. Oder auch in einem Text in der Zeitung oder im Netz: Auch hier würde niemand – ohne ein Minimum an Einordnung einfach so ein Zitat drucken, meint Hoffmann: “Dummerweise hat sich das aber so im Online-Journalismus – besonders in Social-Media – irgendwie eingeschlichen. Das ist nicht gut!”

Hoffmanns Vorwurf lautet: “Zitat-Kacheln”, auf denen sich nur ein kurzer Wortlaut, der Name und die Funktion des Politikers und vielleicht noch ein Stichwort zum Thema der Aussage findet, sei kein Journalismus. Medien würden so bloß Populisten helfen. Zuletzt hat sich Hoffmann nach der Bayern-Wahl aufgeregt, als Medien – zum Beispiel der Deutschlandfunk – Zitate von AfD-Politikern verbreitet haben, in denen sie die Neuwahl des Bundestages forderten.

Hoffmann fliegen dafür in sozialen Netzwerken “Likes” und zustimmende Kommentare zu. Auch von Kollegen – und auch, wenn er das Social-Media-Team der Tagesschau kritisiert. Etwa, wenn die Tagesschau Zitate von US-Präsident Donald Trump verbreitet. Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke wiederum nimmt seine Kollegen in Schutz: “Wer mit der kurzen Form nicht leben kann, der sollte nicht Nachrichten machen. Das ist unsere verdammte journalistische Pflicht, Inhalte auf engem, begrenztem Raum und in kurzer Zeit zu vermitteln. Dazu gehören auch ‘Zitat-Kacheln’.”

Bieten Redaktionen wie die Tagesschau damit aber nicht vielleicht doch Populisten eine Bühne? Gniffke wehrt sich auch gegen diesen Vorwurf: Seine Redaktion biete niemandem eine Bühne, sie berichte. Dabei dürfte es auch keine Rolle spielen, ob den Journalisten ein Politiker, dessen Äußerungen oder Wortwahl nicht gefallen: “Wenn wir also beispielsweise ein Zitat von Markus Söder mit dem ‘Asyl-Tourismus’ benutzen, dann können wir unserem Zuschauer, unserem User, getrost das Urteil überlassen, ob er das gut oder schlecht findet. Da müssen wir und da sollten wir nicht dran schreiben: ‘Ach, das finden wir aber nicht so schick’.”

Tatsächlich ist die Verkürzung der “Zitat-Kacheln” mitunter aber durchaus ein Problem: wenn Zitate zwar knackig sind, aber aus dem Zusammenhang gerissen. Passiert ist das vor einem Monat dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Viele Medien, darunter die Heute-Sendung im ZDF, teilten Spahns Aussage zum Mangel an Pflegekräften: “Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen.”

Das Zitat ging “viral” und Spahn wurde von vielen Bürgern kritisiert. Allein: Spahn hatte sich in dem Interview vor allem dafür stark gemacht, die Bedingungen der Pflegekräfte zu verbessern und mehr Pfleger einzustellen. Der zitierte Vorschlag sollte eine Übergangslösung sein. Die “Zitat-Kacheln” suggerierten etwas anderes.

Redaktionen verweisen in solchen Fällen gerne auf die ergänzenden Zeilen in ihren Einträgen in sozialen Netzwerken und die Links auf ausführliche Artikel. Kritiker Hoffmann warnt hingegen: “Wenn man sich die Mechanismen anschaut, die da wirken, dann ist es nun mal ganz oft so, dass die Leute eben diesen zweiten Klick nicht mehr machen. Sie sehen das, was ihnen vielleicht in den Feed gespült wird, machen dann aber ganz oft nicht mehr den Klick.” Was am Ende hängen bleibe sei ausschließlich die Aussage, die auf der Kachel steht.

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Kritisierte Kooperation

Über die Marktmacht von NDR/WDR/SZ

für NDR Fernsehen

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“Fake News”-Checker in Deutschland

für NDR Fernsehen

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Manuskript des Beitrags
Teil 1: Überblick

Sie wollen es für Facebook richten: Die Journalisten des Recherchebüros Correctiv: „Jäger der Falschmeldungen“. Im Januar gefeiert auch als die „Fake-News-Fahnder“.
David Schraven, Herausgeber “Correctiv”:
„Wir wollen, dass Menschen aufgeklärte Informationen haben, auf deren Basis sie auf tatsächlichen Informationen, auf deren Basis sie informierte Entscheidungen treffen können über die Zukunft unseres Landes.“
Die Umsetzung aber zieht sich: Correctiv sucht nun erst „zum schnellstmöglichen Termin Fact Checker“ und fragt: „Du möchtest im Internet nach falschen Behauptungen suchen und diese richtigstellen?“ Facebook wiederum: Schraubt noch immer an der Technik. Will aber bald auch in Deutschland, dass Nutzer einen verdächtigen „Beitrag als Falschmeldung markieren“ und der Konzern beim Teilen dann hinweisen: „von Faktenprüfern außerhalb von Facebook angezweifelt“.
Aber die Suche nach weiteren Partnern: kompliziert. „Facebook, Fake News und die Medien – Aufklärer verzweifelt gesucht“.
Stattdessen bauen Medien ohne Facebook Anti-Fake-News-Einheiten auf – auch ARD und ZDF. Öffentlich-rechtliche Sender im Kampf um die Deutungshoheit? Umstritten.
Kai Gniffke, Chefredakteur “ARD-aktuell”:
„Die ‚Tagesschau’ ist kein Wahrheitsministerium. Die ‚Tagesschau’ ist ein Dienstleister in Sachen Information. Und die ‚Tagesschau’ – glaube ich – ist auch die Quelle, bei der die Menschen nachgucken, wenn sie ein Gerücht oder eine Meldung hören, bei der sie sich nicht sicher sind, ob das stimmt.“
Peter Frey, Chefredakteur ZDF:
„Es hat auch etwas damit zu tun, dass ich davon ausgehe, dass die Bundestagswahl gezielt zum Anlass genommen wird, Deutschland mit ‚Fake News’ anzugreifen. Und darauf müssen wir eine Antwort geben.“

Teil 2: Besuch beim BR

Arbeitsgruppentreffen. Thema: Fake im Netz.
„Ich glaube, wir haben die Tools, um Fake-Videos zu finden. Wir finden sie halt in dem Moment, in dem sie gerade anfangen, von größeren Mengen von Leuten wahrgenommen zu werden.“
„Wir kriegen von diesen Videos halt nur etwas mit, wenn es in einen Artikel eingebunden ist, weil wir uns nur gerade auf die Artikel ein bisschen spezialisiert haben.“
Das Netz durchwühlen, aktuelle Aufreger suchen – vier Wochen gibt der Bayerische Rundfunk dieser Arbeitsgruppe, um den richtigen Umgang mit „Fake News“ zu finden. Die Einheit: „BR Verifikation“. Ziel: Vernetzung – mit Sendern, Redaktionen und Reportern. Gemeinsam: verifizieren.
„Ist aber tatsächlich noch so ein bisschen dürftig, was da aus den Redaktionen kommt.“
„Die sind noch nicht gewöhnt, dass es uns gibt. (Lachen)“

Deshalb fahnden sie selbst nach Fake-News – und werden immer wieder fündig, auch jenseits des Politischen.
„RT-Deutsch darüber ein Heilmittel gegen alle Krebsarten. Also die ganze Meldung macht einen eigentlich schon mal skeptisch.“
„Wenn was dran ist, dann machen wir es auch.“
„Dann machen wir es ganz groß – aber ich halte es für ausgesprochen unwahrscheinlich.“

Spezielle Datenbanken verraten den Journalisten, was gerade wie oft geteilt wird. Nur: Was in geschlossenen Gruppen oder auch auf WhatsApp passiert bleibt unsichtbar.
Stefan Primbs (“BR Verifikation”):
„Also wir sehen im Grunde nur die Spitze des Eisbergs. Wir hoffen aber ein bisschen, dass uns die Spitze des Eisbergs doch etwas über den Eisberg an sich verrät.“
Auch Sprachen sind eine Barriere. Für das Vorstoßen in die Filterblasen etwa von Türken in Deutschland brauchen Anti-Fake-News-Teams auch passende Mitarbeiter.
Stefan Primbs (“BR Verifikation”):
„Hier haben wir noch einen blinden Fleck. Das ist die türkischsprachige, die russischsprachige, auch die arabischsprachige Community in Deutschland.“
Trotz aller Probleme: In der Redaktion wird schon umgesetzt, Berichte über Falschmeldungen ans Publikum gebracht. Die klassische journalistische Form aber: ein Auslaufmodell.
Gudrun Riedl (Redaktionsleitung BR24):
„Wenn wir ein Thema posten, ist eben nicht gesagt, dass dieses Thema diskutiert wird, sondern das Thema nimmt eben in der Diskussion auf Facebook eine völlig andere Richtung. Und wenn wir diese Themensetzung unserer User – die uns ja liken – ernst nehmen, dann müssen wir das Thema eben in einer völlig anderen Facette diskutieren, auch recherchieren. Das nehmen wir wichtig. Und das halte ich auch für eine notwendige Weiterentwicklung des Journalismus.“
Beispiel: die Wahl die Wahl des Bundespräsidenten. Halbwissen bei den Nutzern: Gauck, der bisherige, wohne „in einem Schloss mit ca. 1.000 Zimmern“.
Die Journalistin schmeißt ihren „Fact Fox“ an – eine Datenbank für widerlegte Gerüchte. Automatisch wird die neue Behauptung mit früheren abgeglichen. Die journalistische Antwort – kopiert und eingefügt mit wenigen Klicks: „Ganz so ist es nicht“. Gauck wohnt nur in einer Villa.
Gudrun Riedl (Redaktionsleitung BR24):
„Das kennt jeder auch aus seinem eigenen Kreis, Freunde, Bekannte, Familie –, dass oft sich Vorurteile lange halten und auch immer wieder diskutiert werden zu bestimmten Zusammenhängen. Und Social Media bewegt sich eben auch in so einem Rahmen. Das hat auch zu tun mit Journalismus: Wir haben uns Jahrzehnte nicht erklärt, warum sehen wir ein bestimmtes Thema unter diesen Gesichtspunkten, auch von der Faktenanordnung her. Wir müssen es einfach besser erklären…“
„…transparent machen.“
„Transparent machen. Erklären, wie wir zu einer Einschätzung kommen, diese Einschätzung aber auch diskutieren mit den Argumenten, die uns entgegengestellt werden.“

„Tools und Technik“ gegen „Fake News“ – noch entwickeln die Journalisten das in ihrem Labor. Und fragen sich dabei: Ob Gerüchte tatsächlich Wahlen entscheiden können? Hier glauben sie nicht daran. Aber:
Stefan Primbs (“BR Verifikation”):
„Es kann natürlich durchaus sein, dass gewisse Stimmungselemente durch eine Reihe von, insbesondere von propagandistisch gefärbten News verändert werden. Und diese Stimmungselemente können wir wahrnehmen. Darauf müssen wir als Medien reagieren und müssen den Leuten helfen, die Sachen einzuordnen.“

>> Beitrag im ZAPP-Youtube-Kanal (Quelle: NDR-“ZAPP”)

Phänomen oder Phantom?

Falschmeldungen und Hasskommentare sollen nach dem Willen der Großen Koalition härter bestraft werden. Zu Recht? Kritiker halten dagegen: das Phänomen werde überschätzt.

für WDR5

Manuskript des Beitrags
Nachrichten-Collage „Politik und Fake News“

Es ist das Droh-Szenario in der Bundespolitik: Erst Unwahrheiten über Trump-Konkurrentin Hilary Clinton, nun vielleicht gegen Angela Merkel, Sigmar Gabriel und Co. Nein, beteuern Politiker unisono: Es gehe nicht um Zensur. Ziel sei gleiches Recht für alle, die publizieren – wo auch immer. Unions-Fraktionschef Volker Kauder:

„Bei jeder Zeitung habe ich einen Ansprechpartner, wo ich mich hinwenden kann, und wo ich dann, wenn ich der Meinung bin, es wird nicht richtig reagiert, auch eine Klage einreichen kann. Die sozialen Netzwerke haben – so nach dem Motto „Toter Käfer“ – gar nicht reagiert.“

Auch der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lars Klingbeil, will – ähnlich wie die Grünen –, dass Tech-Giganten gegen professionelle Lügen im digitalen Raum vorgehen:

„Wir reden bei Fake News ja wirklich von gezielten Lügen, die journalistisch aufbereitet werden, die ganz klar mit dem Ziel auch gestreut werden, Menschen zu schaden, Unternehmen zu schaden, politischen Institutionen zu schaden. Da geht es also nicht um die Frage, ob jemand politisch eine andere Meinung hat, sondern wirklich um gezielt aufbereitete Lügen, die eine strafrechtliche Relevanz haben. Und dagegen muss ein Unternehmen wie Facebook auch vorgehen.“

Sogar ein Abwehrzentrum gegen Fake-News im Regierungsapparat ist im Gespräch – ein vielfach aber auch umstrittener Vorstoß, denn er riecht nach Zensur.

Facebook spürt den politischen Druck und will nun selbst etwas tun: Das soziale Netzwerk will seinen Nutzern die Möglichkeit bieten, Fake-News-verdächtige Einträge zu melden. Journalisten prüfen die Geschichten – der Konzern sucht dafür Medienpartner, der erste und bislang einzige ist hierzulande das Recherchenetzwerk Correctiv aus Essen. Stellt sich ein Eintrag als Fake heraus, dann will ihn Facebook mit einer Warnmeldung versehen und die Gegen-Recherche verlinken.

Auch andernorts deuten sich Allianzen an – im Kampf für die Wahrheit. Zusammen mit Google hat Facebook die First Draft Coalition gegründet, ein internationales Netzwerk von Faktencheckern aus aller Welt. Allerdings: Es geht um den Austausch von Technologien, nicht um gemeinsame Recherchen, sagt dpa-Chefredakteur Sven Gösmann – obwohl er sich eine gemeinsame Recherche auch vorstellen könnte.

„Man muss aber ehrlich sein: Da sind aber natürlich auch Media-Outlets dabei, die im Wettbewerb zueinanderstehen. Eine ‚New York Times’ und ‚Washington Post’ werden sich schwertun, in einer Koalition mehr als sozusagen generelles Wissen zu tauschen.“

Auch die „Tagesschau“-Redaktion ARD-aktuell ist dem internationalen Netzwerk von Faktencheckern beigetreten. Chefredakteur Kai Gniffke berät wiederum mit den übrigen ARD-Chefredakteuren, ob eine eigene Einheit zu Fake News angebracht ist. Der Ausgang dieser Debatte sei noch offen und auch völlig unklar, ob die ARD dann auch mit Facebook kooperiere oder allein arbeite, betont Gniffke. Er sagt aber auch:

„Das gehört, glaube ich, schon in unsere Kernkompetenz, da wir uns als ein auch Informationsanbieter verstehen. Da glaube ich nicht, dass es klug ist zu warten, bis die Politik – sprich das Innenministerium oder das Bundespresseamt – entsprechende Institutionen geschaffen haben. Das sollen die ruhig tun, aber ich glaube, dass gerade ein Medium wie das Öffentlich-Rechtliche, die wir uns auf die Unabhängigkeit schon sehr berufen, dass wir gut beraten wären, da auch tätig zu sein.“

Die Verifikation von Nachrichten und Geschichten sei natürlich schon immer Aufgabe von Journalisten gewesen und Fake News daher kein wirklich neues Problem, aber die Intensität der Falschmeldungen, bisweilen auch ihre Wirkung. Das verändere die Arbeitsweise von Nachrichtenjournalisten, sagt Gniffke: Während Falschmeldungen bislang hinter den Kulissen aussortiert wurden, würden sie nun bewusst zum Thema.

„Das würden wir zum Beispiel – wenn wir es machen – würden wir das jetzt nicht in der ‚Tagesschau’ um 20 Uhr machen. Aber man wäre – glaube ich – klug beraten, den Nutzerinnen und Nutzern eine Plattform zur Verfügung zu stellen, wo man sagt: Okay, hier haben wir bestimmte Dinge nachgeprüft, da könnt ihr euch ein Bild informieren und selbst ein Bild machen, wir ihr das einschätzt. Dazu geben wir einfach mal unsere Expertise ab.“

Die Frage bleibt aber: Wir das Systemkritiker und Zweifler am Ende erreichen – vor allem die, die ohnehin „Lügenpresse!“ rufen. Hier aber sind sich die Chefredakteure einig: Sie wollen es wenigstens probiert haben.

>> Download MP3 (Quelle: WDR5-“Töne, Texte, Bilder”)

Brauchen wir einen öffentlich-rechtlichen Newskanal?

München, Türkei, Nizza: ARD und ZDF stehen in der Kritik

für B5aktuell

Manuskript des Beitrags
Nach dem Attentat in München ging das Konzept der ARD auf: Weil der Digital-Kanal Tagesschau24 ohnehin im Nachrichten-Betrieb war, reichten eine Entscheidung und ein Knopfdruck. Das Erste war „drauf“ und blieb es bis in die Nacht.

Auszug „Tagesschau“-Extra (nachrichtliche Moderation)

Das aber klappt nur, wenn Tagesschau24 ohnehin Nachrichten sendet. Und das ist eben nicht – anders als es der Sendername suggeriert – 24 Stunden am Tag der Fall. Nur eine Woche zuvor beendete Caren Miosga weit vor Mitternacht vorerst das Nachrichten-Programm im Ersten, obwohl sich in diesem Moment die Welt zu verändern drohte.

„…Wir verabschieden uns nach einem traurigen Tag für Frankreich und vor einer möglicherweise sehr beunruhigenden Nacht in der Türkei…“

Miosga gab ihren Zuschauern zwar noch mit auf den Weg: tagesschau.de informiert weiter. Wer aber vor dem Fernseher dabei sein wollte – der wurde erst mal enttäuscht, bis das Erste schließlich sein Programm mit neuen Informationen unterbrochen hat. Es sind Situationen wie diese, in denen sich Zuschauer mitunter einen echten Nachrichtensender von ARD und ZDF wünschen – und manch einer weiter zieht zu CNN oder BBC World. Prominentester Befürworter dieser Tage: Ulrich Deppendorf. Er hat lange selbst die „Tagesschau“ geleitet, zuletzt das Hauptstadtstudio der ARD. Heute ist er im Ruhestand – und empört sich:

„Warum wir es nicht schaffen, ein großes Nachrichten-, ein 24-Stunden-Nachrichtenprogramm hinzubekommen, ist mir ein Rätsel. Andere schaffen das. Es gibt in Spanien 24-Stunden-Kanäle, in Italien, in Polen.“

Für Deutschland sei die Zeit nun reif, sagt Deppendorf. Man könne Phoenix um- und ausbauen, gemeinsam mit dem ZDF. Oder aber aus dem Digitalkanal Tagesschau24 könnte mehr werden als bisher, ein verlässlicher Sender, der jederzeit aus dem „Tagesschau“-Studio sende, rund um die Uhr – das sei schließlich bisher nicht so.

„Hier müssen die Intendanten jetzt auch mal eine Grundsatzentscheidung fällen. Und die kann glaube ich auf Dauer nicht heißen, wir machen keinen 24-Stunden-Nachrichtenkanal.“

Kai Gniffke hingegen, der erste Chefredakteur der „Tagesschau“-Redaktion ARDaktuell, sagt ganz offen: Er will gar nicht, dass Tagesschau24 jeden Tag lückenlos auf Sendung ist. Die Ressource Korrespondent sei nun mal endlich.

„Natürlich wünsche ich mir einen Zustand, wo jedes Korrespondentenbüro der ARD – und wir haben sehr, sehr viele zum Glück –, dass jedes dieser Studios mit mindestens drei bis vier Korrespondenten besetzt ist. Das werde ich nicht schaffen. Und da würde es nicht sehr, sehr viel Sinn machen, in der Nacht um vier für eine sehr überschaubare Zahl von Nutzern dann noch Programm zu machen.“

Für einen lückenlosen Nachrichtensender müssten also – wie das der systemeigene Kritiker Deppendorf auch fordert – Korrespondentenbüros vor allem im Ausland verstärkt werden, mit mehr Geld oder auch indem anderorts gespart würde. Doch für die privaten Kanäle n-tv und N24 wäre solch ein öffentlich-rechtliches Aufrüsten ein Problem. So warnt Claus Grewenig vom Privatsenderverband VPRT:

„Da sind wir der Auffassung – ganz klar –, dass das bestehende Gesamtangebot von 23 TV-Kanälen, über 60 Radioprogrammen und über 100 Angeboten im Web auch ausreichen muss, um auch diese Fälle der Nachrichtenlage, wie sie jetzt aufgetreten sind, abzudecken – und zwar vornehmlich auch in den Hauptprogrammen, für die ja im Wesentlichen auch der Rundfunkbeitrag als Modell aufgesetzt wird.“

Mehr Nachrichten bei ARD und ZDF – damit hätten die Privatsender grundsätzlich aber kein Problem, sagt ihr Lobbyist. Ein echtes 24-Stunden-Angebot nach dem Design von CNN, BBC24 und Co. – das sei allerdings auch rechtlich schwierig.

„Wir gehen davon aus, dass auf Basis der jetzigen Gesetzeslage (…) ein 24/7-Kanal nicht möglich ist (…) Und wichtig wäre auch, dass der Öffentlich-Rechtliche hier das Privileg hat, bei solchen Themen auch nicht auf die Quote schauen zu müssen und deswegen sich auch im Hauptprogramm auch mal etwas trauen darf.“

Womit der Privatsender-Lobbyist meint: ARD und ZDF sollten einfach bei Großlagen im Hauptprogramm durchsenden. „Tagesschau“-Chefredakteur Gniffke favorisiert dieses Modell ebenfalls. In München ging das: Mit dem Bayerischen Rundfunk war ein ganzer ARD-Sender vor Ort. In der Nacht des Putschversuchs sei aber nur ein einziger Korrespondent vor Ort gewesen, Verstärkung unmöglich. Hier – und auch sonst – müssten gezielt Kräfte geschont werden.

„Wir können 24 Stunden aus diesem Studio live senden. Jederzeit. (…) Aber wir müssen Nachrichten auch ein bisschen dosieren. Wenn ich um 20 Uhr die Leute wirklich solide informieren will, dann kann ich nicht Tag und Nacht einen Korrespondenten bildlich gesprochen durch den Fleischwolf drehen.“

ARD und ZDF haben aus der Kritik an ihrer Berichterstattung aus Nizza und der Türkei offensichtlich gelernt, sendete aus München länger in den Hauptprogrammen. Und trotzdem: Gegen ein Uhr spielten ARD und ZDF – erst mal – wieder ihr Regelprogramm an: hier ein Krimi, dort eine Dokumentation. Auch Tagesschau24 und Phoenix sendeten anderes. Nutzer riefen wieder ins Netz: Wo, bitte, bleibt der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender. Diese Debatte – sie wird anhalten.

>> Audio auf br.de (Quelle: B5aktuell-“Medienmagazin”)

Brauchen ARD und ZDF einen eigenen Nachrichtenkanal?

für SR2

Manuskript des Beitrags
Nach dem Attentat in München ging das Konzept der ARD auf: Weil der Digital-Kanal Tagesschau24 ohnehin im Nachrichten-Betrieb war, reichten eine Entscheidung und ein Knopfdruck. Das Erste war „drauf“ und blieb es bis in die Nacht.

Auszug „Tagesschau“-Extra (nachrichtliche Moderation)

Das aber klappt nur, wenn Tagesschau24 ohnehin Nachrichten sendet. Und das ist eben nicht – anders als es der Sendername suggeriert – 24 Stunden am Tag der Fall. Nur eine Woche zuvor beendete Caren Miosga weit vor Mitternacht vorerst das Nachrichten-Programm im Ersten, obwohl sich in diesem Moment die Welt zu verändern drohte.

„…Wir verabschieden uns nach einem traurigen Tag für Frankreich und vor einer möglicherweise sehr beunruhigenden Nacht in der Türkei…“

Miosga gab ihren Zuschauern zwar noch mit auf den Weg: tagesschau.de informiert weiter. Wer aber vor dem Fernseher dabei sein wollte – der wurde erst mal enttäuscht, bis das Erste schließlich sein Programm mit neuen Informationen unterbrochen hat. Es sind Situationen wie diese, in denen sich Zuschauer mitunter einen echten Nachrichtensender von ARD und ZDF wünschen – und manch einer weiter zieht zu CNN oder BBC World. Prominentester Befürworter dieser Tage: Ulrich Deppendorf. Er hat lange selbst die „Tagesschau“ geleitet, zuletzt das Hauptstadtstudio der ARD. Heute ist er im Ruhestand – und empört sich:

„Warum wir es nicht schaffen, ein großes Nachrichten-, ein 24-Stunden-Nachrichtenprogramm hinzubekommen, ist mir ein Rätsel. Andere schaffen das. Es gibt in Spanien 24-Stunden-Kanäle, in Italien, in Polen.“

Für Deutschland sei die Zeit nun reif, sagt Deppendorf. Man könne Phoenix um- und ausbauen, gemeinsam mit dem ZDF. Oder aber aus dem Digitalkanal Tagesschau24 könnte mehr werden als bisher, ein verlässlicher Sender, der jederzeit aus dem „Tagesschau“-Studio sende, rund um die Uhr – das sei schließlich bisher nicht so.

„Hier müssen die Intendanten jetzt auch mal eine Grundsatzentscheidung fällen. Und die kann glaube ich auf Dauer nicht heißen, wir machen keinen 24-Stunden-Nachrichtenkanal.“

Kai Gniffke hingegen, der erste Chefredakteur der „Tagesschau“-Redaktion ARDaktuell, sagt ganz offen: Er will gar nicht, dass Tagesschau24 jeden Tag lückenlos auf Sendung ist. Die Ressource Korrespondent sei nun mal endlich.

„Natürlich wünsche ich mir einen Zustand, wo jedes Korrespondentenbüro der ARD – und wir haben sehr, sehr viele zum Glück –, dass jedes dieser Studios mit mindestens drei bis vier Korrespondenten besetzt ist. Das werde ich nicht schaffen. Und da würde es nicht sehr, sehr viel Sinn machen, in der Nacht um vier für eine sehr überschaubare Zahl von Nutzern dann noch Programm zu machen.“

Für einen lückenlosen Nachrichtensender müssten also – wie das der systemeigene Kritiker Deppendorf auch fordert – Korrespondentenbüros vor allem im Ausland verstärkt werden, mit mehr Geld oder auch indem anderorts gespart würde. Doch für die privaten Kanäle n-tv und N24 wäre solch ein öffentlich-rechtliches Aufrüsten ein Problem. So warnt Claus Grewenig vom Privatsenderverband VPRT:

„Da sind wir der Auffassung – ganz klar –, dass das bestehende Gesamtangebot von 23 TV-Kanälen, über 60 Radioprogrammen und über 100 Angeboten im Web auch ausreichen muss, um auch diese Fälle der Nachrichtenlage, wie sie jetzt aufgetreten sind, abzudecken – und zwar vornehmlich auch in den Hauptprogrammen, für die ja im Wesentlichen auch der Rundfunkbeitrag als Modell aufgesetzt wird.“

Mehr Nachrichten bei ARD und ZDF – damit hätten die Privatsender grundsätzlich aber kein Problem, sagt ihr Lobbyist. Ein echtes 24-Stunden-Angebot nach dem Design von CNN, BBC24 und Co. – das sei allerdings auch rechtlich schwierig.

„Wir gehen davon aus, dass auf Basis der jetzigen Gesetzeslage (…) ein 24/7-Kanal nicht möglich ist (…) Und wichtig wäre auch, dass der Öffentlich-Rechtliche hier das Privileg hat, bei solchen Themen auch nicht auf die Quote schauen zu müssen und deswegen sich auch im Hauptprogramm auch mal etwas trauen darf.“

Womit der Privatsender-Lobbyist meint: ARD und ZDF sollten einfach bei Großlagen im Hauptprogramm durchsenden. „Tagesschau“-Chefredakteur Gniffke favorisiert dieses Modell ebenfalls. In München ging das: Mit dem Bayerischen Rundfunk war ein ganzer ARD-Sender vor Ort. In der Nacht des Putschversuchs sei aber nur ein einziger Korrespondent vor Ort gewesen, Verstärkung unmöglich. Hier – und auch sonst – müssten gezielt Kräfte geschont werden.

„Wir können 24 Stunden aus diesem Studio live senden. Jederzeit. (…) Aber wir müssen Nachrichten auch ein bisschen dosieren. Wenn ich um 20 Uhr die Leute wirklich solide informieren will, dann kann ich nicht Tag und Nacht einen Korrespondenten bildlich gesprochen durch den Fleischwolf drehen.“

ARD und ZDF haben aus der Kritik an ihrer Berichterstattung aus Nizza und der Türkei offensichtlich gelernt, sendete aus München länger in den Hauptprogrammen. Und trotzdem: Gegen ein Uhr spielten ARD und ZDF – erst mal – wieder ihr Regelprogramm an: hier ein Krimi, dort eine Dokumentation. Auch Tagesschau24 und Phoenix sendeten anderes. Nutzer riefen wieder ins Netz: Wo, bitte, bleibt der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender. Diese Debatte – sie wird anhalten.

>> Download MP3 (Quelle: SR2-“Medienwelt”)

Eigener Nachrichtensender für ARD und ZDF?

Kritiker fordern einen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal

für WDR5

Manuskript des Beitrags
Nach dem Attentat in München ging das Konzept der ARD auf: Weil der Digital-Kanal Tagesschau24 ohnehin im Nachrichten-Betrieb war, reichten eine Entscheidung und ein Knopfdruck. Das Erste war „drauf“ und blieb es bis in die Nacht.

Auszug „Tagesschau“-Extra (nachrichtliche Moderation)

Das aber klappt nur, wenn Tagesschau24 ohnehin Nachrichten sendet. Und das ist eben nicht – anders als es der Sendername suggeriert – 24 Stunden am Tag der Fall. Nur eine Woche zuvor beendete Caren Miosga weit vor Mitternacht vorerst das Nachrichten-Programm im Ersten, obwohl sich in diesem Moment die Welt zu verändern drohte.

„…Wir verabschieden uns nach einem traurigen Tag für Frankreich und vor einer möglicherweise sehr beunruhigenden Nacht in der Türkei…“

Miosga gab ihren Zuschauern zwar noch mit auf den Weg: tagesschau.de informiert weiter. Wer aber vor dem Fernseher dabei sein wollte – der wurde erst mal enttäuscht, bis das Erste schließlich sein Programm mit neuen Informationen unterbrochen hat. Es sind Situationen wie diese, in denen sich Zuschauer mitunter einen echten Nachrichtensender von ARD und ZDF wünschen – und manch einer weiter zieht zu CNN oder BBC World. Prominentester Befürworter dieser Tage: Ulrich Deppendorf. Er hat lange selbst die „Tagesschau“ geleitet, zuletzt das Hauptstadtstudio der ARD. Heute ist er im Ruhestand – und empört sich:

„Warum wir es nicht schaffen, ein großes Nachrichten-, ein 24-Stunden-Nachrichtenprogramm hinzubekommen, ist mir ein Rätsel. Andere schaffen das. Es gibt in Spanien 24-Stunden-Kanäle, in Italien, in Polen.“

Für Deutschland sei die Zeit nun reif, sagt Deppendorf. Man könne Phoenix um- und ausbauen, gemeinsam mit dem ZDF. Oder aber aus dem Digitalkanal Tagesschau24 könnte mehr werden als bisher, ein verlässlicher Sender, der jederzeit aus dem „Tagesschau“-Studio sende, rund um die Uhr – das sei schließlich bisher nicht so.

„Hier müssen die Intendanten jetzt auch mal eine Grundsatzentscheidung fällen. Und die kann glaube ich auf Dauer nicht heißen, wir machen keinen 24-Stunden-Nachrichtenkanal.“

Kai Gniffke hingegen, der erste Chefredakteur der „Tagesschau“-Redaktion ARDaktuell, sagt ganz offen: Er will gar nicht, dass Tagesschau24 jeden Tag lückenlos auf Sendung ist. Die Ressource Korrespondent sei nun mal endlich.

„Natürlich wünsche ich mir einen Zustand, wo jedes Korrespondentenbüro der ARD – und wir haben sehr, sehr viele zum Glück –, dass jedes dieser Studios mit mindestens drei bis vier Korrespondenten besetzt ist. Das werde ich nicht schaffen. Und da würde es nicht sehr, sehr viel Sinn machen, in der Nacht um vier für eine sehr überschaubare Zahl von Nutzern dann noch Programm zu machen.“

Für einen lückenlosen Nachrichtensender müssten also – wie das der systemeigene Kritiker Deppendorf auch fordert – Korrespondentenbüros vor allem im Ausland verstärkt werden, mit mehr Geld oder auch indem anderorts gespart würde. Doch für die privaten Kanäle n-tv und N24 wäre solch ein öffentlich-rechtliches Aufrüsten ein Problem. So warnt Claus Grewenig vom Privatsenderverband VPRT:

„Da sind wir der Auffassung – ganz klar –, dass das bestehende Gesamtangebot von 23 TV-Kanälen, über 60 Radioprogrammen und über 100 Angeboten im Web auch ausreichen muss, um auch diese Fälle der Nachrichtenlage, wie sie jetzt aufgetreten sind, abzudecken – und zwar vornehmlich auch in den Hauptprogrammen, für die ja im Wesentlichen auch der Rundfunkbeitrag als Modell aufgesetzt wird.“

Mehr Nachrichten bei ARD und ZDF – damit hätten die Privatsender grundsätzlich aber kein Problem, sagt ihr Lobbyist. Ein echtes 24-Stunden-Angebot nach dem Design von CNN, BBC24 und Co. – das sei allerdings auch rechtlich schwierig.

„Wir gehen davon aus, dass auf Basis der jetzigen Gesetzeslage (…) ein 24/7-Kanal nicht möglich ist (…) Und wichtig wäre auch, dass der Öffentlich-Rechtliche hier das Privileg hat, bei solchen Themen auch nicht auf die Quote schauen zu müssen und deswegen sich auch im Hauptprogramm auch mal etwas trauen darf.“

Womit der Privatsender-Lobbyist meint: ARD und ZDF sollten einfach bei Großlagen im Hauptprogramm durchsenden. „Tagesschau“-Chefredakteur Gniffke favorisiert dieses Modell ebenfalls. In München ging das: Mit dem Bayerischen Rundfunk war ein ganzer ARD-Sender vor Ort. In der Nacht des Putschversuchs sei aber nur ein einziger Korrespondent vor Ort gewesen, Verstärkung unmöglich. Hier – und auch sonst – müssten gezielt Kräfte geschont werden.

„Wir können 24 Stunden aus diesem Studio live senden. Jederzeit. (…) Aber wir müssen Nachrichten auch ein bisschen dosieren. Wenn ich um 20 Uhr die Leute wirklich solide informieren will, dann kann ich nicht Tag und Nacht einen Korrespondenten bildlich gesprochen durch den Fleischwolf drehen.“

ARD und ZDF haben aus der Kritik an ihrer Berichterstattung aus Nizza und der Türkei offensichtlich gelernt, sendete aus München länger in den Hauptprogrammen. Und trotzdem: Gegen ein Uhr spielten ARD und ZDF – erst mal – wieder ihr Regelprogramm an: hier ein Krimi, dort eine Dokumentation. Auch Tagesschau24 und Phoenix sendeten anderes. Nutzer riefen wieder ins Netz: Wo, bitte, bleibt der öffentlich-rechtliche Nachrichtensender. Diese Debatte – sie wird anhalten.

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