Im Wettlauf mit Spotify

Weil immer mehr Leute Podcasts hören und Musik streamen, fürchten klassische Radiosender um ihr Publikum – und werden kreativ. Notiert für die taz. Im Wettlauf mit Spotify weiterlesen

Radiojournalismus im Corona-Modus

In der Coronakrise gilt: Wer nicht in einem Funkhaus sein muss, soll zuhause arbeiten. Tatsächlich ist das auch für Radiojournalist*innen kein besonderes Problem mehr. Ich erkläre, wie ich arbeite.

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Nun auch Täuschungsfall beim Radio: Wie sich die Sender schützen wollen

für Übermedien

Seit vor bald einem Jahr bekannt wurde, dass der „Spiegel“-Redakteur Claas Relotius über Jahre gefälschte Reportagen im „Spiegel“ und anderen Medien untergebracht hat, überlegt die Branche, wie sie sich schützen kann vor derlei Betrug – aber auch generell vor Fehlern und Unsauberkeiten.

Zuweilen wird die Causa Relotius dabei als Einzelfall abgetan, als beispiellose Täuschung eines Hochstaplers. In der Dimension, also dem Ausmaß der Fälschungen, mag das stimmen. Aber auch nach Relotius wurden Fälle bekannt, in denen Autoren Beiträge ablieferten, die so nicht stimmten.

So wurde zum Beispiel öffentlich, dass ein Autor versucht hatte, im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ eine Geschichte unterzubringen, deren Protagonistin er erfunden hatte. Auch anderen Medien entdeckten daraufhin Fehler in seinen Texten. Sie beendeten die Zusammenarbeit.

Oder der Fall eines RTL-Autors, den der Sender selbst öffentlich machte. Er hatte PR-Videos ausländischer Stars als eigene verkauft und sich sogar mit Fragen dazwischen geschnitten. Er arbeitet nun nicht mehr für den Sender.

Dieser Fall ist auch deshalb bemerkenswert, weil FernsehjournalistInnen gerne behaupten, in ihrem Medium sei Betrug oder unsauberes Arbeiten kaum möglich. Aber es funktioniert eben doch, nur anders als im Geschriebenen. Und nun ist nach Informationen von Übermedien auch der Hörfunk betroffen.

Deutschlandradio-Reporter bediente sich bei anderen Medien

Es geht um einen Reporter, der gut zwei Jahrzehnte lang für das Deutschlandradio arbeitete und bis zuletzt aus dem europäischen Ausland berichtet hat. Er soll im vergangenen halben Jahr O-Töne verwendet haben, die nicht aus von ihm selbst geführten Interviews stammten. Mehr noch: Der Journalist hat mit atmosphärischen Elementen in seinen vermeintlichen Reportagen sogar den Eindruck erweckt, er sei persönlich vor Ort gewesen. War er aber nicht.

Das Deutschlandradio bestätigt dies auf unsere Anfrage, und auch der Journalist räumt sein Vorgehen ein. Das Material, das er nutzte, stammte demnach aus anderen Medien. Das Deutschlandradio hat die Beiträge nach eigenen Angaben geprüft und geht davon aus, dass die Fakten stimmen – und die O-Töne auch nicht mit ausgeklügelter Stimmsynthese modelliert wurden.

Der Reporter hat die Redaktionen im Unklaren darüber gelassen, wie seine Beiträge zustande kamen. Der Sender kam ihm dann offenbar selbst auf die Schliche. Der Journalist führt persönliche Gründe an, weshalb er seinen Wohnort nicht für Reportage-Reisen habe verlassen können und deshalb so vorging. Er schreibt auf Anfrage, er habe aus einer „persönlichen Notlage“ heraus gehandelt, „aber das entschuldigt nichts“. Der Sender hat die Zusammenarbeit mit ihm beendet.

„Der Fall ist kein zweiter Relotius“, betont Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Der Kollege habe keine Geschichten erfunden, sich allerdings in fremdem Material bedient. „Klar, keine Auslandskorrespondentin und kein Auslandskorrespondent wird immer in der Lage sein, alle O-Töne selbst einzuholen“, sagt Wentzien. „Das ist eine Schwäche, aber damit gehen wir offen um, indem wir die Herkunft des Materials benennen.“ In diesen Fällen habe der Autor seiner Redaktion diese Möglichkeit aber verschwiegen.

Sandra Müller: „Auch Rundfunk anfällig für Manipulationen“

Sandra Müller sieht sich bestätigt. Müller berichtet für den SWR und die ARD aus Tübingen, bildet VolontärInnen aus und organisiert Fachkonferenzen für JournalistInnen. Dass auch der Rundfunk anfällig ist für Manipulationen und Fälschungen, davor warnt sie schon lange. Zu dem aktuellen Fall sagt sie, es sei „keine komplette Fälschung, klar, aber doch ein Betrug an den HörerInnen, weil ihnen etwas vorgegaukelt wird, was so nicht stattgefunden hat.“

Die Sache erinnere sie an den „virtuelle Journalismus“, den Lutz Mükke schon 2008 in einem Dossier zum Zustand der deutschen Auslandsberichterstattung beklagt hatte, also: in Features über Länder zu berichten, in die Reporter nie gereist waren. Müller wiederum hat vor zwölf Jahren die Initiative Fair Radio gegründet, der sie bis vor ein paar Tagen angehörte. Fair Radio forderte schon 2007 im „Tutzinger Appell“ ein „glaubwürdiges Radio“.

Dagegen sei der Fall beim Deutschlandradio ein „klarer Verstoß“, sagt Müller. Der Appell werde „in der Branche zum Teil aber leider immer noch belächelt“ – auch für die Forderung, nichts vorzugaukeln. So kommt es etwa immer wieder vor, dass Radios insinuieren, ein Reporter sei gerade live vor Ort, dabei wurde die Schalte aufgezeichnet. „Das seien doch ganz normale Radiotechniken, heißt es oft“, sagt Müller. „Ich finde: Nein!“ Deshalb freue es sie „um so mehr, dass das Deutschlandradio da so konsequent entschieden hat“.

Auch wenn alle bisher bekannten Fälle einzeln betrachtet werden müssen, weil sie unterschiedlich sind – welche Schlüsse lassen sich dennoch daraus ziehen für die Arbeit mit Reporterinnen und Reportern?

Die Wissenschaftsjournalistin Eva Wolfangel schrieb, kurz nachdem der Fall Relotius bekannt geworden war, in ihrem Blog darüber, „wie wir JournalistInnen unsere Fakten prüfen“. Sie warb unter anderem dafür, dass „wir Deutschen uns einiges aus dem angelsächsischen Raum abschauen“. Auch heute ist sie noch davon überzeugt, dass das angebracht sei – und bei der Qualitätssicherung die Kulturen auf beiden Seiten des Atlantiks oft unterschiedlich sind.

Derzeit ist Wolfangel Stipendiatin am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Boston, arbeitet also erst mal nicht mehr als Journalistin. Der Fälschungs-Skandal lässt sie dennoch nicht ganz los. Der Fall sei auch in den USA ein Thema, Factchecking sowieso: Bei US-Medien sei es „praktisch selbstverständlich, dass Redaktionen Gesprächspartner fragen, ob man sich wirklich in der beschriebenen Bar getroffen hat und ob die Zitate stimmen“, sagt sie.

Quellentransparenz sei auch gegenüber dem Publikum gängiger, erzählt Wolfangel diese Woche am Telefon. „Statt eines ‚sagte er‘ heißt es oft präzise ‚sagte er am vergangenen Dienstag in einem Telefonat‘“. In Deutschland habe sie zwar auch erlebt, dass Redaktionen wissen wollten, ob Geschichten stimmten. „Ich sollte sogar Selfies mit meinen Protagonisten machen“, berichtet sie von ihrer Zusammenarbeit mit „Geo“. Standard sei das aber nicht.

Da war etwa ihr Radiofeature, das der SWR im Frühjahr sendete. Wolfangel hatte unter anderem in London recherchiert, was sie in ihrem knapp 30-minütigen Beitrag mit atmosphärischen Tönen illustriert, etwa von ihren Bahnfahrten. Sie lobt die Zusammenarbeit mit dem Sender: Ihr Redakteur habe wissen wollen, mit wem sie sich wann treffe und auch hinterfragt, ob ein Experte wirklich Ahnung habe. „Das war ein intensiver, kritischer Kontakt“, sagt Wolfangel. „Das war gut!“ Sie sagt aber auch: „Ich hatte vergessen, die Reise abzurechnen. Ob ich wirklich vor Ort war, kann also niemand gewusst haben.“

Nun ließe sich sagen: Das nennt sich Vertrauen. Andererseits: Auch der „Spiegel“ vertraute Relotius. Lange Zeit. Bei ihm kam dann heraus, dass er nicht immer dort war, wo er hätte sein sollen. Die interne Kommission, die prüfte, weshalb der mit Preisen überschüttete Betrüger über Jahre nicht aufflog, schreibt in ihrem Abschlussbericht etwa: „Heute ist klar, dass Relotius nicht einmal auf Kiribati war, sein Text war gefälscht.“ Im Protokoll zu seinen Fälschungen heißt es, er habe den Flug nach Kiribati „nicht angetreten“, die Motelbuchung „kurzfristig (…) storniert“. Der Klima-Text mit Relotius‘ vermeintlicher Reportage von der Südsee-Insel erschien Ende 2018 im „Spiegel“.

Umfrage bei Sendern: Wie schützen vor Betrug und Unsauberkeiten?

Wie gehen Sender damit nun um? Beim Deutschlandradio heißt es, man plane, seinem „Journalistischen Selbstverständnis“ ein Update zu verpassen. Seit 2014 regelt der Leitfaden den Umgang mit Interessenkonflikten. Nun soll es unter anderem zum Thema Lügen erweitert werden. „Es geht um Reportagen, aber es geht auch um subjektive Geschichten, wie wir sie gerade in unserem jüngeren Programm Deutschlandfunk Nova wünschen“, sagt DLF-Chefredakteurin Wentzien. „In diesen Zeiten müssen wir in der Lage sein, jederzeit dokumentieren zu können, was wir tun.“

Im Gespräch seien unter anderem Recherche-Protokolle: AutorInnen des Deutschlandradios sollen für RedakteurInnen Kontaktdaten zu ihren GesprächspartnerInnen festhalten und „durchaus“ Fotos ihrer Recherchen beifügen. Außerdem solle, zumindest nach derzeitigem Stand der Überlegungen, eine Ombudsperson eingesetzt werden, die Stichproben mache und Zweifeln nachgehe. „Am Ende geht es doch darum, dass wir journalistisch sauber arbeiten“, sagt Wentzien. „Das wollen AutorInnen, das wollen auch RedakteurInnen. Und das sind wir unserem hohen Qualitätsanspruch schuldig.“

Übermedien hat auch die neun Landesrundfunkanstalten der ARD, das ZDF, die Deutsche Welle und den Rundfunk in der Schweiz und in Österreich gefragt. Aus der Schweiz, aus Österreich und von der Deutschen Welle stehen noch Antworten aus – wenn sie eintreffen, ergänzen wir sie.

Bayerischer Rundfunk: „Zeile für Zeile und Wort für Wort“

Was das Fernsehen bei ARD und ZDF angeht, lautet die Reaktion auf unsere Fragen zusammengefasst: Alle Beiträge durchliefen mindestens ein Vier-Augen-Prinzip, zwei Quellen seien Pflicht und Fälschungen oder Manipulationen gerade im Teamwork-Medium Fernsehen kaum möglich. Vor allem investigative Stoffe würden „Zeile für Zeile und Wort für Wort“ geprüft, verspricht unter anderem der BR. „Alle Fakten, die wir veröffentlichen, können wir belegen.“

Der SWR geht in der Debatte auf große Distanz zu Relotius. „Der Fall ist nicht dazu geeignet, alle Medien unter einen Generalverdacht zu stellen“, schreibt ein Sendersprecher und betont, das sei ein Print-Fall. Hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht, doch „bei der Abnahme werden die Recherchen der AutorInnen kritisch überprüft und hinterfragt“. Ähnlich antwortet auch der MDR: Das Vertrauen der Bevölkerung in den Sender habe „oberste Priorität, da in der Wahrhaftigkeit im Journalismus der Schlüssel für die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks liegt“. Die Messlatte liegt hoch.

Sandra Müller sieht allerdings noch Potenzial. Auf dem Programm der Tutzinger Radiotage Mitte September stand unter anderem „Professionell zweifeln“. Müller wollte ExpertInnen aus den Sendern gewinnen, die TeilnehmerInnen von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Faktenchecken schulen, jenseits der Verifikation von „Fake News“ im Netz.

„Ich hatte mich in meinem – nicht ganz kleinen – Radionetzwerk erkundigt“, sagt Müller. „Niemand kannte FaktencheckerInnen, die Hörfunkmanuskripte prüfen. Auch KollegInnen, die seit Jahrzehnten fürs Radio arbeiten und auch Features produzieren, konnten mir nicht weiterhelfen.“ Allein beim Hessischen Rundfunk (HR) habe man ihr gesagt, es gebe nun zwei Archivare, die kürzlich bei einer Faktencheck-Weiterbildung gewesen seien. Nach Tutzing kam letztlich eine Faktencheckerin des Recherche-Netzwerks Correctiv.

HR: ArchivarInnen seit einem Jahr auch Faktenchecker

Der HR bestätigt auf Nachfrage, dass es inzwischen Faktenchecker gebe, dieses Instrument sei aber noch neu und müsse sich erst etablieren. Die ArchivarInnen seien vor etwa einem Jahr in Faktenchecks eingestiegen. Erste Checks würden für die Reihe „Funkkolleg” laufen. Das Archiv wolle „noch im Herbst“ prüfen, ob und wie das ausgeweitet werden könne, auch für die aktuelle Berichterstattung. Insgesamt sei man überzeugt, dass dieses Angebot in diesen Zeiten immer stärker gebraucht werde.

Aber es geht natürlich nicht nur um Fakten, sondern auch darum, ob ReporterInnen überhaupt unterwegs waren und Fakten und Töne selbst eingesammelt haben – oder einfach zusammenkopiert. Meistens lautet das Argument in den Antworten der ARD-Anstalten: das Berichterstattungsgebiet schütze.

„Unser Kerngeschäft liegt in der regionalen Berichterstattung“, teilt etwa ein Sprecher des Saarländischen Rundfunks (SR) mit. Inhaltliche Manipulationen würden „sehr schnell auffallen“. Das meint auch Radio Bremen (RB): „Das Berichtsgebiet ist überschaubar, die Nutzung unserer Programme hoch, die Redaktionen über ihre verschiedenen Kanäle wie zum Beispiel Social Media leicht zu erreichen und dem Publikum gefühlt nah.“ Außerdem würden die eigenen Qualitätsstandards „regelmäßig evaluiert“.

Kein Sender meldet weitere Betrugs-Fälle

Kein Sender – weder aus der ARD noch das ZDF – meldet auf unsere Anfrage hin weitere eigenen Fälle aus der jüngeren Zeit. Schon nach Relotius hätten sich die Hörfunk-ChefredakteurInnen „mehrfach mit dem Thema Quellennennung befasst“, erklärt ein Sprecher der ARD und zitiert aus einem Handbuch für die KorrespondentInnen des Hörfunks:

„Besondere Sensibilität ist bei Studio-Berichten geboten, die z.B. szenische Schilderungen oder besondere Originaltöne enthalten und insgesamt den Eindruck erwecken könnten, Korrespondent*innen seien direkt vor Ort. In solchen Fällen sollte der Beitragstext an geeigneter Stelle einen kurzen Hinweis enthalten.“

Auch der Umgang mit Fremdmaterial ist in den Sender offensichtlich ein Thema – teils auch schon seit Jahren. „Aus unserer Sicht hat die Debatte, die sich an den angeblichen Panzer-Bildern aus der Ukraine entzündete, sehr viel tiefgreifendere Auswirkungen auf unsere Arbeitsabläufe und Kontrollmechanismen gehabt“, erklärt beispielsweise ein rbb-Sprecher.

In der Tat hatte die ARD bei der Berichterstattung aus der Ukraine mehrmals Bilder eingesetzt, die gar nicht zeigten, was gerade vor Ort passierte. Sie musste sich daraufhin korrigieren. „Die Frage, wie wir mit unseren Bildern und auch O-Tönen umgehen, woher sie stammen, was sie tatsächlich abbilden, spielt seitdem im Alltag eine wesentlich größere Rolle.“

Größere Veränderungen interner Standards melden allerdings erstaunlich wenig Sender zurück. Mindestens ein Sender hat sogar gar nichts, was er verändern könnte: „Der Hessische Rundfunk hat kein geschriebenes Regelwerk“, heißt es aus Frankfurt am Main: „Allerdings verlässt nichts, was nicht mindestens double-checked wäre, das Haus – egal, auf welchem Ausspielweg.“

Der WDR wiederum arbeitet daran, seine Grundsätze zu erweitern. So soll auch dort die „Dokumentation und Transparenz des Rechercheweges“ eingeführt werden, vor allem bei investigativen Berichten, schreibt der WDR.

NDR zieht Schlussfolgerungen aus dem Fall Relotius

Das NDR-Fernsehen berichtet von „zum Teil stichprobenartigen Sichtungen von Rohmaterial – auch durch das Justiziariat“. Der Hörfunk schickt zudem ein internes Papier. In „Der Fall Relotius – Schlussfolgerungen der Redaktionen von NDR Info, NDR Kultur, NDR2 und N-Joy“ heißt es:

„Bei Recherchen für Langformate: Originalbelege über Fahrten und Unterkünfte vorlegen lassen.

[…] Kritisch nachfragen bei exklusiven Interviews mit Künstler*innen (Stammen alle Aussagen im Beitrag aus dem Interview? Lassen sich Zitate in indirekter Rede mit aufgenommenem Audiomaterial belegen? Ort und Zeit des Interviews nachprüfen).

[…] In Reportagen sollte keine Atmo eingesetzt werden, die nicht am Ort des Geschehens aufgenommen wurde – es sei denn, dies wird im Text kommuniziert („Fernsehbilder zeigen den landenden Hubschrauber…“).“

Das alles könnte man als ungewöhnliches Misstrauen gegenüber AutorInnen werten. Oder eben als gesunde Vorsicht. „Ich halte professionelles Misstrauen für unproblematisch“, sagt Sandra Müller. Es sei vermutlich eine Frage der Gewohnheit. „Wenn alle ihre Kontakte und Reisen belegen müssen, dann ist das eben der Standard, der uns allen mehr Sicherheit vor FälscherInnen gibt.“ Sie selbst würde den Schwerpunkt dabei allerdings auf Faktenchecks legen.

Eva Wolfangel beobachtet „hier und da“ auch Bewegung, etwa als sie sich neulich für den Reporterpreis bewarb, den Relotius gleich vier Mal erhalten hatte. Sie habe neben dem Beitrag auch Kontaktdaten von Gesprächspartnern und ein Making-of einreichen müssen. „Solche Dokumentationen und vor allem auch die Fragen von Faktencheckern nerven jedes einzelne Mal – aber sie sind wichtig“, sagt Wolfangel. Wer Faktenchecks bedienen müsse, sei schon in der Recherche sehr genau. Das helfe allen – und auch der Glaubwürdigkeit, dem unique selling point des Journalismus.

>> zur Originalveröffentlichung auf übermedien.de

Raus aus der Nische

Beim Journalismus für die Ohren hatten Radiosender lange ein Monopol. Für ZAPP bin ich der Frage nachgegangen, wie sie ihr Terrain in Zeiten der Podcasts verteidigen.

für NDR Fernsehen

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— Manuskript des Beitrags —

Intime Gespräche, aus der App, individuell aufs Ohr. Podcasts.
„Hallo und herzlich Willkommen zu ‚Filterbubble‘.“
„‘Hamburg News‘ – der tägliche Podcast des ‚Hamburger Abendblatts‘.“
„Für ‚Stern Crime‘ begebe ich mich auf Spurensuche. Ich treffe die besten Ermittler und Spezialisten Deutschlands.“
„Ich habe für diese Episode Peter Müller angerufen. Er ist der ‚Spiegel‘-Korrespondent in Brüssel.“
„In der Fabrik: unfassbare Arbeitsumstände. Viel zu heiß. Du kannst nicht atmen.“
„Auch darüber reden wir in ‚Der Tag‘. Ich bin Philipp May. Hi!“

Podcasts. Wieder ein boomendes Geschäft auf dem Medienmarkt.
Auch hier: In Berlin-Kreuzberg. Im Radiobüro Viertausendhertz.
Die Podcast-Agentur haben vor drei Jahren Journalisten und Werbeprofis gegründet. Heute leben sie davon.
Und Podcasts – das sind für sie vor allem pure Gespräche. Der Inhalt bestimmt die Form – nicht das Format, wie beim Radio.
„Wenn man was gefragt wird, das ging mir auch selbst bei Interviews immer so, ich dachte, ich muss jetzt zum Ende kommen, wo ich gerade anfangen habe, nachzudenken.“
„Wenn Redakteure uns da einladen, weil die müssen wahrscheinlich dafür kämpfen, dass eine Band wie wir da stattfinden – aber trotzdem merkt man sehr, wie die dem Format verpflichtet sind. Und bevor man überhaupt zum Gedanken ansetzen kann, wird meist schon die nächste Frage gestellt.“

Und Erfolg bei Podcasts heißt am Ende: weniger Radio.
„Ich glaube einfach, dass es so sein wird, dass sich das lineare Radio jetzt einfach einen großen Anteil der Hörerschaft teilen wird und tut sie ja eigentlich schon, also dass wir halt einfach sagen okay, es ist nicht mehr gesetzt, dass man im Auto zum Beispiel, was so ein klassischer Ort ist fürs Radio, (…) dass man nicht mehr automatisch UKW einschaltet, sondern eben Spotify, uns, wen auch immer.“
Das Angebot – inzwischen schier unüberschaubar. Von den Sendern: hunderte Angebote zum Hören und Abonnieren. Auch Verlage sind dabei. Die „Zeit“ redet stundenlang mit je einem Gast, bis für den „Alles gesagt“ ist. Der „Stern“ geht bei Kriminalfällen auf „Spurensuche“. Auch Zeitungen podcasten.
„‘Hamburg News‘, der tägliche Podcast des ‚Hamburger Abendblatts‘.“
Für Verleger sind werbefinanzierte Podcasts ein neues Geschäftsmodell. Großes Thema auf dem Digitalkongress der Zeitungen.
Und er wirbt dafür: Europamanager Michael Krause von Spotify. „Hören ist das neue sehen“. Alle sollen in Podcasts machen und sie auf Spotify stellen – Sender, aber auch Zeitungsverlage.
„In Deutschland waren es jähr und jähr wieder 150 Prozent Wachstum. Und wir sehen, dass das gesprochene Wort – Podcasts, Hörbücher, Hörspiele – tatsächlich in Deutschland eine sehr große Relevanz hat.“
Und die Verleger haben Lust.
„Eine kleine Umfrage zum Thema Podcasts…“
„…wir sind gerade bei diesem Thema…“
„…in der Diskussion!“
„Na, das passt doch wunderbar!“

„Überall, wo sich Nutzungssituationen verändern, dann ist das eine Chance für uns. Und die Nutzungssituation ist das Auto. Da ist im Moment das Radio drin. Die Zeitungsverlage noch nicht. Und in einer geschickten Kombination – Audiostreaming, Musikstreaming, Nachrichtenstreaming – da kann was für uns draus werden.“
Also quasi ein Markt, den es zu besetzen gilt?
„Ja, sicher!“
„Wenn man auch noch die Zeitschriftenverlage dazu nimmt, kann ich sagen, dass von den hundert größten Verlagen 50 tatsächlich mit Podcasts dabei sind. Es ist also schon ganz hübsch. Und da wir nichts tun, was nicht am Ende vernünftig ist und wo auch wasrauskommt: Es gibt gerade durch Werbung, durch Werbegeschichten finanziert sich die Nummer.“
Doch Spotify drängt auch mit eigenen Reihen auf den Markt. Der erfolgreichste, sogar weltweit: „Fest & Flauschig“ mit Jan Böhmermann.
„Opa, Opa! Was schnibbelst Du denn die ganze Zeit in de Küche rum?“
„Ja, Paulchen, ich mache uns heute einen schönen, frischen Eiersalat. Kommt doch die letzte Folge von ‚Fest und Flauschig‘ vor der Sommerpause!“
„Oh, wie toll Opa – ich liebe frischen Eiersalat!“

Im US-Börsenfernsehen: der Spotify-Gründer macht eine klar Ansage.
„Unsere Mission war Musik. Jetzt geht’s um alle Audios. Wir wollen weltweit die führende Plattform sein.“
Um dem etwas entgegen zu setzen, bauen die Sender ihre Audiotheken aus. Unabhängige Plattformen. Die ARD und auch das Deutschlandradio. Der Erfolgspodcast hier: „Der Tag“.
„Über den Testosterongehalt des Blutes hergestellt…“

Die Themen des Tages – produziert wird im Radiostudio. Und doch: Podcasts sind anders als das klassische Radio.
„Da werden noch Atmer irgendwie weggeschnitten. Da wird jedes Äh weggeschnitten. Also, das Endprodukt im Radio ist immer sehr, sehr optimiert und glattgeschliffen. Und Podcast sind da letztlich einfach ehrlicher. Da lassen wir auch Sachen einfach mal – wenn ein Fehler passiert, dann korrigieren wir uns gegenseitig und machen weiter und alles ist gut. Wenn die Putzfrau reinkommt, dann machen wir weiter und alles ist gut, binden es irgendwie ein. Ich mag das sehr, weil das die Welt irgendwie ein bisschen realer erscheinen lässt.“
Die Verantwortlichen des Deutschlandradios wollen mit Podcasts vor allem junge Hörer gewinnen – Zukunftssicherung. Der Programmdirektor weiß: Sein Deutschlandfunk ist stark – der Durchschnittshörer aber: über 50.
„Ich habe mal mitgebracht, was wir wissen von Spotify (…) – haben wir also die höchste Altersgruppe, die also am besten erreicht wird mit 35 Prozent die 23- bis 27-Jährigen. Das ist ein Wert, den wir im klassischen Programm nicht erreichen. Und das ist auch ein Grund, warum wir an dieser Stelle aktiv sind.“
Da helfen die neuen Plattformen – wie Spotify, Audible und Apple. Sie sind aber auch: Konkurrenz.
„Wir merken den Druck nur beispielsweise auch auf dem Markt im Sinne von wo finde ich Autoren, die für uns tätig werden. Dass einige Autoren, mit denen wir in der Vergangenheit zusammengearbeitet haben, die auch zum Teil jetzt auch mit der Konkurrenz aus unserer Sicht zusammenarbeiten. Der Markt wird da enger. Das ist deutlich spürbar.“
Allerdings: Konkurrenz belebt das Geschäft. Und das ist für die Sender auch eine Chance: neue Angebote für neue Aufmerksamkeit auf dem Audiomarkt.
„Morgen an dieser Stelle Sarah Zerback. Ich bin Ann-Kathrin Büüsker. Tschüss!“

>> Beitrag in der NDR-Mediathek (Quelle: NDR-“Zapp”)

“DAB+ hat keine Zukunft”

DAB-Aus und Blockade bei der Reform des Rundfunkbeitrags: Die FDP engagiert sich auffällig stark in der Rundfunkpolitik. Warum, hat mir Stefan Birkner für die taz erklärt.

für taz

Herr Birkner, der niedersächsische Landtag hat auf Ihre Initiative hin für eine Überraschung gesorgt: Er hat einstimmig empfohlen, DAB+ nicht weiter mit Rundfunkbeiträgen zu fördern. Was soll nun konkret passieren?

ARD und Deutschlandradio sollen nicht mehr subventioniert über DAB+ senden. Das ist einfach nicht der zukunftsweisende Standard: DAB+ hat keinen Rückkanal für eine Interaktion zwischen Sendern und HörerInnen. Der Mobilfunk bietet sich viel eher an. 5G wird ohnehin flächendeckend ausgebaut und verkraftet auch problemlos Radiostreams.

Sie wollen DAB+ abschalten?

Nein. Wir treffen keine Technologieentscheidung. In diese Übergangstechnologie – mehr ist DAB+ ohnehin nicht – soll nur kein Geld der BeitragszahlerInnen mehr fließen. Das ist der Appell an die MinisterpräsidentInnen. Was der private Markt macht, muss er entscheiden.

Dabei bietet DAB+ durchaus Vorteile gegenüber UKW. Fehlt nicht einfach nur der Mut, UKW abzuschalten und allein auf DAB+ zu setzen, so wie etwa in Norwegen?

Nein, wir wollen auch keinen Umschaltzeitpunkt. Damit würde man das Radio in die falsche Technologie pressen.

Die FDP zeigt bei der Medienpolitik ja gerade grundsätzlich eine erstaunliche Präsenz. Wo kommt der plötzliche Elan her?

Na ja, es wird gerade im Länderkreis über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks diskutiert. Da müssen sich unsere KollegInnen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz positionieren. Sie sind dort schließlich an den Regierungen beteiligt.

Eigentlich waren sich die MinisterpräsidentInnen einig, den Rundfunkbeitrag per sogenanntem Index-Modell an die Inflation zu koppeln. Ihre KollegInnen haben im Juni zum zweiten Mal in Folge dagegengehalten. Warum dieser Widerstand?

Wir wollen erst über den Auftrag reden, also was die Öffentlich-Rechtlichen in Zukunft eigentlich bieten sollen, und erst dann über die Finanzierung. Bisher sollte das in einem Rutsch passieren – für uns der falsche Weg. Wir führen allerdings auch keinen Glaubenskrieg: Es kann durchaus sein, dass am Ende ein Index-Modell sinnvoll wäre. Was wir auf keinen Fall wollen, ist ein Blankoscheck, die automatische Erhöhung des Beitrags mit der Inflation. Es muss unbedingt weiter eine parlamentarische Kontrolle des Rundfunkbeitrags geben. Dabei gibt es aber in der Rundfunkkommission der Länder auch Annäherungen.

In Wahlprogrammen der FDP war mal von einer Halbierung des Rundfunkbeitrags die Rede. Ist das noch aktuell?

Unser Ziel ist klar: Der Rundfunkbeitrag muss spürbar gesenkt werden.

Wollen Sie dafür ganze Programme streichen?

Es geht darum, dass sich ARD und ZDF auf wesentliche Aufgaben konzentrieren, also Information und Kultur, und dabei die Kosten dämpfen: vor allem, indem sie weniger teuren Sport und weniger teure Unterhaltung zeigen. Ja, dabei geht es am Ende auch um die Frage, ob alle Kanäle nötig sind. Die MinisterpräsidentInnen wollten dazu Vorschläge von den IntendantInnen haben. Ich fand das feige. Diese Entscheidung ist Aufgabe der Politik.

Auch die AfD will an den Rundfunkbeitrag, sie will ihn sogar abschaffen und stattdessen einen „Bürgerfunk“ als Pay-TV.

Mag sein, zwischen uns gibt es aber keine Nähe. So wie ich die AfD auch hier in Niedersachsen erlebe, sieht sie sich in einer Feindschaft zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Wir bekennen uns hingegen klar zu einem starken System. Das hindert uns aber nicht daran, über Einsparungen zu reden. ARD und ZDF sind einfach zu teuer. Das ist auch ein Problem für die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die ist aber wichtig!

SPD und Union behandeln die Medienpolitik zunehmend stiefmütterlich, oder? Die Zeiten starker Rundfunkpolitiker wie Kurt Beck und Edmund Stoiber sind vorbei.

Das ist ein großer Fehler! Medien sind in einer Demokratie ein zentrales Politikfeld. In einer polarisierten gesellschaftlichen Debatte, in der auch der Journalismus angegriffen wird, müssen wir Position beziehen – nicht nur hinter den Kulissen in der Rundfunkkommission.

Da können Sie sich leicht profilieren.

Ach, uns bewegt einfach die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Da geht es gerade um Grundsätzliches. Wenn andere ein Feld vernachlässigen, ist das natürlich auch eine Chance, um stattzufinden. Wir schauen aber nicht strategisch auf Lücken, die andere lassen.

>> zur Originalveröffentlichung auf taz.de

Podcast-Offensive bei Audible

Wie gefährlich wird der Amazon-Ableger etablierten Sendern?

für WDR5

Manuskript des Beitrags
Auszüge: Audible-Podcasts „Spiegel“, „Brand Eins“ mit Jörg Thadeusz, “Bunte”-Talk

Zeitschriften machen in Audio – und bleiben ihrem Geschäftsmodell treu: Die neuen Podcasts gibt es nur im Abonnement. Der Partner dafür: Audible, eine Tochter von Amazon. Die Plattform war lange ein Verkaufsplatz für Hörbücher und Hörspiele – also: Unterhaltung für die Ohren. Nun aber drängt Audible auch in das Geschäft mit sogenanntem Wort-Programm und bietet dafür auch Journalismus zum Hören.

„Mit 22 Podcasts sind wir gestartet, jetzt kommen jeden Monat zwei neue dazu, die dann wöchentlich wieder erscheinen“

, sagt Paul Hulzing, der das Podcast-Geschäft von Audible Deutschland leitet.

„Und das Programm ist längst nicht fertig, sondern wird so aufgebaut, dass wir weiterhin auch mit größeren Medienmarken zusammenarbeiten. Aber die Hälfte des Programms ist nicht von Medienmarken, sondern von Radiomachern, von Moderatoren, von Produzenten, die sich vorher schon im Radio bewegt haben und auch von Newcomern.“

Zu den Podcasts aus Verlagen kommen etwa auch wöchentliche Kolumnen mit starken Stimmen. Leitartikler Heribert Prantl von der „Süddeutschen Zeitung“ ist dabei und auch: Bettina Rust – bekannt wiederum, wie ihr Kollege Jörg Thadeusz, nicht zuletzt als Moderatorin vom Berliner Sender Radioeins, einem Programm der ARD.

Trailer: Bettina Rust auf Radioeins

Radioeins-Programmchef Robert Skuppin ist alarmiert. Audible buhlt immerhin gleich um mehrere seiner Moderatoren. Immerhin: Thadeusz und Rust bleiben ihrem Heimatsender bis auf Weiteres treu – und der Senderchef ihnen auch.

„Also wir haben freie Mitarbeiter. Mit denen haben wir Verträge, die ganz klar machen, dass sie zum Beispiel in der Region, in der Radioeins zu hören ist, nicht bei einem anderen Sender auch noch gleichzeitig irgendwie in Konkurrenz auftreten können“

, sagt Skuppin. Audible aber erscheine ja im Netz – und die Podcasts dann auch noch hinter einer „Bezahlschranke“. In einem ersten Reflex sieht er kein Problem. Aber:

„Wenn das tatsächlich so wäre, dass das massiv Fahrt aufnimmt, dann müssen wir tatsächlich darüber reden. Und dann müssen wir schauen, inwieweit wir da Exklusivität eben auch gewährleisten können. Ich glaube schon, dass die notwendig ist, um das auch deutlich zu sagen.“

Audible geht unterdessen weiter in die Offensive. Podcast-Chef Hulzing hat eine – wie er sagt – „hohe dreistellige Zahl“ von Bewerbungen erhalten: Ideen für Podcasts von etablierten Radiomachern und anderen Audioliebhabern. Ein Risiko für Sender – wenn da der Ableger eines multinationalen Konzerns wie Amazon kommt, mit dem Geldkoffer aus Seattle?

„Für uns ist die Podcast-Welt gerade so klein und an Tag eins tatsächlich, dass wir glauben, wir können gar nicht alleine so etwas aufbauen. Wir brauchen die ARD. Wir brauchen auch vermeintliche Mitbewerber und andere, die sich dafür einsetzen, dass das Thema Podcast bekannter wird. Ansonsten funktioniert das nicht. Das geht nur in einem Gemeinsamen. Und wir kommen übrigens auch Berlin-Mitte und nicht aus Seattle. Das muss man festhalten. Wir sitzen hier in Berlin. (Lacht)“

Der Audible-Manager denkt etwa an gemeinsame Koproduktionen. Radioeins-Chef Skuppin aber bleibt skeptisch. Als er gefragt wurde, ob sein Sender eine Show präsentieren würde, die am Ende auf Audible zu hören sein würde, sagte er ab – er wolle nicht „Steigübelhalter“ der neuen Konkurrenz sein.

Skuppin ist allerdings auch besonders gebeutelt von der neuen Audio-Welt: Als der Streamingdienst Spotify beschloss, mehr zu bieten als nur Musik, warb Spotify Radioeins Jan Böhmermann und Olli Schulz ab. Damals war Skuppin richtig sauer. Heute sagt er:

„Bei Spotify muss man ja sagen, hat man sehr schnell gemerkt, dass man es nicht so richtig ernst nehmen kann. Da muss man sagen, das war dann doch ein Marketing-Coup, der vielleicht bis heute auch funktioniert. Ich glaube, bei Audible gibt es schon eine viel nachhaltigere Strategie, da etwas zu entwickeln und den Audiomarkt tatsächlich auch zu verändern. Deswegen nehme ich das tatsächlich ernst, ja.“

Audible investiert immerhin schon im ersten Jahr nach eigenen Angaben einen „relativen substanziellen siebenstelligen Betrag“ in das Geschäft mit Journalismus für die Ohren. Das ist zweifellos: eine ordentliche Offensive.

>> Download MP3 (Quelle: WDR5-Medienmagazin)