Wird bei radioeins jetzt Satire beschnitten?

Im Medienmagazin von radioeins haben Jörg Wagner und ich u.a. den Eklat um den Podcast mit Schroeder & Somuncu aufgearbeitet.

für radioeins

Dieser Beitrag wird hier lediglich als Arbeitsprobe präsentiert. Die Rechte etwa für Vervielfältigungen liegen beim rbb.

— Zeitmarken des Podcasts —
[00:00] INTRO: Schuldeingeständnis von Springer | [02:35] Eklat um radioeins-PodCast – Malcolm Ohanwe | [13:26] Eklat um radioeins-PodCast – Robert Skuppin | [21:20] M100 Media Award 2020 – Szabolcs Dull | [33:02] JVBB/DJV Berlin vor Vorstandswahlen – Ulrike Grönefeld/Steffen Grimberg | [46:27] Bonus: Kolumne Sarah Bosetti | [51:05] Bonus: Repodcast “Die Podcastin” | [1:29:50] Bonus: MCB Impact Day – TikTok-Panel

Quelle: radioeins-“Medienmagazin”

Subventionen für Print

Erstmal bekommen Zeitungen nun eine direkte Finanzspritze aus der Staatskasse. Für die taz bin ich der Frage nachgegangen, warum sich Verlage derart in Not sehen und wie es um die Unabhängigkeit bestellt ist.

für taz

Wie es aussieht, wenn sich eine Lokalzeitung zurückzieht, lässt sich künftig im nördlichen Rheinland-Pfalz bei der Rhein-Zeitung beobachten. „In den vergangenen Tagen erst wurde neu entschieden, dass es neben den drei großen Regionaldesks keine weiteren Ortskorrespondentenbüros in der Fläche geben wird“, heißt es in einem Rundschreiben der Chefredaktion. Mit anderen Worten: Die Lokalzeitung wird kaum noch Präsenz zeigen. Die lokale Berichterstattung werde darunter „enorm“ leiden, mahnt der Deutsche Journalisten-Verband.

Auch in der Redaktion fragen sich viele, wie so noch Kontakt zu Leser*innen aufrechterhalten, wie Geschichten „entdeckt“ werden sollen. Jeder wisse doch, wie wichtig Präsenz im Lokalen sei. Leser*innen schauten bei Problemen vor Ort bei ihrer Zeitung vorbei. Der Rückbau am Mittelrhein ist ein weiteres Indiz für die Krise der klassischen Zeitung. Die Politik möchte dieser Krise nun entgegenwirken, der Bundestag hat Ende vergangenen Jahres Subventionen beschlossen.

Denn die Kurve der Auflagenkontrolle durch die Informationsgemeinschaft IVW zeigt für alle Titel kontinuierlich nach unten. 2009 verkauften Verlage täglich noch knapp 24 Millionen Exemplare. Im vergangenen Jahr waren es nicht einmal mehr 15 Millionen. Während das Geschäft mit gedruckten Zeitungen einbricht, weil Abonnent*innen keine Lust mehr haben oder schlicht sterben, wachsen zwar die Umsätze im Digitalen – oft sogar kräftig. Aber das Digitale fängt noch nicht auf, was bei gedruckten Zeitungen wegfällt.

„Es gibt einen Zeithorizont von fünf Jahren“, sagt Katrin Tischer, die Geschäftsführerin des Verlegerverbandes BDZV. Der hat seine Mitglieder befragt, wann das Digitale mehr bringt, als im Gedruckten einbricht. Tischer spricht von „viel Optimismus“ und einer „positiven Aussicht“. Mindestens bis dahin, also 2025, sollen aber die Steuer­zahler*innen einspringen.

Die genannte Subvention, der Haushaltsposten „Förderung der Zustellung von Abonnement­zeitungen und Anzeigenblättern“, sieht für das laufende Jahr 40 Millionen Euro vor. Wie der Titel schon sagt: Gefördert wird allein das Austragen gedruckter Exemplare. Auf diese Abgrenzung legen die Verleger*innen großen Wert. Nicht alle finden die Idee gut, Zeitungen an den Tropf des Staates zu legen. Von Springer-Boss Mathias Döpfner, der immerhin Präsident des Verleger­verbandes ist, sind deutliche Worte überliefert: „Lieber Insolvenzen von Zeitungen als der subventionierte Verlust ihrer Unabhängigkeit.“

Sozialere, dafür teurere Zustellung

Nun hatte sich ausgerechnet Döpfners BDZV in der Politik starkgemacht für Subventionen. Döpfner selbst traf sich dafür mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Wer sich beim BDZV nach diesem Widerspruch erkundigt, erfährt: Der Spruch habe sich allein auf Finanz­spritzen bezogen, die direkt auf Redaktionen abzielten. Genau das passiert in Frankreich mit der „Modernisierungsförderung“ oder in Dänemark und Schweden mit der „Innovationsförderung“: Regierungen bezuschussen die Entwicklung digitaler Produkte und so letztlich Stellen in Newsrooms oder verlagseigenen Start-ups.

Das Arbeitsministerium ließ sich in einer Studie die Presseförderung in Europa zusammenstellen. Dem Vernehmen nach soll es zunächst auch dieses Modell favorisiert haben. Schließlich wäre es dabei um die Förderung der Zukunft gegangen, nicht um lebensverlängernde Maßnahmen für ein altes Medium. Die deutschen Ver­leger*innen sollen aber vehement abgelehnt haben. Nur eine „Logistikförderung“ garantiere Unabhängigkeit.

Dass sich in der Bundesregierung das Arbeitsressort um die Presseförderung kümmert, hat einen Grund: Die Einführung des Mindestlohns hat das Austragen der Zeitungen teuer gemacht. Zusteller*innen – bundesweit sind das etwa 100.000 – wurden früher pro Stück bezahlt. Inzwischen bekommen sie einen Stundenlohn. Das ist sozialer, für die Verlage aber teurer. Die Verlage rechneten der Politik in Lobbytreffen und Briefen vor, dass die Zustellkosten allein für Tageszeitungen von 1 auf 1,4 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen seien.

„Auch wenn inzwischen mehrere Tausend Abonnenten unsere Zeitungen digital lesen und wir über die mobilen Kanäle rund um die Uhr informieren, wollen die Menschen weiterhin überwiegend ihre Zeitung gedruckt in Händen halten, morgens spätestens um 6 Uhr“, schrieben etwa die Verleger von Schwäbischer Post und Gmünder Tagespost. „Neu-Abonnenten wählen zu über 90 Prozent das gedruckte Exemplar.“ Für ihre Schreiben haben sich auch konkurrierende Verleger zusammengetan. „Wie Telekommunikation, Strom und Verkehr ist ein flächendeckendes Pressezustellnetz eine Infrastruktur von erheblichem Wert für unsere Gesellschaft“, notierten die Geschäftsführer von Süddeutscher Zeitung und Münchner Merkur.

Mehr Geld für Zeitungen in ländlichen Regionen

Manch einer versucht es noch, indem er die Effizienz hochschraubt. Eine Delegation der Mediengruppe DDV, der die Sächsische Zeitung gehört, hat sich in Norwegen Elektrofahrzeuge besorgt. Platz haben eine Person und viele Zeitungen. Zu­stel­ler*innen können in beide Richtungen aussteigen, müssen also nicht ums Auto herumlaufen, um an Briefkästen zu kommen. Die DDV ist nun General­importeur für Verlage in ganz Deutschland.

Die Subventionen für die Verlage liegen unterdessen noch auf den Konten der Regierung. Das Arbeitsministerium muss erst einen Verteilungsschlüssel vorlegen. Im Gespräch ist nach Informationen der taz eine Staffelung: mehr Geld für die umständlichere Zustellung in ländlichen Regionen, weniger in Metropolen.

Wann es so weit ist, möchte eine Sprecherin des Ministeriums nicht sagen. Dort dürfte man sich aber immerhin mit der Not der Verlage auskennen: Das Ministerium wird von der SPD geführt. Die wiederum ist über ihre Tochter DDVG an diversen Verlagen beteiligt, etwa an der Madsack-Gruppe in Hannover.

Doris Achelwilm, die medienpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, bezeichnet den ganzen Vorgang als „in der Sache intransparent und unstimmig“. Die Koalition habe ein Preisschild gedruckt, wolle aber erst jetzt ein passendes Produkt dazu erfinden. Kritik kommt auch von den Grünen: Ein Gießkannensystem sei ein „zweifelhafter Weg“, um die Zeitungslandschaft zu fördern. Vielmehr müsse darüber nachgedacht werden, die zunehmende Zeitungskonzentration zu verhindern, dass wenigen Verlagsgruppen immer mehr Titel gehören oder für sie zentral überregionale Berichterstattung produzieren.

Der Verlegerverband BDZV will jedenfalls weiter lobbyieren. Im nächsten Haushalt sollen weit mehr als 40 Millionen Euro freigegeben werden. Nach der Umstellung auf den Mindestlohn gelte es, zusätzliche Ausgaben von 400 Millionen Euro zu kompensieren, allein bei den Zeitungsverlagen. „Die beschlossene Förderung reicht überhaupt nicht“, sagt BDZV-Geschäftsführerin Tischer.

>> zur Originalveröffentlichung auf taz.de

Mit Optimismus und Unsicherheit in die Zukunft

Wie steht es um die Digitalisierung der Zeitungen? Was sind die größten Hürden? Eine Umfrage unter Verlagen liefert neue Erkenntnisse. Ich habe sie für den Deutschlandfunk ausgewertet.

für Deutschlandfunk

— Manuskript des Beitrags —
Im Jahr 2025, dann könne es so weit sein: Verlage könnten dann mehrheitlich mit ihren Geschäften im Digitalen das auffangen, was sie beim Verkauf gedruckter Zeitungen verloren haben. Das meldete jedenfalls der Großteil der befragten Verlage ihrem Bundesverband BDZV zurück. Verbands-Geschäftsführerin Katrin Tischer kann deshalb von Krisenstimmung in den Zeitungshäusern nicht mehr viel erkennen.

„Es gibt einen Zeithorizont von fünf Jahren. Der hört sich in der digitalen Welt lang an. Da steckt aber viel Optimismus drin. Es gibt eine positive Aussicht.“

Die „Trendumfrage“ stützt diese Grundstimmung tatsächlich: Mit Blick auf die bezahlten Online-Inhalte erwarten die Verlagsmanager in diesem Jahr ein Plus von durchschnittlich 14 Prozent. Die Erlöse im Gedruckten dürften im selben Zeitraum nicht mal um ein Prozent zurückgehen, so die Erwartungen. Auch die Prognosen für abgeschlossene Abonnements und die Einnahmen mit verkauften Werbeplätzen fallen entsprechend aus. Allerdings nehmen die meisten Häuser noch immer insgesamt weit mehr mit Print ein als mit Digitalem.

Die Umfrage hat Christoph Mayer von der Unternehmensberatung Schickler ausgearbeitet. Er erkennt: bei den Verlagen spielt die Frage, wie sie im Digitalen Geld verdienen, nun keine Nebenrolle mehr.

„Wir haben das in den letzten Umfragen auch immer wieder gefragt: Wie relevant ist das? Es gibt dort auch immer wieder relevante Zustimmung. Die hatten aber mehr den Charakter: Das ist ein Thema, wir müssen uns das mal anschauen. Wir müssen damit experimentieren. Wir sind jetzt in einer Phase, wo das Thema wirklich auf die Straße kommt.“

Für die Leserinnen und Leser heißt das konkret: Schon heute müssen sie auf zwei von drei Nachrichtenportalen bezahlen. In drei Jahren soll das nahezu überall der Fall sein. Für die Redaktionen heißt das: Sie arbeiten zunehmend zuerst fürs Netz, erst dann für die Zeitung. Dieses Prinzip „digital first“ gilt schon heute in fast jedem zweiten Newsroom. Die Verlage wollen außerdem die Anmelde- und die Bezahlvorgänge vereinfachen. Und: Im Verband der deutschen Zeitungsverleger wird derzeit – mal wieder – eine „Log-in-Allianz“ diskutiert: ein Passwort für alle Portale – womöglich sogar über die Angebote der Verlage hinaus.

Die Umfrage zeigt aber auch: Bei kleineren Verlagen, also vor allem eigenständigen Regionalzeitungen, ist der Optimismus eher verhalten. Dass Leserinnen und Leser schnell zu digitalen Produkten wechseln, glauben besonders die großen Verlage. BDZV-Geschäftsführerin Katrin Tischer sagt: das sei nur logisch.

„Teilweise ist es auch daher geschehen, weil der Druck in Ballungszentren ein ganz anderer ist. Da wohnen andere Menschen, die ein anderes Mediennutzungsverhalten haben.“

Der Branchenverband sieht sich bestätigt: Auch diese neue Umfrage zeige klar, wie wichtig die gedruckte Zeitung bleibe, vor allem in ländlichen Regionen, bei älteren Leserinnen und Lesern und in Landstrichen, in denen schnelles Internet noch Mangelware ist.

Die Bundesregierung will in diesem Jahr erstmals Verlage direkt subventionieren. Im Haushalt sind 40 Millionen Euro für die Förderung der Zeitungszustellung reserviert. Das Signal nach der „Trendumfrage“:

„Das reicht überhaupt nicht aus. Also es ist in einer Höhe, dass man nicht mal weiß, auf welcher Mikro-Ebene man es verteilen könnte auf die Verlage. Also den Lesern wird damit nicht geholfen und den Verlagen auch nicht.“

, sagt BDZV-Geschäftsführerin Tischer. Obwohl die gedruckte Zeitung bei kleinen Verlagen auch perspektivisch noch so wichtig ist: Vor allem ihre sogenannten Entscheider denken daran, dass die Tageszeitung nicht mehr an jedem Tag erscheint: 44 Prozent – mehr als doppelt so viel wie in großen Verlagen. Druck und Vertrieb seien einfach zu teuer. Auch deshalb: der Wunsch nach Subventionen.

Und noch ein Problem treibt die Zeitungshäuser um: Wie kommen sie künftig noch an gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Für mehr als die Hälfte aller befragten Verlage sei auch das inzwischen „ein Thema“.

>> Download MP3 (Quelle: Deutschlandfunk-“Mediasres”)

Die Woche danach

Nachdem das EU-Parlament trotz starken Protesten der Urheberrechtsreform zugestimmt hat, geht’s an die Umsetzung. Für den Dlf habe ich mich umgehört, wie es nun weitergeht.

für Deutschlandfunk

Dass das Europäische Parlament der Urheberrechtsreform zugestimmt hat, das hat Dietmar Wolff – Hauptgeschäftsführer des Zeitungsverleger-Verbandes BDZV – auf einer Reise erfahren.

„Kurze SMS bekommen, wie das Ergebnis war, zur Kenntnis genommen und…“
„…kein Champagner im Rucksack gehabt?“
„Nein ­– absolut kein Champagner.“

Leistungsschutzrecht gibt es in Deutschland seit sechs Jahren
Die Zeitungsverleger freuen sich vor allem auf das Leistungsschutzrecht: Vor allem Google soll künftig dafür bezahlen, dass es die Artikel von Verlagsseiten auflistet und drumherum Werbeplätze verkauft. In Deutschland gibt es so ein Gesetz schon seit bald sechs Jahren.

„Das wird so ablaufen, wie das eben schon beim deutschen Leistungsschutzrecht abgelaufen ist, dass die Verlage auf die Plattformen zugehen – entweder einzeln, individuell, das ist ja jedem Verlag unbenommen, oder indem sie sich organisieren, zum Beispiel über eine Verwertungsgesellschaft. Und das ist ja beim deutschen Leistungsschutzrecht auch so erfolgt.“

Nur zahlt Google nicht, sondern streitet sich vor Gericht. Wolff ist aber zuversichtlich: Das künftige europäische Recht werde den Verlagen helfen. Große Gesetzesänderungen seien aber wohl nicht notwendig.

Uploadfilter auf nationaler Ebene kaum zu verhindern

Anders sieht es bei der Plattformhaftung aus, den Urheberrechten etwa auf YouTube. Die CDU macht gerade Schlagzeilen mit dem Vorstoß, beim Überführen der Richtlinie in deutsches Recht Uploadfilter doch noch verhindern zu können – wird dabei aber kaum ernstgenommen.

„Das ist aus meinen Augen Sand, der da von der CDU versucht wird, den Leuten in die Augen zu streuen.“

Sagt Jens Zimmermann, der digitalpolitische Sprecher der SPD-Fraktion – immerhin ein Koalitionspartner.

„Allen Expertinnen und Experten, mit denen ich gesprochen habe, denen ist nichts anderes eingefallen als eben diese Upload-Filter.“

Drei-Stufen-Regelung möglich: Lizenz, Löschung, freie Nutzung

Elisabeth Winkelmeier-Becker ist die Sprecherin der Unionsfraktion für Recht. Sie sagt selbst: Die Technologie hinter den Uploadfiltern würden Internetplattformen tatsächlich brauchen, um festzustellen, ob sie an einem Foto, Video oder Text Rechte halten oder nicht. Allerdings:

„Wir wollen die Verfahren und die Sorgfaltspflichten der Plattformen dabei so ausgestalten, dass ein Upload zunächst immer möglich ist und deshalb dann auch keine Anreize für ein Overblocking bestehen.“

Das oberste Ziel der Reform sei schließlich, dass Plattformen Lizenzen erwerben und so Kreative bezahlen.

„Wenn keine Lizenz besteht, dann soll kurzfristig geklärt werden, ob der Rechteinhaber eine individuelle Lizenz nachträglich vereinbaren will. Das wäre seine erste Option. Die zweite Möglichkeit ist, dass er die Löschung des Uploads will, der gegen sein Urheberrecht verstößt. Und die letzte Möglichkeit ist, dass er auch einfach damit einverstanden ist, dass sein Werk ohne Lizenz genutzt wird, weil er vielleicht gar nicht an der kommerziellen Nutzung interessiert ist.“

Steinbrecher (Bitkom): Unmöglich, genügend Lizenzverträge abzuschließen

Mit so einer Regelung könnten Plattformbetreiber auch Livestreams selbst dann laufen lassen, wenn die Urheberrechts-Scanner Alarm schlagen. Judith Steinbrecher, die Urheberrechtlerin des IT-Branchenverbandes Bitkom mahnt indes: Auch bei diesem Modell müssten Plattformbetreiber am Ende viele Inhalte rausfiltern.

„Weil man nicht so viele Lizenzverträge schließen kann, als dass jeglicher Content abgedeckt ist. Das heißt, für den Bereich, wo es keine Lizenzverträge gibt, muss dann doch ein Uploadfilter her, um das tatsächlich technisch umsetzen zu können und dort auch einer Haftung entgehen zu können.“

Europäische Lizenz-„Superdatenbank“: Welche Inhalte sind eigentlich urheberrechtlich geschützt?

Und: Woher sollen Plattformbetreiber eigentlich wissen, welche Inhalte urheberrechtlich geschützt sind? Für Bitkom-Juristin Steinbrecher führt kein Weg an einer Art europäischer „Superdatenbank“ vorbei. Die sei jedoch so kompliziert, dass es sie bisher nicht mal für Musik gebe.

„Wir sprechen aber hier ja auch nicht nur über Musikinhalte, sondern jegliche urheberrechtlich geschützten Inhalte. Also auch ein Foto, was Sie selber privat irgendwo machen, hat einen urheberrechtlichen Schutz. Ja, das ist eine große Herausforderung, dort wirklich auch das Informationsmaterial zu haben, was eine Plattform benötigt, um da Rechteklärung vornehmen zu können.“

Uploadfilter, Lizenzdatenbanken und das Leistungsschutzrecht: Den Betreibern könnte das am Ende zu viel, zu teuer oder zu riskant werden. Sie könnten einzelne Angebote einstellen – so wie Google vor Jahren „Google News“ in Spanien, nachdem auch dort bereits ein Leistungsschutzrecht eingeführt wurde. In Deutschland ließ Google Verlage, die weiter gelistet werden wollten, unterschreiben, dass das erst mal kostenfrei passiert. Ein Trick. Dietmar Wolff vom Zeitungsverlegerverband BDZV runzelt die Stirn.

„Ich gehe davon aus, dass Google überlegen wird, ja, Verlage vielleicht auch auszulisten. Aber wenn sie das europaweit tun möchten: Das ist schon ein sehr großer Markt mit über 500 Millionen potenziellen Nutzern. Das werden sie sich schon sehr gut überlegen, ob sie das machen. Da war ein einzelner Markt wie Deutschland oder eben auch Spanien doch schon eben eine andere Sache, ne?“

>> Download MP3 (Quelle: Dlf-“Mediasres”)

Interviews zum Telemedien-Durchbruch

Verlage, öffentlich-rechtliche Sender und vor allem die Ministerpräsidenten der Länder haben sich auf neue Spielregeln für ARD, ZDF und Deutschlandradio im Netz geeinigt, den sogenannten Telemedienauftrag. Stimmen zum Spiel nach der gemeinsamen Pressekonferenz am 14. Juni 2018 in Berlin.

für NDR Fernsehen

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(Quelle: NDR-“Zapp”)

Gemeinsame Plattform von ARD und Verlagen

Es gibt kaum deutsche Alternativen zu sozialen Netzwerken und anderen Angeboten von Facebook und Google. Der BR-Intendant hat nun die Idee einer gemeinsamen Plattform mit Inhalten von Öffentlich-Rechtlichen und Verlagen eingebracht – eine Art “Super-Mediathek”.

für Deutschlandfunk

Manuskript des Beitrags
“Folgen Sie uns doch auf Facebook oder Twitter” – auch Sendungen auf öffentlich-rechtlichen Kanälen werben so um ihre Fans. Sie wollen mit ihrem Publikum in Kontakt bleiben und ihnen neue Inhalte schmackhaft machen – dafür sind soziale Netzwerke schließlich da. Allein: Redaktionen diskutieren zunehmend, ob das so klug ist, US-Plattformen eigene Inhalte zuzuschieben und so die Attraktivität der Portale zu erhöhen, die um die Inhalte herum Werbung platzieren und damit Milliarden machen.

Die Emanzipation von Googles Videoplattform Youtube, vor allem aber auch von Facebook – für den gegenwärtigen ARD-Vorsitzenden, den BR-Intendanten Ulrich Wilhelm, könnte sie das Projekt seiner Amtszeit sein: eine Art Super-Mediathek, auf der öffentlich-rechtliche, aber auch viele andere Inhalte Platz finden. Die Daten blieben unter eigener Kontrolle und nicht zuletzt auch: die Spielregeln.

“Sie lesen selber: Jede Änderung des Algorithmus, die ja nie besprochen wird, nie vorangekündigt wird, nie transparent gemacht wird führt dazu, dass man sofort im Wettbewerb entsprechende Folgen zu tragen hat. Und es wäre sozusagen ein ganz großer Wurf, den Europa leisten könnte, zu dem wir als Teilnehmer natürlich nur einen ganz kleinen Beitrag leisten könnten”, erklärte Wilhelm Journalisten bereits – weitgehend unbeachtet – zu seinem Amtsantritt im Januar. Inzwischen haben mehrere Intendanten ihre Sympathien bekundet, etwa Patricia Schlesinger vom RBB und Tom Buhrow vom WDR. Wilhelm gibt sich bescheiden. Tatsächlich aber ist er der Treiber dieser Idee.

“Es ist eine Idee, die darauf angelegt ist, mit den Verlagen auszuloten, ob es da Gemeinsamkeiten gibt. Also ich würde nicht sagen, so muss es sein – lieber Mathias Döpfner –, sondern die Frage wäre eher an ihn und viele andere: Könnte das ein Feld sein, über das wir gemeinsam nachdenken sollten?”

Mathias Döpfner – Präsident des Zeitungsverlegerverbandes BDZV und Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlages – kritisiert sonst die Öffentlich-Rechtlichen für ihre Onlineaktivitäten. Auf der Jahrespressekonferenz seines Konzerns ließ er aber erkennen, dass er einer gemeinsamen Sache gegen US-Plattformen wohlwollend gegenübersteht.

“Dieser Vorschlag ist interessant und diesem Vorschlag wohnt auch eine absolut richtige Idee inne”, sagt Döpfner. Er – das heißt: Axel Springer, aber auch der BDZV – wollen das prüfen. Allerdings mahnt der Chef-Verleger auch:

“Natürlich muss man immer sehr darauf achten, dass nicht ein Kooperationsangebot auch eine Umarmung wird, die das Gegenüber erdrückt und ihm die Luft abschnürt. Also das schauen wir uns sehr genau an und auch, glaube ich, ist hier sehr darauf zu achten, dass privater Sektor und öffentlicher Sektor getrennt bleiben.”

Die Hürden für eine Super-Mediathek aus Videos und Texten wären hoch, das lehrt auch die Erfahrung: ARD und ZDF wollten vor einigen Jahren “Germany‘s Gold” starten, eine gemeinsame Plattform für ihre Inhalte, aber auch für Filme von Dritten. Allerdings hatte das Bundeskartellamt etwas dagegen.

Und dann wäre eine solche Plattform auch technisch eine große Herausforderung. Facebook und Youtube haben immerhin die Such- und Vorschlagsalgorithmen ihrer Angebote über Jahre perfektioniert und auch das Tempo, also wie schnell Trefferlisten und die eigentlichen Inhalte erscheinen. Auch bei einer möglichen Personalisierung macht den US-Giganten so schnell niemand etwas vor.

Fraglich wäre zudem, wie Verlage etwa für ihre Inhalte Geld verlangen könnten. Google und Facebook arbeiten dazu derzeit an eigenen Modellen.

“Da ist ja wirklich von der Informatik und der mathematischen Seite her sehr, sehr viel an Denkarbeit zu leisten. Sie haben natürlich dafür auch einen beachtlichen Aufwand des Gesetzgebers zu bedenken”, sagt der ARD-Vorsitzende. Beim Bayerischen Rundfunk hat Wilhelm in den vergangenen Jahren passenderweise eine eigene Softwareschmiede aufgebaut. Sie hat zuletzt die ARD-Audiothek entwickelt, die viel Lob erfährt. Diese Einheit könnte helfen – und die Länder per Gesetzesänderung eine Super-Mediathek erlauben.

“Die Initiative soll ja einfach ein Nachdenken in die Richtung ermöglichen. Am Ende kommt es darauf an, ob alle die, die da als Akteure zu gewinnen wären, sagen, das könnte hilfreich sein.”

Der anhaltende Skandal um den Datenabfluss bei Facebook – er wird das Bedürfnis nach einer Emanzipation von den US-Plattformen gewiss noch einmal verstärken.

>> Download MP3 (Quelle: DLF-“Mediasres”)

Der organisierte Sport als Parallelwelt

Warum Ermittler mit dem Anti-Doping-Gesetz ein Problem haben

für Deutschlandfunk

Manuskript des Beitrags
„Doping soll in Deutschland künftig mit strafrechtlichen Mitteln verfolgt werden. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag heute verabschiedet…“

Diese Nachricht ist nun fast auf den Tag genau ein Jahr alt. Zeitungen meldeten auch: „Dopingsünder müssen den Staatsanwalt fürchten.“ Praktisch heißt das: Sportler, die betrügen, müssen etwa mit Sebastian Wußler rechnen.

Der Staatsanwalt ermittelt – zusammen mit zwei Kollegen – von Freiburg aus, einer von zwei Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Doping in Deutschland. Die andere sitzt in München.

Mit dem Anti-Doping-Gesetz, das seit Mitte Dezember gilt, hat sich für die Ermittler grundlegendes verändert:

„Bis zum Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes haben wir reine Umfeldermittlung betrieben. Der Athlet, der positiv aufgefallen ist bei einer Dopingkontrolle, war nicht Ziel unserer Ermittlungen, sondern Ziel war, herauszufinden, woher hat der Athlet diese Doping-Mittel.“

Nun aber stehen auch Athleten im Fokus der Ermittler. Die werden vor allem dann aktiv, wenn die Nationale Anti-Doping-Agentur, die Nada, ihnen positive Kontrollergebnisse meldet.

Im Bundesjustizministerium berichtet Wußler: Die Ermittler können sich nicht damit anfreunden, dass sich der Sport parallel selbst um Kriminalität in den eigenen Reihen kümmert, mit sehr eigenen, vor allem auf Tempo getrimmten Spielregeln.

„Für uns problematisch: Wir haben ein enges Zeitfester zwischen Bekanntwerden des positiven Dopingkontrollbefundes und der Mitteilung an den Athleten. Das sind sieben Tage (…) Wenn wir an verschiedenen Stellen durchsuchen müssen, wenn wir überlegen müssen, ob wir observieren, ob wir – was das Umfeld anbelangt – Telekommunikationsüberwachungsmaßnahmen durchführen, dann kostet die Anordnung, die Vorbereitung des Vollzugs und der Vollzug kosten Zeit. Und da sind diese sieben Tage – können zu kurz sein.“

Der Doping-Ermittler – der Details zu den einzelnen Verfahren auf der Fachtagung für sich behält – ist auch sonst entsetzt von der Parallelwelt des organisierten Sports. Wußler spricht gar von einem „aufklärungsfeindlichen Umfeld“:

„Es betrifft nicht sehr viele Verbände, aber es gibt Verbände, das sind wir hingegangen mit Durchsuchungsbeschlüssen. Die wussten von ihrem Athleten schon Bescheid. Das ist in Ordnung, der darf sie informieren, er muss nicht schweigen, aber es waren keinerlei Beweismittel mehr zu diesem Athleten vorhanden. Es wurden Dateien gelöscht.“

Die Sportgerichtsbarkeit, sagt Wußler dann, sei manchmal noch nicht mal an Fakten interessiert, bevor sie ihre eigenen Urteile fälle. Das hat der Staatsanwalt bei Ermittlungen nach dem Anti-Doping-Gesetz gemerkt, bei denen ein Schiedsgericht des Sports die Unterlagen der staatlichen Ermittler beantragt hatte – wie es das Anti-Doping-Gesetz ausdrücklich ermöglicht:

„Bis ich über die Akteneinsicht entschieden hatte, hatte ich schon vom Verband die Mitteilung, dass das sportrechtliche Disziplinarverfahren gegen den Athleten eingestellt war. Ich finde das bemerkenswert.“

Ob das Anti-Doping-Gesetz etwas bringt, will der Staatsanwalt noch nicht sagen. Auch Bundesjustizminister Heiko Maas hält sich auf seiner Tagung mit einer Beurteilung zurück – denn:

„Es gibt noch keine Verurteilung. Es gibt mehrere Ermittlungsverfahren, die laufen. Es wird auch sicherlich Verurteilungen geben. Und dann wird man insbesondere ja auch die Frage mal beurteilen können: Wie ist das Verhältnis ‚Verurteilung im Strafrecht und Konsequenzen durch die Sportgerichtsbarkeit’ – das ist das, was vielfach auch problematisiert wird, dass das auseinanderläuft.“

Unterdessen berichten sowohl der Doping-Ermittler als auch Nada-Vorstand Lars Mortsiefer: Das Kartell des Schweigens hat das Anti-Doping-Gesetz nicht geknackt. Den Anfangsverdacht liefern noch immer allein positive Testergebnisse – weder privaten Anzeigen, noch Informanten wie im Fall der russischen Leichtathletik. Mortsiefer fordert deshalb:

„Das Thema ‚Kronzeugenregelung’ ist glaube ich – an Hand der Stepanovs zu sehen – noch mal ein ganz, ganz wichtiges, was wir sehen sollten, weil: Wir haben ein solides technisches System, aber es wird nur befüllt, wenn es tatsächlich auch einen Schutzmechanismus am Ende des Tages gibt.“

Außerdem, mahnt der Jurist der Nada, müssten den spezialisierten Ermittler-Teams für Baden-Württemberg und Bayern weitere folgen. Nur so könnten die neuen Möglichkeiten des Anti-Doping-Gesetzes überhaupt ausgeschöpft werden.

„Wir haben viele Flecken in Deutschland, wo man nicht genau weiß, wie man damit umgeht. Deswegen sollte man da noch mal hingehen und noch mal verstärkt auf Schwerpunktstaatsanwaltschaften oder spezialisierte Richter oder Rechtsanwälte einwirken, denn nur so kann das System robust sein.“

Dieses System – es wartet nun vor allem auf seinen ersten großen Fall vor Gericht. Bis dahin gehen die Ermittlungen im Hintergrund weiter. Mit all ihren Besonderheiten, die das Tatumfeld „organisierter Sport“ mit sich bringt.

>> Download MP3 (Quelle: DLF-“Sport am Wochenende”)

Mitschnitte BDZV-“Zeitungskongress 2016” (#ZK2016)

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IOC startet Online-TV-Kanal

Heute Nacht soll es soweit sein: Der Olympic Channel geht an den Start, der neue Hauskanal des IOC. 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr Olympia. Das Ziel: die Zuschauer auch zwischen den Spielen binden

für Deutschlandfunk

Manuskript des Beitrags
Auszug „Olympic Channel-Promo“

Athleten und ihre Emotionen – das und auch nur das sind für das Internationale Olympische Komitee Olympische Spiele. Der Werbeclip für den „Olympic Channel“ ist dann auch voll davon.

Auszug „Olympic Channel-Promo“

„Weil 17 Tage nicht genug sind“ – das ist das Motto des neuen Kanals. Olympia soll einfach immer und überall sein. Das erklärte jüngst auch IOC-Präsident Thomas Bach:

„Hauptziel des olympischen Kanals ist es, verbunden zu bleiben – mit den olympischen Fans und allen anderen, die das interessiert – und das auch in der Zeit zwischen den Olympischen Spielen. Wenn die Abschlusszeremonie vorbei ist, wird der Kanal fertig sein zum Download.“

Ein Kanal zum Download – was Bach hier etwas ungelenk ausdrückt, heißt nichts anderes als: Sein Olympic Channel sendet erst mal nur im Internet, nicht auf dem Satelliten oder im Kabelnetz. Sportfans müssen also via Internet-Browser – auf olympicchannel.com – einem Stream anwählen oder eben den Kanal „downloaden“, als App für das Smartphone oder den Tablet-Computer.

Dann kann ihn jeder sehen: Den gewaltigen Bilderteppich, den das IOC weltweit ausrollt – und das rund um die Uhr. Der Kanal will Wiederholungen einzelner Wettkämpfe zeigen, dazu Interviews mit Athleten. Sogar olympische Nachrichten und Shows sind geplant. Der „Olympic Channel“ soll außerdem die olympischen Sportarten erklären, in kompakten Videos, die sich leicht in sozialen Netzwerken teilen lassen. Nur eines soll er nicht sein – erklärt IOC-Präsident Bach:

„Dieser Kanal ist keine Konkurrenz zu den Olympischen Sendungen der Rechteinhaber. Aber es hilft ihnen, denn der olympische Sport wird mit seinen Athleten vier Jahre lang präsent sein. Auf diese Bekanntheit werden sie dann aufbauen können.“

Das IOC will den perfekten Kreislauf: Es baut neue Stars auf, hilft vor allem Nischensportarten zu neuer Aufmerksamkeit. Rechteinhaber – hierzulande bisher ARD und ZDF, künftig Discovery mit Eurosport – übernehmen dann für viel Geld, um 17 Tage lang das größte Sportspektakel der Welt zu zeigen – und geben dann wieder ab an den Olympischen Kanal. Der wiederum soll am Ende auch Geld verdienen, das ist das erklärte Ziel. Mit opulentem Sponsoring ist zu rechnen, einer perfekten Bühne für die Finanziers der Spiele.

Thomas Horky war selbst Sportjournalist, heute lehrt er an der Hamburger Macromedia Hochschule Sportjournalismus. Auf dem „Olympic Channel“ erwartet er nur die schönen Seiten der Medaillen. Die hässliche Seite des Spitzensports – also Doping, korrupte Funktionäre und die teils miesen Arbeitsbedingungen auf olympischen Baustellen – sie dürften kaum Platz finden.

„Natürlich kann man sich vorstellen, dass das Thema Doping ansatzweise positiv thematisiert wird durch Anzahl der Doping-Kontrollen in bestimmten Ländern, durch Maßnahmen, die das IOC macht. Aber das wird doch eher ein Verlautbarungskanal des IOC sein.“

Der „Olympic Channel“ werde letztlich den Sport in all seiner Faszination transportieren, sagt Horky – so wie das die Haus-Sender vieler Fußballvereine, von Bayern München bis zum HSV, auch schon täten. Journalistisch erwartet der Sportjournalisten-Ausbilder deshalb nicht viel. Der „Olympic Channel“ könnte aber dennoch ein Gewinn sein – weil er konsequent auf Smartphones und soziale Netzwerke setze.

„Man kann sich also vorstellen, dass dort der Versuch gestartet wird, die Jugend an olympische Sportarten heranzuführen und dann vielleicht auch langfristig zu binden, was über traditionelles Fernsehen ja kaum noch möglich ist. Wenn man sich den Altersdurchschnitt von ARD und ZDF anschaut, dann ist der extrem hoch – über 60 Jahre. Und das ist eine große Chance natürlich, über so eine App oder einen Online-Kanal ein Publikum zu binden, was man sonst schon verloren hat.“

Dem Olympic Channel, sagt Horky, solle man deshalb nicht allzu missmutig entgegensehen. Er gibt dem neuen Hauskanal des IOC jedenfalls eine Chance – auch wenn hier vor allem olympische Folklore zu erwarten ist.

Auszug „Olympic Channel-Promo“

>> Download MP3 (Quelle: Deutschlandfunk-“Sport am Wochenende”)

Olympische Allmachtsfantasie

In Rio senden und berichten die Sportverbände selbst – ist das noch Journalismus?

für taz

Olympische Allmachtsfantasie weiterlesen